{"id":9321,"date":"2018-04-05T14:49:06","date_gmt":"2018-04-05T12:49:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=9321"},"modified":"2018-04-05T14:49:06","modified_gmt":"2018-04-05T12:49:06","slug":"jamboree-2019-interview-mit-einem-teil-der-kontingentsleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/internationales\/jamboree-2019-interview-mit-einem-teil-der-kontingentsleitung\/","title":{"rendered":"Jamboree 2019 &#8211; Interview mit (einem Teil) der Kontingentsleitung"},"content":{"rendered":"<h3>Interview mit Marie, Peter und Tiemo aus der Kontingentsleitung f\u00fcr das World Scout Jamboree 2019 in den USA<\/h3>\n<figure id=\"attachment_9332\" aria-describedby=\"caption-attachment-9332\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Kontingentsleitung_Jamboree2019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-9332\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Kontingentsleitung_Jamboree2019-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Kontingentsleitung_Jamboree2019-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Kontingentsleitung_Jamboree2019-300x200.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Kontingentsleitung_Jamboree2019-768x512.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Kontingentsleitung_Jamboree2019.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9332\" class=\"wp-caption-text\">v. l. n. r. Sarah \u201eGutemiene\u201c, Philipp, Tiemo, Bj\u00f6rn, Peter, Marie<\/figcaption><\/figure>\n<h5><strong>Hallo ihr drei. Ich bin froh euch zu treffen, ich h\u00e4tte mal ein paar Fragen zum kommenden Jamboree. Habt ihr einen Moment?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Peter: <\/strong>Na klar.<\/p>\n<h5><strong>Warum organisiert ihr die Fahrt des deutschen Kontingents zum Jamboree eigentlich mit allen drei Verb\u00e4nden gemeinsam und wie kamt ihr auf die Idee?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Marie:<\/strong> Die Idee ist nicht einfach so auf dem wei\u00dfen Blatt entstanden, sie hat sich vielmehr im Laufe der letzten Jahre entwickelt. In Schweden und Japan haben wir auch schon zusammengearbeitet, damals ging es allerdings eher um organisatorische Aspekte und eine Koordination auf Ring-Ebene. Andere Punkte, wie zum Beispiel die Vorbereitung der Trupps oder die finanzielle Abwicklung lagen in der Verantwortung der Verb\u00e4nde.<\/p>\n<p><strong>Tiemo:<\/strong> Die drei Verb\u00e4nde treten schon seit langer Zeit bei den Jamborees und den Moots als ein gemeinsames Kontingent auf. Das liegt daran, dass die Verb\u00e4nde nur gemeinsam \u00fcber den Ring deutscher Pfadfinderverb\u00e4nde, dem rdp, in der Weltpfadfinderbewegung, WOSM, Mitglied sind. Auf Weltebene unterscheidet keiner zwischen der DPSG, dem BdP und dem VCP. Auch auf einem Jamboree gibt es eben nur das eine deutsche Kontingent. Nach Japan haben wir beschlossen, nun alles komplett gemeinsam vorzubereiten. Die Idee ist bei den Vorst\u00e4nden gut angekommen \u2013 und hier sind wir nun.<\/p>\n<h5><strong>Aber mal ehrlich: Bedeutet das nicht eigentlich viel mehr Organisationsaufwand?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Tiemo:<\/strong> So eng haben wir noch nie zusammengearbeitet. Da wir uns jetzt in vielen Punkten erst einmal auf einen gemeinsamen Nenner einigen m\u00fcssen, ist der Planungsaufwand am Anfang nat\u00fcrlich sehr hoch. Wir verbringen zum Beispiel viel Zeit damit, die Rahmenbedingungen festzulegen und die Zusammenarbeit zu strukturieren. In der Gesamtsumme haben aber alle Verb\u00e4nde so weniger Aufwand.<\/p>\n<p><strong>Peter: <\/strong>Kurzfristig hast du vielleicht recht, denn wir m\u00fcssen zun\u00e4chst neue Fakten und neue Strukturen der Zusammenarbeit schaffen. Aber langfristig k\u00f6nnen wir Synergieeffekte nutzen. Wir erledigen Aufgaben f\u00fcr den VCP, den BdP und die DPSG in einem Rutsch, die ansonsten doppelt und dreifach angefallen w\u00e4ren. Das betrifft die Werbung, das Anmeldeverfahren, die Datenverarbeitung, die Logistik und sp\u00e4ter auch die Organisation des gemeinsamen Programms. Wir merken bereits, dass einige Sachen besser funktionieren, als beim letzten Mal. Ich glaube also, dass sich der Mehraufwand, den wir gerade haben, sp\u00e4testens in Nordamerika rentieren wird.<\/p>\n<h5><strong>Okay. Aber wie ist das Team denn aufgestellt? Sind alle Verb\u00e4nde gleich vertreten?