{"id":4437,"date":"2016-04-05T10:30:03","date_gmt":"2016-04-05T08:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=4437"},"modified":"2016-04-05T09:39:17","modified_gmt":"2016-04-05T07:39:17","slug":"%ef%bb%bfvon-diemelstadt-nach-setrawa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/aus-dem-verband\/%ef%bb%bfvon-diemelstadt-nach-setrawa\/","title":{"rendered":"\ufeffVon Diemelstadt nach Setrawa"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_IMG_1306.jpg\" rel=\"attachment wp-att-4432\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4432 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_IMG_1306-300x225.jpg\" alt=\"anna_lena_neunteufel_IMG_1306\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_IMG_1306-300x225.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_IMG_1306-768x576.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_IMG_1306-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_IMG_1306.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><br \/>\nAnna-Lena Neunteufel kommt aus Trendelburg, im \u201eDreil\u00e4ndereck\u201c zwischen (S\u00fcd)Niedersachsen, (Nord)hessen und dem \u00f6stlichen Nordrhein-Westfalen. Dort ist sie im Stamm Diemelf\u00fcchse zuhause. Zurzeit lebt sie in Indien, in einem kleinen Dorf namens Setrawa in der W\u00fcste im Bundesstaat Rajasthan, nahe der Stadt Jodhpur.<br \/>\nHier berichtet sie, was sie dort macht, wie sie dahin gekommen ist und wie ihr Alltag aussieht.<\/p>\n<p>Ich bin im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes \u00fcber das Deutsche Rote Kreuz hier her gekommen und arbeite nun f\u00fcr die NGO (Nichtregierungsorganisation) \u201eSambhali Trust\u201c, deren Hauptziel es ist, benachteiligte Frauen zu unterrichten und ihnen so eine bessere Zukunft zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ich lebe hier in einer Gastfamilie, mit zwei Gastschwestern, zwei Gastbr\u00fcdern und unseren Gasteltern. Die ganze Familie v\u00e4terlicherseits lebt in der Nachbarschaft, weshalb Cousinen, Tanten und Onkel ein und ausgehen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-4437 gallery-columns-4 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_wueste.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_wueste-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_wueste-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_wueste-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_unterricht_PICT0402.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_unterricht_PICT0402-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_unterricht_PICT0402-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_unterricht_PICT0402-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Anna_lena_neunteufel_PICT0091.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Anna_lena_neunteufel_PICT0091-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Anna_lena_neunteufel_PICT0091-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/Anna_lena_neunteufel_PICT0091-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_kinder_PICT0117.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_kinder_PICT0117-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_kinder_PICT0117-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/anna_lena_neunteufel_kinder_PICT0117-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<h2>Morgens in der W\u00fcste joggen\u2026<\/h2>\n<p>Meistens wache ich morgens um 6.30 Uhr auf dem Dach auf. Ja, ich schlafe auf dem Dach. Dann da die Temperaturen tags\u00fcber noch \u00fcber 40 Grad sind, h\u00e4lt man es da gut aus und es ist sch\u00f6n, unter dem einzigartigen Sternenhimmel einzuschlafen.<br \/>\nDie frische Morgenk\u00fchle nutze ich f\u00fcr ein paar Gymnastik\u00fcbungen auf dem Dach oder gehe auch mal in die W\u00fcste joggen. Dabei begegne ich K\u00fchen, Kamelen, Pfauen, Antilopen und anderen W\u00fcstenbewohnern.