Pfadi-Gesundheit Folge 22:
Jede*r hat sich schon mal den Kopf gestoßen und weiß, wie schmerzhaft das sein kann. Auch auf einem Lager lauern hierfür viele Gefahren: Vielleicht läuft man im Dunkeln gegen ein Stangenholz. Oder man stolpert und schlägt mit dem Schädel auf. Mal werden auch Gegenstände umhergeworfen, die dann jemanden am Kopf treffen.
Gelegentlich bleibt eine kleine Beule (Bluterguss oder Hämatom) zurück, die nach einigen Tagen wieder verschwindet. Am besten kühlt ihr die Beule mit einem Coolpack, notfalls einem nass-kaltem Tuch.
„Koplawu“: Schlimmer ist eine Kopfplatzwunde. Wunden im Bereich der Kopfhaut sind wegen des Haares nicht so einfach zu beurteilen und zu verbinden, und bluten auch ziemlich, denn: Unsere Kopfhaut steht „unter Spannung“. Das führt dazu, dass Wundränder meist auseinanderklaffen und die Wunde in den ersten Minuten etwas stärker blutet. Auch wenn ein blutiger Kopf auf den ersten Blick dramatisch aussieht, ist bei einer „klassischen“ Lager-Kopfplatzwunde der Blutverlust (meist < 50 ml) meist kein Problem. Jeder Blutspender bekommt bei der Spende 500 ml abgezapft.
- Meist stoppt die Blutung unter Kompression nach etwa fünf Minuten. Drücke dazu mit Mullkompressen oder einem sauberen Tuch drauf, ggf. brauchst du einen Kompressionsverband mit einer Mullbinde.
- Die Beurteilung der Wunde kann erst nach der Blutstillung erfolgen. Oberflächliche Kratzer könnt ihr selbst versorgen, bei klaffenden Wunden sollte unbedingt eine Ärztin oder ein Arzt prüfen, ob die Wunde genäht oder geklebt werden muss.
Je nachdem, wie stark der Kopfanprall ist, kann es zu einer Gehirnerschütterung kommen. Diese erkennt ihr an den folgenden Symptomen:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Übelkeit, Erbrechen
- „Filmriss“: Oft sind die Personen nach dem Vorfall verwirrt und können sich an das Geschehen nicht erinnern. Typischerweise fragen sie dann in regelmäßigen Abständen, was passiert ist und man muss es ihnen alle paar Minuten immer wieder neu erzählen.
- In manchen Fällen ist sogar eine Bewusstlosigkeit möglich, bzw. den Personen wird kurz schwarz vor Augen.
Es müssen nicht zwangsläufig alle der hier genannten Anzeichen vorliegen, aber wenn, dann ist eine Gehirnerschütterung sehr wahrscheinlich. Lasst die Person unter gar keinen Umständen mehr aus den Augen! Macht es ihr so bequem wie möglich. Man sollte den Oberkörper leicht anheben (ca. 30°), sofern das möglich ist. Setzt am besten die/den beste*n Freund*in zur Unterstützung daneben, falls es zum Erbrechen kommt.
- Bei KURZER Bewusstlosigkeit ist eine Überwachung im Krankenhaus für 24 Stunden zwingend notwendig, um zum Beispiel eine spätere Hirnblutung noch rechtzeitig zu erkennen.
- Solange die Person wach ist und keine Nacken- oder Rückenschmerzen als Hinweis auf einen Wirbelbruch bestehen, ist ein Transport OHNE Rettungsdienst aber in Ordnung – natürlich darf die verletzte Person nicht selber fahren.
Was tun, wenn die Bewusstlosigkeit anhält? Das erklären wir in der nächsten Folge!
Gut Pfad
Lennart, Römi und Uli
Lennart Scheel, VCP Stamm Albert Schweitzer Breitenbach, GPW, RP/S
Michael Römer, VCP Stamm Franz von Sickingen Hambach, Neustadt, GNB, RP/S
Dr. Uli Eiden, VCP Stamm Johannes Gutenberg Mainz, GAB, RP/S