\u00a0 <\/strong><\/h5>\n<p><strong>Marie:<\/strong> Die Kontingentleitung \u2013 also die \u201eProjektleitung\u201c \u2013 ist mit je zwei Vertreter*innen aus BdP, DPSG und VCP besetzt. Das ist sinnvoll, da jeder Verband seine eigene Vorstellungen und Herangehensweise mit in das Projekt einbringt und die unterschiedlichen Kulturen nicht verloren gehen sollen. Daher m\u00f6chten wir auch, dass in den Vorbereitungsteams alle drei Verb\u00e4nde vertreten sind.<\/p>\n<p><strong>Tiemo:<\/strong> Wir schreiben alle Stellen f\u00fcr das Kontingentsteam in allen drei Verb\u00e4nden aus und schauen dann, wie die Bewerberlage ist. Die Verbandszugeh\u00f6rigkeit ist ein wichtiges Kriterium, denn bei einem ausgeglichenen Team werden die unterschiedlichen Interessen ber\u00fccksichtigt. Trotzdem gilt auch immer: Die besten Leute, f\u00fcr die richtige Aufgabe. Wenn die dann nicht aus dem eigenen Verband kommen, ist das eben so. An dem einen Thema arbeiten dann vielleicht mehr VCPler*innen, daf\u00fcr ist in einem anderen Team die DPSG st\u00e4rker vertreten.<\/p>\n<h5><strong>Aber geht dann nicht die eigene Verbandsidentit\u00e4t verloren, wenn das so gemischt wird?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Peter: <\/strong>Ist unsere Verbandszugeh\u00f6rigkeit denn so wichtig? Ich meine, der Verband identifiziert sich doch haupts\u00e4chlich \u00fcber seine Mitglieder und nicht \u00fcber das Hemd. Und nur weil ich jetzt ein anderes Hemd anhabe oder weil ich mit anderen Menschen zu tun habe, verliere ich doch nicht meine Identit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong>Marie:<\/strong> Warum f\u00e4hrt denn jemand zum Jamboree? Weil sie oder er neugierig darauf ist, wie Pfadfinder*innen auf der ganzen Welt so leben. Ein Jamboree f\u00fchrt Traditionen zusammen. Und genau darum geht es uns auch: Wir wollen junge Menschen aus den Verb\u00e4nden zusammenbringen und keinen deutschen Einheitsverband erschaffen. Diesmal werden sich unsere Teilnehmer*innen vielleicht ein wenig anpassen den Gegebenheiten anpassen m\u00fcssen, aber auch viel Freiraum haben, ihre Traditionen so zu leben, wie sie es gewohnt sind.<\/p>\n<p><strong>Tiemo:<\/strong> Wir k\u00f6nnen uns gegenseitig gut bereichern. Bei einem Jamboree lernen wir, die Vielfalt im Weltpfadfinderverband kennen und zu sch\u00e4tzen. Warum fangen wir nicht in unserem Land an? \u00dcber die Verbandsgrenzen hinweg k\u00f6nnen wir ebenfalls eine Menge voneinander lernen.<\/p>\n<h5><strong>Seht ihr in den Verb\u00e4nden eher die Unterschiede oder die Gemeinsamkeiten?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Peter:<\/strong> Die Frage ist, auf welche Ebene du schaust. Auf Stammesebene geht es in allen drei Verb\u00e4nden um den Pfadfinderalltag, da spielt die Verbandszugeh\u00f6rigkeit eine eher untergeordnete Rolle. Auf Bundesebene merkt man die Unterschiede deutlicher, die sind dann aber f\u00fcr das Jamboree oft einfach nicht relevant. Und im Grunde sind wir doch alle gleich. Wir sind alle Pfadfinder*innen.<\/p>\n<p><strong>Marie:<\/strong> Im Gro\u00dfen und Ganzen verfolgen wir die gleichen Ziele. Nat\u00fcrlich haben die Verb\u00e4nde unterschiedliche Jamboree-Traditionen und in der Folge auch unterschiedliche Auffassungen davon, wie die gemeinsame Fahrt ablaufen sollte oder wo Schwerpunkte liegen. Das macht das Ganze aber auch einfach noch mal bunter und spannender. Und wir versuchen immer, den unterschiedlichen Vorstellungen gerecht zu werden, so dass sich am Ende jeder Verband in dem Projekt wiederfinden kann.<\/p>\n<h5><strong>Beim letzten Jamboree seid ihr ja schon in der neuen gemeinsamen Kluft aufgetreten. Was f\u00fcr Erfahrungen habt ihr damit gemacht?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Tiemo:<\/strong> Jeder hat einfach mit jedem geredet. Diese klassischen Vorurteile, die wir manchmal gegen\u00fcber den anderen Verb\u00e4nden pflegen, waren auf einmal kein Hindernis mehr. Man sah der Person, die einem entgegenkam, ja nicht mehr nicht mehr an, zu welchem Verband sie geh\u00f6rte. Man erkannte jemanden auf den ersten Blick als deutsche Pfadfinderin oder deutschen Pfadfinder und gr\u00fc\u00dfte freundlich. Wenn man im Gespr\u00e4ch die Verbandszugeh\u00f6rigkeit ausblendet, merkt man auch, dass die Unterschiede viel kleiner und die Gemeinsamkeiten viel gr\u00f6\u00dfer sind, als gedacht. Auch die Weltebene und die anderen Nationen haben die gemeinsame Kluft extrem positiv aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>Marie:<\/strong> Bei unserem Vorbereitungstreffen in Immenhausen haben wir die Kluft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgeteilt und zum ersten Mal ein gemeinsames Gruppenfoto damit gemacht. Zu Beginn der Fotosession trugen alle ihre jeweilige Verbandskluft \u2013 nach den ersten beiden Fotos haben wir uns dann umgezogen. Innerhalb weniger Minuten waren wir keine drei Verb\u00e4nde mehr, sondern ein Kontingent. Ich habe ewig gebraucht, um meine Kolleginnen und Kollegen aus der DPSG wieder zu finden, in der Zeit aber sicher drei neue Freundschaften geschlossen. Und ja, die gemeinsame Kluft hilft wirklich sehr dabei, sich auf die gemeinsame Aktion zu konzentrieren und nicht mehr die Verbandsinteressen in den Vordergrund zu r\u00fccken.