{"id":7475,"date":"2017-10-13T14:00:02","date_gmt":"2017-10-13T12:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=7475"},"modified":"2023-02-01T15:57:00","modified_gmt":"2023-02-01T14:57:00","slug":"pfadfindung-offen-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/pfadfindung\/pfadfindung-offen-sein\/","title":{"rendered":"Pfadfindung: Offen sein"},"content":{"rendered":"<p><em>In einer kleinen Blog-Reihe gehen wir auf die von der Bundesversammlung 2016 beschlossenen Handlungsfelder ein und stellen Menschen, Projekte und Ideen vor, die dazu passen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>2026 wird der VCP in der \u00d6ffentlichkeit durch sein Wirken als tolerant, modern und aufgeschlossen wahrgenommen. Alle die sich zu unseren Grundwerten<\/em><\/p>\n<p><em>bekennen, sind willkommen, Teil unserer Gemeinschaft zu sein. Menschen mit Einschr\u00e4nkungen haben teil.<\/em><\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch dazu Jamal, der mittlerweile in Bremen wohnt und mit dabei war auf dem Bundeslager.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bild_Bundeslager_3.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7476\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bild_Bundeslager_3-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bild_Bundeslager_3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bild_Bundeslager_3-768x577.jpg 768w, https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bild_Bundeslager_3-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Bild_Bundeslager_3.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Jamal, wie war es auf dem Bundeslager?<\/strong><\/p>\n<p>Ganz gut \u2013 sehr gut!<\/p>\n<p><strong>Wie kam es, dass Du gemeinsam mit zwei weiteren Gefl\u00fcchteten dabei gewesen bist?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben bei unserem Haustreffen \u00fcber Urlaub geredet, weil wir in den Ferien nicht wegfahren. Jost hat dann vom Bundeslager erz\u00e4hlt und irgendwann hat er uns gefragt, ob wir mitwollen.<\/p>\n<p><strong>Wie wohl habt ihr euch auf dem Bundeslager gef\u00fchlt? <\/strong><\/p>\n<p>Es war gut nicht zuhause zu sein und richtig weg zu sein. Die frische Luft tat sehr gut und es war sch\u00f6n, viele nette Leute kennenzulernen. Manchmal war es auch langweilig, vor allem abends gab es nicht viel zu tun.<\/p>\n<p><strong>Ward ihr bei einer Gruppe mit dabei?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, wir selber waren mit Jost zu viert und wir waren mit einer Gruppe aus Berlin da. <em>(Anmerkung der Redaktion: Stamm Otto Witte aus Berlin Pankow)<\/em>. In unserer Kochgruppe war noch eine Gruppe aus Trier.<\/p>\n<p><strong>Was habt ihr auf dem Bundeslager so alles gemacht?<\/strong><\/p>\n<p>Wir waren einmal im Wittenberg. Wir haben Wasserspiele im Teillager gemacht und zu Musik getanzt. Wir haben auch an ein paar Workshops teilgenommen. Das Fotografieren war toll.\u00a0 Wir haben uns Fahrr\u00e4der geliehen und sind nochmal in die Stadt gefahren. Wir haben auch immer mit den anderen Abendessen gekocht, am letzten Tag wussten dann alle, dass ich gut kochen kann. Au\u00dferdem waren wir oft Tee und Kaffee trinken. Der Kaffee war richtig lecker!<\/p>\n<p><strong>Was waren Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n<p>Manche Workshops haben wir nicht gefunden und wir hatten dann nichts zu tun.<\/p>\n<p><strong>Was nehmt ihr zur\u00fcck mit nach Bremen?<\/strong><\/p>\n<p>Die M\u00fcckenstiche.<\/p>\n<p><strong>\u2026vielleicht gab es besonders sch\u00f6ne Momente?<\/strong><\/p>\n<p>Am ersten Abend haben wir mit dem Stamm am Feuer gesungen, Gitarre und Spiele gespielt, das war sehr sch\u00f6n und witzig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jost, du warst mit der Gruppe da, mit denen du sonst hauptamtlich arbeitest. Aus Betreuersicht &#8211; was war aufwendig, was leicht?<\/strong><\/p>\n<p>Leicht war es \u00fcber den rdp Mittel zur Finanzierung zu bekommen und Material f\u00fcr das Lager zu finden. Auch eine Partnergruppe war nicht schwer zu finden. Von allen Seiten gab es eine gro\u00dfe Bereitschaft, das Vorhaben zu unterst\u00fctzen<\/p>\n<p>Aufwendig war der Anmeldeprozess. Es waren unglaublich viele Ebenen daran beteiligt. Der Jugendhilfetr\u00e4ger, die Amtsvormundschaft, die Bundeszentrale (welche Beitragsstufe ist die richtige), der Stamm, der rpd (es konnte erst richtig losgehen als der Antrag bewilligt wurde). Auch mit der Stammeskasse ging alles nur \u00fcber drei Ecken. Dabei war die Zeit war knapp. Die Anmeldung konnte dann erst auf dem Lager abgeschlossen werden und es gab dann erstmal keine Halal-Verpflegung. Wir mussten erstmal selber einkaufen.