Ein Interview über Spiritualität auf dem Bundeslager vom Lagergottesdienst bis zum „Segen to go“.
Interview: Andreas Witt
Ariane (Ari) und ich sitzen in ihrer gemütlichen Wohnküche, Bernd ist virtuell dazugeschaltet. Wir trinken Tee & Kaffee, essen Windbeutel und reden nicht nur über die spirituellen Angebote auf dem Bundeslager, sondern auch über den Glauben.
anp: Bernd und Ari, ihr engagiert euch beim kommenden Bundeslager im Bereich der spirituellen Angebote. Worauf freut ihr euch am meisten?
Bernd: Darauf, neue Leute kennenzulernen und alte Bekannte zu treffen. Und darauf, dass wir mit unseren Angeboten hoffentlich zu einer Atmosphäre beitragen, die leicht, lustvoll und friedlich, aber auch besinnlich und nachdenklich ist.
Ari: Ich freue mich total auf das Singen! (lacht.) Ich befürchte aber, dass ich aufgrund meiner Position als Bundeslagerleitung nicht so viel dazu kommen werde.
anp: Was wird denn das pfaditypische am großen Gottesdienst am Besucher*innentag sein?
Bernd: Es gibt keine lange Predigt. Es werden viele Lieder mit einer Band gesungen und viele junge Menschen mitwirken. Und es wird einen Part geben, bei dem alle mitdenken und mitfühlen können. Da will ich aber noch nicht zu viel verraten.

Bernd ist Pastor in Hamburg und mit 9 Jahren in den VCP-Stamm „Ulrich von Hutten“ (Hamburg-Neugraben) eingetreten. Seitdem ist er in verschiedenen Funktionen und Ebenen des VCP aktiv, auch im internationalen Bereich.
anp: Was erwartet uns außerdem?
Bernd: Bei der Lagereröffnung wird es etwas geben, was man für die Seele mitnimmt. Und in unserem Zentrum bieten wir neben Andachten einen „Segen to go“ an. Dafür können Leute einfach zu uns kommen, so dass sie fröhlich beschwingt und geistreich gesättigt weiter den Lageralltag gestalten können.
Ari: Dann gibt es noch den Abendsegen. Auf dem Kirchentag habe ich das immer als sehr schön erlebt, wenn man nach einem anstrengenden Tag einen Abschluss findet, so dass man verarbeiten und ruhig schlafen kann.
anp: Welche Rolle spielt das Lagermotto “ungeschrieben” für euch?
Bernd: Wir sind zwar alle schon beschrieben mit unserer Vergangenheit, aber es liegt an uns, was wir aus der Zukunft machen. Wir wollen bestärken, diese Freiheit wahrzunehmen und zu fragen: wie kann ich in dieser Welt etwas Schönes gestalten?
Ari: Wenn ich heute auf die Zukunft schaue, bekomme ich Angst, zum Bespiel, dass wir unsere Erde kaputt gemacht haben. Ich sehe aber in dem Lagermotto eine Chance: Es ist immer Platz für das Gute. Dabei ist ganz egal ob jemand an Gott glaubt, alle können mitmachen.
anp: Was motiviert euch, euch für das „C“ zu engagieren?
Ari: Ich bin mir selbst nicht ganz klar, was ich glaube, weil ich auch dem Buddhismus und der Yoga-Philosophie zugewandt bin. Trotzdem finde ich Jesus super! Er ist für mich ein Vorbild. Ich denke, dass Glaube uns allen guttut.

Ari kam mit im Alter von 8 Jahren zur „evangelischen jungenschaft Tyrker“. Hier ist sie auch heute noch Mitglied. Sie nahm als Mitarbeitende am VCP-Bundeslager 2017 teil und ist seit 2018 Mitglied im VCP-Stamm „Römer“ (RPS). Beim diesjährigen Bundeslager ist sie Teil der Bundeslagerleitung.
Bernd: Wir haben zugegebenermaßen spät angefangen mit der Planung und es war manchmal etwas chaotisch. Alle waren viel unterwegs und offen für das, was wir gemeinsam entwickeln. Auch Jesus hat sich auf das eingelassen, was ihm entgegenkam. Dieses Unterwegssein und sich einlassen erlebe ich auch beim VCP. Das ist wirklich jugendbewegt!
Ari: Ich finde es wichtig, Sachen nicht nur für sich selbst zu tun. In der Bibel steht: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum!“ Auch das bedeutet „ungeschrieben“. Wir haben festen Boden unter den Füßen und können handeln, nicht nur für uns selbst.
anp: Was war bisher euer schönster Bundeslager-Moment?
Bernd: Am Ferschweiler Plateau in den Neunziger Jahren haben wir nachts eine Schlucht mit vielen Kerzen beleuchtet. Das war ein traumhaft schöner Lichterpfad für alle, die hindurchgegangen sind.
Ari: Bei meinem ersten Bundeslager 2017 gehörte der Satz „Schön, dass du da bist!“ beim Z.O.L.L. zu unserer täglichen Begrüßung. Ich finde es krass, wie dieser eine Satz sofort das Gefühl vermittelt hat, willkommen zu sein.
anp: Auch ich freue mich, beim Bundeslager wieder Teil einer großen Gemeinschaft zu sein. Vielen Dank für das Interview – und die leckeren Windbeutel!

