{"id":7792,"date":"2017-10-13T15:14:40","date_gmt":"2017-10-13T13:14:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=7792"},"modified":"2023-02-09T15:45:20","modified_gmt":"2023-02-09T14:45:20","slug":"mit-einer-gastgruppe-aus-palaestina-auf-dem-bundeslager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/internationales\/mit-einer-gastgruppe-aus-palaestina-auf-dem-bundeslager\/","title":{"rendered":"Mit einer Gastgruppe aus Pal\u00e4stina auf dem Bundeslager"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Ankunft und Familienaufenthalt\u00a0 <\/strong><\/h3>\n<p>Der VCP pflegt schon seit \u00fcber 20 Jahren eine Partnerschaft zur Pfadfinder*innengruppe an der deutschen Schule Talitha Kumi in Beit Jala, Pal\u00e4stina. Nachdem ein Teil unseres Stammes schon beim Weltpfadfindertreffen 2015 in Japan in Kontakt mit der Gruppe kam, bot sich diesen Sommer eine neue M\u00f6glichkeit, die Partnerschaft zu st\u00e4rken. Im Rahmen des VCP-Bundeslagers 2017 durften wir die Partnergruppe f\u00fcr das Lager und einen Familienaufenthalt sein.<\/p>\n<p>Nach intensiver Vorbereitung und langem Bangen um die Visa konnten wir die sieben Jugendlichen und ihre zwei Gruppenleiter*innen am Sonntagnachmittag dann endlich am Flughafen in Stuttgart abholen. Nach einer kurzen Begr\u00fc\u00dfungsfeier im Gemeindehaus gab es dann die Aufteilung auf die Gastfamilien und das, nach \u00fcber 24 Stunden Reise, ersehnte Bett.<\/p>\n<p>Nach einer Stadtf\u00fchrung durch Konstanz am Montagmorgen entschieden wir uns, dem Wetter zu trotzen und mit den Kanus den Bodensee unsicher zu machen. Nach einer kurzen Einweisung ging es vom Sch\u00e4nzle aus in Richtung H\u00f6rnle. Vielleicht nicht sonderlich effektiv, aber daf\u00fcr mit umso mehr Spa\u00df bei der Sache. Allerdings \u00f6ffnete der Himmel kurz vor dem Ziel seine Schleusen und wir mussten Zuflucht am Ufer suchen. Ein solches Unwetter gibt es in Pal\u00e4stina nur wenige Male im Jahr, meinten unsere G\u00e4ste, aber f\u00fcr ihre zwei Wochen in Deutschland sollte es nicht das letzte gewesen sein. Komplett durchn\u00e4sst kamen wir wieder am Sch\u00e4nzle an, aber nach einer warmen St\u00e4rkung im Gemeindehaus sah die Welt schon wieder besser aus.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging es fr\u00fch los und mit dem Katamaran nach Friedrichshafen ins Museum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt. W\u00e4hrend der Fahrt \u00fcber den See war das Staunen gro\u00df, dass es bis in die Schweiz nur einige hundert Meter an Wasser waren. Wieder in Konstanz zeigte der Besuch der Kunstgrenze den Unterschied zur Grenze zwischen Pal\u00e4stina und Israel noch einmal sehr viel gr\u00f6\u00dfer auf. Im Gegensatz zu hohen Mauern mit Stacheldraht und Wachposten war es hier eine einfache Linie auf dem Boden und ein Schild, das erkl\u00e4rte, man w\u00fcrde jetzt eine Landesgrenze \u00fcberqueren.<\/p>\n<p>Wieder im Gemeindehaus angekommen gab es ein gemeinsames Abendessen mit dem gesamten Stamm und allen Gastfamilien und es wurden die Gastgeschenke \u00fcberreicht, war es f\u00fcr unsere G\u00e4ste doch schon der letzte Abend in Konstanz.<br \/>\nDer Mittwochvormittag stand noch f\u00fcr die Erkundung der Innenstadt zur Verf\u00fcgung, bevor dann am Abend der gemeinsame Treffpunkt am D\u00f6bele zur Abfahrt Richtung Bundeslager in Wittenberg war.<\/p>\n<p>Diese internationale Begegnung wurde ma\u00dfgeblich durch die Mittel des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend gef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3><strong>Weitblick \u2013 Bundeslager 2017<\/strong><\/h3>\n<p>Das VCP-Bundeslager 2017 begann f\u00fcr die Konstanzer Pfadfinder*innen schon am Mittwochabend. Der Bus fuhr vom n\u00e4chtlichen D\u00f6bele ab, um sich auf seine Reise nach Wittenberg zu machen. Am n\u00e4chsten Morgen begannen die St\u00e4mme Jan Hus und Kon Tiki mit dem Aufbau der K\u00fcchenzelte, Schlafkohten und Gemeinschaftsjurten. Mit einem halben Tag Vorsprung standen die Zelte der Badener vor denen aller anderen, die erst gegen Abend anreisten.<\/p>\n<p>Der erste Programmpunkt des diesj\u00e4hrigen Bundeslagers mit dem Motto &#8222;Weitblick&#8220; war die Lagerer\u00f6ffnung. Das vorgezogene Lager, das regul\u00e4r erst 2018 stattfinden sollte, fand auf Grund des Reformationsjubili\u00e4ums schon dieses Jahr statt. Der Lagerplatz war in einzelne Sektoren unterteilt, alle mit ihrem eigenen Motto. Das Teillager &#8222;Gamer&#8217;s Throne&#8220; besa\u00df eine Arena, in der um den teillagereigenen Thron gespielt wurde. In der &#8222;Lovezone&#8220; stand die Liebe, in &#8222;Freepolis&#8220; die Freiheit im Mittelpunkt. Die Konstanzer Pfadfinder*innen waren im hessischen Teillager &#8222;Villa Resistenza&#8220; untergebracht. Dieser Sektor stand f\u00fcr den Widerstand gegen die Digitalisierung, man setzte mehr Wert auf analoge Technologie.