<\/p>\n<p>Auch die Programmanmeldung auf dem Lager war extrem aufwendig. F\u00fcr die Onlineanmeldung waren wir leider zu sp\u00e4t. Ich musste jeden einzelnen Workshop erkl\u00e4ren, das ging oft nur mithilfe von YouTube und Bildern. Das machen wir auf der Arbeit auch oft so. N\u00e4chstes Mal lerne ich vorher Farsi, Paschto und Arabisch, eventuell auch Mandinka, Wolof und Fula.<\/p>\n<p>Aufwendig gestaltet sich auch die Abrechnung. Sowohl der Stamm als auch der rdp brauchen die Originalbelege.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was sind deine Empfehlungen aus der Erfahrung auf dem Bundeslager? <\/strong><\/p>\n<p>In Bezug auf den Anmeldeprozess w\u00e4re eine Idee f\u00fcr Gro\u00dflager Kontingentspl\u00e4tze f\u00fcr Jugendliche aus benachteiligten Milieus zu schaffen. F\u00fcr diese k\u00f6nnten bereits finanzielle Mittel (gef\u00f6rdert zum Beispiel durch den rdp) bereitstehen, so dass diese nicht von jeder Gruppe einzeln beantragt und verwaltet werden m\u00fcssen. Solche Pl\u00e4tze ausschlie\u00dflich f\u00fcr Gefl\u00fcchtete zu schaffen ist meines Erachtens nicht ausreichend. Die Gefl\u00fcchteten der Jahre 2015 und 2016 werden in den n\u00e4chsten Jahren immer seltener in Gro\u00dfunterk\u00fcnften untergebracht sein, so dass die Lebenswelten von Gefl\u00fcchteten und Nicht-Gefl\u00fcchteten in schwierigen Lebenslagen zusehends verschwimmen. Unterst\u00fctzung bed\u00fcrfen sie jedoch weiterhin.<\/p>\n<p>In Hinblick darauf stellt sich dann auch die Frage nach mehrsprachigen Anmeldeinformationen.<\/p>\n<p>Die Programmdarstellung, sollte mit Bildern oder Videos unterst\u00fctzt werden. Alle buchbaren Programmangebote wurden ausschlie\u00dflich in geschriebener Bildungssprache vorgestellt. Die Angebote waren teils so speziell, dass sie nicht ohne Weiteres mit einfachen Worten erkl\u00e4rt werden konnten. Oft helfen nur Google und YouTube, um deutlich zu machen, worum es sich handelt. Auch dies ist meines Erachtens ein Thema, dass \u00fcber den Rahmen Gefl\u00fcchtete hinausgeht. Unz\u00e4hlige Studien weisen darauf hin, dass ein gro\u00dfer Anteil von Kindern und Jugendlichen den Inhalt auch einfacher Texte (z.B. Schulbuchtexte) nicht erfasst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Jungs haben zus\u00e4tzlich ge\u00e4u\u00dfert, dass alles noch besser gewesen w\u00e4re, h\u00e4tten sie gute Freunde dabeigehabt, dann w\u00e4ren die Abende nicht so langweilig gewesen. Es sind zwar alle nett, aber manchmal fehlt einfach jemand, mit dem man sich richtig in seiner Sprache unterhalten kann. Sollte ich so etwas noch einmal machen, w\u00fcrde ich besser kommunizieren, dass auch so etwas geht und nicht nur Jungs mitk\u00f6nnen, die bei unserem Tr\u00e4ger untergebracht sind. Einige haben Freunde, die schon eine Ausbildung begonnen haben oder schon richtig mit ihren Familien in eigenen Wohnung untergebracht sind.\u00a0 Mehr Geld haben die Jugendlichen und Familien in der Regel aber auch nicht zur Verf\u00fcgung. Gerade f\u00fcr solche F\u00e4lle kann es wieder sinnvoll sein auch \u00fcber die F\u00f6rderkriterien nachzudenken und es so zu organisieren, dass Menschen mitk\u00f6nnen, die schon l\u00e4nger in Deutschland sind.<\/p>\n<p>Vieles davon ist leider nicht einfach so umzusetzen und bedeutet einen gewissen Ressourceneinsatz. Ich glaube aber das w\u00e4re es Wert. Dazu sollte sich der Verband dann allerdings bewusst entscheiden.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"KKP8O4HFcR\"><p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/bundeslager\/ist-der-vcp-offen-fuer-alle\/\">Ist der VCP offen f\u00fcr alle?<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Ist der VCP offen f\u00fcr alle?&#8220; &#8212; VCP-Blog\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/bundeslager\/ist-der-vcp-offen-fuer-alle\/embed\/#?secret=IXTqKps2G4#?secret=KKP8O4HFcR\" data-secret=\"KKP8O4HFcR\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer kleinen Blog-Reihe gehen wir auf die von der Bundesversammlung 2016 beschlossenen Handlungsfelder ein und stellen Menschen, Projekte und Ideen vor, die dazu passen.\u00a0 2026 wird der VCP in der \u00d6ffentlichkeit durch sein Wirken als tolerant, modern und aufgeschlossen wahrgenommen. 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