<\/p>\n<h5><strong>Worin seht ihr denn die gr\u00f6\u00dfte Chance, gemeinsam aufzutreten?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Peter: <\/strong>Gute Frage! Ich sehe die gr\u00f6\u00dfte Chance darin, den Jugendlichen zu vermitteln, dass Pfadfinden \u00fcber die eigene Sippe hinausgeht. Es geht darum, Vorurteile gegen\u00fcber den anderen Verb\u00e4nden abzubauen und den Weltpfadfinderverband zu erleben.<\/p>\n<p><strong>Marie: <\/strong>Genau, das denke ich auch. Bei all den Vorurteilen ist es eine gro\u00dfe Chance, die Zusammenarbeit positiv wahrzunehmen und die drei Verb\u00e4nde in einem Kontingent vereint zu erleben.<\/p>\n<h5><strong>Worauf freut ihr <\/strong><\/h5>\n<h5><strong>euch denn schon am meisten?<\/strong><\/h5>\n<p><strong>Marie: <\/strong>\u00c4hhhhhh\u2026..<\/p>\n<p>(alle Lachen)<\/p>\n<p><strong>Marie:<\/strong> Ich w\u00fcnsche mir, dass die Teilnehmenden viel Spa\u00df haben und etwas f\u00fcr sich mitnehmen. Wenn unsere Vorbereitungen dazu beitragen, w\u00e4re mein Ziel erreicht. Daher freue ich mich ganz besonders auf die Berichte und Geschichten der Jugendlichen. Als Erwachsener in der Kontingentleitung bist du oft mit organisatorischen Dingen besch\u00e4ftigt und verpasst einiges von der Veranstaltung. Ich freue mich also auch darauf, einfach \u00fcber den Platz zu laufen und mit Jugendlichen zu sprechen, die dann hoffentlich viel von ihren Erlebnissen erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p><strong>Tiemo: <\/strong>Es ist ein tolles Gef\u00fchl, mit einem riesigen deutschen Kontingent in die USA zu fliegen. Wir werden sicher gemischte Units haben und wir werden extrem viel voneinander lernen. Und ich freue mich auch schon darauf, dass wir die vielen anderen Pfadfinder aus den anderen Nationen treffen. Das wird super.<\/p>\n<p><strong>Peter: <\/strong>Ich freue mich besonders auf die Dinge, die ich jetzt noch nicht vorhersehen kann. Auf Ereignisse, von denen ich jetzt noch nicht wei\u00df, dass sie passieren werden. Darin liegt f\u00fcr mich der Reiz eines solchen Projektes. Es w\u00e4re langweilig, wenn alles routiniert und nach Plan verlaufen w\u00fcrde. Da fehlt mir der Pfeffer.<\/p>\n<p><em>Das Interview f\u00fchrte: Elodie Scholten aus dem Media-Team des deutschen Jamboree-Kontingents<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Header_2-e1522932379761.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-9330\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Header_2-1024x683.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"534\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Header_2-Zusatz.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9331\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Header_2-Zusatz.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"100\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Header_2-Zusatz.png 800w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Header_2-Zusatz-300x38.png 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/Header_2-Zusatz-768x96.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<h5><strong>Weitere Infos zum World Scout Jamboree findest du hier:<br \/>\n<\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.worldscoutjamboree.de\">www.worldscoutjamboree.de<br \/>\n<\/a><\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/wsjrdp\/\">www.facebook.com\/wsjrdp<br \/>\n<\/a><\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.instagram.com\/wsjrdp\/\">www.instagram.com\/wsjrdp<br \/>\n<\/a><\/strong><strong><a href=\"https:\/\/twitter.com\/wsjrdp\">www.twitter.com\/wsjrdp<\/a><\/strong><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Marie, Peter und Tiemo aus der Kontingentsleitung f\u00fcr das World Scout Jamboree 2019 in den USA Hallo ihr drei. 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