<\/p>\n<p>Die Sektoren mussten sich jedoch im Angesicht einer gro\u00dfen Gefahr verb\u00fcnden, die die ganze Welt bedrohte: Ein wahnsinniger Professor zog mit einem Magneten einen Meteoriten an, der die, in seinen Augen selbsts\u00fcchtige und egoistische, Menschheit vernichten sollte. Die folgenden Tage verbrachten die Pfadfinder nun damit, aus einer gro\u00dfen Reihe Aktionen Workshops auszusuchen, die sie im lagerinternen Planetarium buchen konnten. Diese Workshops hatten von Volkstanz bis zum Pralinen herstellen alles zu bieten. Nachdem die anf\u00e4nglichen und n\u00e4chtlichen Sturmb\u00f6en abgenommen hatten, begannen die ganz wagemutigen Konstanzer mit einem Hajk. Auf diese zweit\u00e4gige Wanderung kam auch die pal\u00e4stinensischen Gastgruppe mit und konnte so einen Einblick in die f\u00fcr sie ungew\u00f6hnliche Tradition gewinnen. Wie auch die Jungpfadfinder*innen konnten sie die Strecke problemlos meistern und nach einer abenteuerlichen \u00dcbernachtung kamen alle wieder wohlbehalten auf dem Lagerplatz an.<\/p>\n<p>Die wohlverdiente Erholungspause danach konnten die m\u00fcden Wanderer*innen in einem der vielen Caf\u00e9s verbringen, die den Lagerplatz s\u00e4umten. Diese Caf\u00e9s bestanden aus Jurtenburgen, die, jede mit ihrem eigenen Namen und Motto, Getr\u00e4nke und Snacks aus aller Welt verkauften. Gegen Abend begannen dann die Oasen zu er\u00f6ffnen, welche von den verschiedenen VCP-L\u00e4ndern organisiert wurden. So bot sich hier den Gruppenleiter*innen die M\u00f6glichkeit, den Tag bei einer k\u00fchlen Erfrischung und einer Portion der regionalen Spezialit\u00e4t des jeweiligen Bundeslandes ausklingen zu lassen, nachdem die Gruppenkinder im Bett waren.<\/p>\n<p>Am Montag stellte sich dann die Frage &#8222;bin ich, sind wir, so mutig wie Luther es war?&#8220; Doch um das beantworten zu k\u00f6nnen, mussten sich die knapp 4.000 Pfadfinder*innen erst einmal dar\u00fcber klarwerden, wie mutig Luther denn war. Und so machte sich das gesamte Lager auf und erkundete die fu\u00dfl\u00e4ufig erreichbare Lutherstadt Wittenberg, wo es den Tag \u00fcber verschiedenste Stationen zu absolvieren galt. Aber es blieb auch Zeit f\u00fcr eine Kugel Eis und eine Tour durch die Einkaufsmeile. Als letzter Punkt stand noch der Besuch des Luther Panoramas auf dem Programm, bevor es dann p\u00fcnktlich zum Abendessen wieder auf den Lagerplatz zur\u00fcckging.<\/p>\n<p>Doch mit jedem Tag kam der Meteorit der Erde n\u00e4her und noch immer war keine L\u00f6sung f\u00fcr das Problem gefunden. Die Ingenieure des Lagers versuchten sich an Raketen, die den Meteoriten zertr\u00fcmmern sollten, doch sie hatten keinen Erfolg. In letzter Minute schafften die Helden der Sektoren es doch noch, den verr\u00fcckten Wissenschaftler umzustimmen: Sie hatten ein Buch zusammengestellt, das den geballten guten Willen der unz\u00e4hligen Pfadfinder*innen verdeutlichen sollte. Und siehe da, der Wissenschaftler schaltete die Maschine ab und die Erde war gerettet.<\/p>\n<p>Die Konstanzer*innen bauten ihre Zelte und H\u00e4ngemattent\u00fcrme ab und machten sich auf die Heimreise. Nachdem sie ihre neuen Freund*innen aus Pal\u00e4stina in Stuttgart verabschiedet hatten, wurden noch die Unterkirnacher und Messkircher abgesetzt. Am sp\u00e4ten Abend kamen sie dann m\u00fcde und dreckig wieder am D\u00f6bele an, wo sie in die Arme vieler sehns\u00fcchtiger Eltern fielen.<\/p>\n<p>Niklas Geisinger und Philipp Roller<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"JpLeERoH41\"><p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/internationales\/foerdermoeglichkeiten-fuer-internationale-begegnungen-2018\/\">F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Internationale Begegnungen 2018<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Internationale Begegnungen 2018&#8220; &#8212; VCP-Blog\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/internationales\/foerdermoeglichkeiten-fuer-internationale-begegnungen-2018\/embed\/#?secret=nWZWDl1b76#?secret=JpLeERoH41\" data-secret=\"JpLeERoH41\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ankunft und Familienaufenthalt\u00a0 Der VCP pflegt schon seit \u00fcber 20 Jahren eine Partnerschaft zur Pfadfinder*innengruppe an der deutschen Schule Talitha Kumi in Beit Jala, Pal\u00e4stina. 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