Noch klein, bald groß 

Foto: Johanna "krteček" Mixsa und Moritz Schuster

Durch ein hölzernes Tor betreten wir den Betrieb. Dann ein paar Treppenstufen aufwärts und schon werden wir lächelnd von Juli begrüßt. Sie betreibt die grüne Berta. Wir blicken uns um: Ein Teil der Scheune, in der wir nun stehen, ist lichtdurchflutet ausgebaut, mit einer riesigen Küche, Bildern von den Tieren des Hofes und vielen Möglichkeiten zum Arbeiten. Firmen aus der Umgebung mieten den Raum mitten im Grünen gern. Ein Zuverdienst für den kleinen lokalen Betrieb.  

Grün, gelb, gestreift, bald reif 

Gemeinsam fahren wir zum nahegelegenen Acker, vorbei an Kühen und Hühnern. Zwischen den grünen Bäumen taucht ein Fachwerkhof nach dem anderen auf. Es ist ruhig. Wir müssen kurz warten, weil uns Julis Mutter mit dem Radlader auf dem engen Feldweg entgegenkommt – breit lächelnd mit Gummistiefeln und kurzen Hosen sitzt sie auf dem Lader. Dann können wir endlich zu unseren BuLa-Zucchini! Die wurden erst drei Tage vor unserem Besuch auf den Acker gepflanzt. Davor wurden sie im kleinen Gewächshaus nebenan angezogen. Auf dem Bundeslager wird es grüne, gelbe und gestreifte Zucchini geben. Insgesamt werden 6 Sorten angebaut, damit wir am Ende wirklich genügend haben. Denn nicht alle Sorten kommen gleich gut mit Trockenheit oder starkem Niederschlag klar. Gegossen werden müssen aber alle, weil es zu wenig Regen gibt. Gedüngt wird das Gemüse mit tierischen Abfallprodukten vom Hof. Direkt nebenan wachsen Kartoffeln, auch fürs Bundeslager. 

Warum eigentlich “grüne Berta”? 

Nach erfolgreichem Gießen geht es für uns weiter zu den Hühnern, die in mobilen Hühnerställen wohnen. Ganz neugierig werden wir und unsere Kamera begutachtet. Juli erklärt: „An der Farbe der Ohrläppchen kann man die Farbe der Eierschale erkennen“. Zuletzt gehen wir bei den Kühen vorbei. Denn der Name „Grüne Berta“ kommt nicht von irgendwoher: das erste Kälbchen des Hofes hieß Berta. Und seitdem heißen sie alle so – egal ob Kuh oder Henne. Die Kühe hat Juli sehr gerne, auch wenn sie sich finanziell nicht wirklich lohnen.  

Egal ob beim Gießen oder bei der Umsetzung ihrer Ideen: Juli ist Multitasking-Profi 

Auf dem Weg zurück zum Hof erzählt Juli, dass sie, bevor sie den Hof vor sechs Jahren von ihrem Onkel übernommen hat, einen gutbezahlten 35 Stunden Job hatte. Trotzdem hat sie sich für die Landwirtschaft entschieden. „Wenn ich Unkraut zupfe, merke ich, dass mich das erdet,“ erzählt sie. Auch wenn es herausfordernd sein kann, rund um die Uhr zu arbeiten; in ihrem Kopf sind tausend Ideen: „Ich sage immer, dass ich eigentlich sieben Leben bräuchte, um alle umzusetzen“. Das merkt man schnell: Maislabyrinth, Hoffeste, Einkochen von Aufstrichen, ein kleiner Straßenladen, Klassenausflüge auf den Hof und noch so vieles mehr setzt Juli mit der Grünen Berta um. Trotzdem hilft ihr als Kleinunternehmerin ein Vertragsanbau, wie der für unser Bundeslager, sehr. Dadurch konnte sie sogar zeitweise eine Mitarbeiterin einstellen, die sie unterstützt. 

Vom Hof geht es für uns weiter nach Almke – der Platz, auf dem unser Bundeslager stattfinden wird. Der Besuch bei Juli und unsere Fahrt durch die wunderschöne Landschaft machen richtig Lust aufs Bundeslager. Und natürlich auf die leckeren Kartoffeln und Zucchini!

Essen auf dem Bundeslager – Zahlen und Fakten 

Das Bundeslager wird möglichst regional versorgt. Alle Lieferant*innen sind vom Zeltplatz aus nicht mehr als 100 km entfernt.  

150.000 Mahlzeiten 

65.000 Brötchen 

1,7 Tonnen Schokocreme 

20.000 Eier 

4 Tonnen veganer Brotaufstrich 

4,5 Tonnen Kartoffeln 

Rund 6.200 kg Fleisch sparen wir durch vegetarische Versorgung* 

*54,9 kg Fleisch im Durchschnitt pro Person und Jahr in Deutschland / 365 Tage x 10 Tage x  5000 Personen = 6.287 kg Fleisch 

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