Zwischen den Zeilen

Foto: Benedikt Bahl

Wie du internationale Missverständnisse vermeidest 

Das Bundeslager ist ein Paradebeispiel für internationalen Austausch! Jugendliche aus aller Welt sitzen gemeinsam am Lagerfeuer, haben Spaß und lernen voneinander – zum Beispiel, dass Menschen aus verschiedenen Orten manchmal sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie man gemeinsam isst, kommuniziert oder einen Tagesablauf organisiert. Wir haben die wichtigsten Fallstricke und Tipps für euch.  

„Bedien dich ruhig“ 

Ein Klassiker: Du bietest jemandem Snacks an, die Person lehnt dankend ab. Für dich ist die Sache damit erledigt. An einigen Orten der Welt gehört das erste „Nein danke“ aber zur Höflichkeit. Der internationale Gast wartet also vielleicht darauf, dass du nochmal fragst. Du kannst ihr*ihm helfen, indem du über dieses potenzielle Missverständnis offen sprichst, oder die Snacks noch ein zweites Mal anbietest. Apropos Essen: hier zeigen sich kulturelle Unterschiede oft besonders stark. Manche warten, bis alle etwas auf dem Teller haben, andere beginnen sofort. Einige finden Naseputzen am Tisch völlig normal, andere komplett schockierend. Behalte das vielleicht im Hinterkopf, bevor du anfängst, dich beim Frühstück lautstark in dein altes Stofftaschentuch zu schnäuzen oder die faszinierende Funktionsweise der Komposttoilette zu erklären.  

Planungsliebe 

Wir lieben Pläne. Es gibt feste Treffpunkte, Uhrzeiten und meistens mindestens eine Person mit ausgeprägter Klemmbrett-Energie, die versucht, das unweigerliche Lager-Chaos unter Kontrolle zu halten (danke an dieser Stelle). Während deutsche Gruppen das als völlig normal empfinden, wirkt es auf internationale Gäste manchmal streng. Hier hilft es, ein bisschen geduldiger und flexibler zu sein.  

Gutgemeinte Ehrlichkeit 

Während in manchen Kulturen Kritik eher vorsichtig formuliert wird, sind Deutsche oft direkt. Wenn die Nudeln verkocht sind, heißt es eben: „Die sind matschig.“ Für unsere Ohren ist das meistens einfach sachlich gemeint. Internationale Gäste erleben denselben Satz dagegen manchmal wie eine Abwertung. Und dann kommt auch noch Sarkasmus dazu. Das Zelt stürzt halb ein und jemand kommentiert trocken: „Richtig professionell.“ Für deutsche Gruppen ist das ein Versuch, die Situation mit Humor zu retten. Deine Gäste fragen sich dagegen vielleicht, ob du jetzt sauer bist. Das im Hinterkopf zu behalten, kann helfen, eine gute Atmosphäre für alle zu schaffen und internationale Freundschaften zu schließen.   

Weitere Materialien:

Gruppenstunden-Materialien (World Tour of Scout Movement): https://go.vcp.de/gruppenstunden-materialien  

Mit Kindern und Jugendlichen über Krieg sprechen (rdp): https://go.vcp.de/krieg-thematisieren  

„Fahrtenkaudawelsch“: Sprachführer mit passendem Fahrtenvokabular und Aussprachehilfen in vielen verschiedenen Sprachen (der eisbrecher): https://go.vcp.de/kauderwelsch  

Wusstest du‘s?

Zum Bundeslager kommen über 300 internationale Gäste aus 17 Nationen!

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