Aufbruch ins Ungewisse

Foto: VCP ELS

Wie der Stamm Ernsbach Limestor Sindringen eine besondere Herausforderung meisterte 

Der Boden unter den Wanderschuhen ist schlammig, der Fluss eiskalt. Einer nach dem anderen hangeln sich die Jugendlichen am Ufer entlang, die Stirnlampen werfen zuckende Lichtkegel ins Dickicht.  

Es ist der dritte Abend des Zeltlagers. Rund 90 Teilnehmende aus verschiedenen Stämmen genießen die gemeinsame Zeit auf dem Zeltplatz, als eine Durchsage über den Platz schallt: „Waldbrandgefahr – sofortige Evakuierung! Die Rettungskräfte sind unterwegs, aber ein Erdrutsch verzögert alles!“ 

Alle wissen: Es handelt sich um ein vorbereitetes Szenario. Eine Übung, die Teamgeist, Organisation und Zusammenhalt fordert. Trotzdem steigt die Spannung. Was tun? Wer übernimmt welche Aufgabe? Und genau das macht den Reiz aus: Mitten im Lageralltag wird aus Theorie ein spannendes Gemeinschaftsspiel, bei dem alle zeigen können, was in ihnen steckt. 

Die Aktion orientiert sich am YouTube-Format „7 vs. Wild“, das besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebt ist. In der Online-Serie stellen sich Teilnehmende verschiedenen Herausforderungen in der Natur und müssen mit begrenzten Mitteln Aufgaben meistern. Dieses Prinzip hat der Stamm für das Zeltlager aufgegriffen, natürlich angepasst und unter sicheren Bedingungen umgesetzt.

Gemeinsam stark 

Eine der Gruppen, die mit ihren Wanderrucksäcken und einer Rettungskiste ausgestattet ins Ungewisse aufbricht: die Adler aus Ernsbach/Sindringen. „Ihr müsst Richtung Nordost“, knistert es durch ihr Funkgerät. Die Gruppe hält kurz inne, justiert den Kompass. Dann weiter. Einmal müssen sie durch einen Fluss, doch die Evakuierungsboote verlieren Luft. Das Wasser ist nicht das größte Problem. Es ist die Nacht, kühl und ohne Feuer, weil nichts brennen will. Also muss kalte Verpflegung reichen. Irgendwann dämmert der Morgen und müde, aber stolz erreicht die Gruppe schließlich den Evakuierungspunkt. 

Life begins at the end of our comfort zone.

Neale Donald Walsch

Auch wenn das Szenario nur ein Übungsspiel war, wurde schnell deutlich, wie sehr die Teilnehmenden an jeder Herausforderung gewachsen sind. Fehler wurden zur Lernchance, Unsicherheit zur Zusammenarbeit. Am Ende stand eine Gruppe, die sich nach etlichen intensiven Stunden gemeinsam durchgekämpft hatte. Was bleibt, ist die Erfahrung: Gemeinsam schaffen wir mehr als allein, denn wir können uns aufeinander verlassen! 

Wer solche Erfahrungen macht, der wird auch im Alltag mit herausfordernden Situationen zurechtkommen. Gerade weil Pfadfinder*innen immer wieder bewusst die Komfortzone verlassen, nehmen sie aus solchen Momenten etwas mit, das bleibt: Vertrauen in sich und andere! 

Mehr Eindrücke und Fotos zur Aktion gibt’s auf der Facebook- und Instagram-Seite des Stammes: https://www.instagram.com/vcplimestor/

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