<br \/>\nIm Anschluss genie\u00dfe ich einen leckeren Chai, der von meiner Gastschwester Rakhi zubereitet wird. Das ist schwarzer Tee mit Gew\u00fcrzen, viel Zucker und Milch. Und dann beginnt die Hausarbeit: Zuerst wasche ich mein Outfit vom Vortag. \u00dcbrigens trage ich hier nur indische Klamotten, bestehend aus Kurta, das ist ein langes Oberteil, eine Stoffhose oder Leggins und einen Dupatta, ein d\u00fcnner Schal, den man sich \u00fcber die Schultern legt.<\/p>\n<p>Nach der Handw\u00e4sche f\u00fclle ich den Wasserfilter auf, fege das Zimmer und helfe der Familie bei der Hausarbeit, z.B. sch\u00e4le ich die Knoblauchzehen.<\/p>\n<p>Bis elf Uhr hab ich Zeit. Da bereite ich den Unterricht vor, lese oder lerne Hindi.<br \/>\nUm 11 Uhr gehe ich zum Fr\u00fchst\u00fcck \/ Mittagessen. Dieses genau wie das Abendessen bestehen aus einem Gem\u00fcse wie z.B. Bohnen, Blumenkohl, Okraschoten oder Kartoffeln, mit viel Knoblauch und \u00d6l zubereitet. Dazu gibt es entweder eine Linsensuppe, eine Milchsuppe mit Zwiebeln oder ein fl\u00fcssiges Curry. Diese wird aber nicht einfach gel\u00f6ffelt, sondern mit Chapattis gegessen. Dies sind kleine runde Teigfladen aus Weizenmehl. Einen Tag ohne Chapattis k\u00f6nnte sich ein Inder in dieser Region nicht vorstellen.<br \/>\nIch habe mich mittlerweile schon sehr daran gew\u00f6hnt, mit den H\u00e4nden zu essen und esse wie eine echte Inderin. Gut ges\u00e4ttigt geht es dann in die naheliegende staatliche M\u00e4dchenschule, wo ich eine Stunde lang eine siebte Klasse unterrichte.<\/p>\n<h2>Die M\u00e4dchen lernen gerne Neues<\/h2>\n<p>Der Unterricht macht gro\u00dfen Spa\u00df, da es nur eine kleine Gruppe von acht M\u00e4dchen ist, die wirklich Freude daran haben, neue Sachen zu lernen. Bis jetzt habe ich ihnen Dinge wie Uhrzeit und Datum beigebracht. Ich versuche auch, ihnen m\u00f6glichst lebensnahe Dinge beizubringen, die ihnen im Alltag und in der Zukunft helfen. Nat\u00fcrlich kommt die englische Grammatik nicht zu kurz.<\/p>\n<p>Nach der M\u00e4dchenschule habe ich eine kurze Entspannungspause und um 14.15 Uhr marschiere ich dann w\u00e4hrend der Mittagshitze 10 Minuten zu einer privaten Schule, wo ich an der Tafel vor 34 pubertierenden Jungs stehe und ihnen nach ihrem Schultag noch zus\u00e4tzlichen Englischunterricht gebe.<\/p>\n<h2>Die Jungen sind neugierig\u2026<\/h2>\n<p>Zum Gl\u00fcck sind die Jungs sehr diszipliniert und ich kann normalen Unterricht halten. Gr\u00f6\u00dftenteils wiederhole und vertiefe ich mit ihnen die Grammatik, die sie schon einmal im Unterricht hatten, die aber noch nicht gut sitzt. Die Jungs sind sehr an Deutschland und der Welt interessiert und stellen mir immer wieder Fragen \u00fcber unsere Politik oder unsere Landschaft. Es macht mir viel Spa\u00df, mich mit ihnen dar\u00fcber zu unterhalten und ihnen von zu Hause zu berichten.<\/p>\n<p>Direkt im Anschluss gehe ich dann in die Einrichtung von unserer NGO Sambhali Trust und unterrichte mit den drei anderen Freiwilligen, und drei indischen Lehrerinnen eine Gruppe von 40 Kindern. Sie sind in vier Klassen eingeteilt und ich unterrichte die Anf\u00e4nger.<\/p>\n<h2>Montags werden die Haare gemeinsam gewaschen<\/h2>\n<p>Zuallererst beten und singen wir zusammen. Danach putzen wir gemeinsam die Z\u00e4hne und waschen Arme, Beine und Gesicht. Jeden Montag waschen wir zus\u00e4tzlich die Haare und untersuchen sie auf L\u00e4use. Zum Gl\u00fcck entdecken wir selten welche und der Gro\u00dfteil der Kinder ist auch gepflegt. Trotzdem f\u00fchren wir die Hygieneschulung weiterhin durch, damit die Kinder sehen, wie wichtig das ist. Vor allem, wie wichtig es ist, saubere Z\u00e4hne zu haben und \u201eKarius und Baktus\u201c fernzuhalten.<\/p>\n<p>Mit meiner Klasse \u00fcbe ich meist das Alphabet. Wenn sie das gut beherrschen und verstehen, d\u00fcrfen sie in die n\u00e4chsth\u00f6here Klasse wechseln. Es ist schwierig, dieses eine Unterrichtsthema abwechslungsreich zu gestalten. Wir haben schon ein riesiges Memory gebastelt mit Gro\u00df- und Kleinbuchstaben und der ABC-Song wird jede Stunde mit Eifer gesungen.<\/p>\n<h2>Workshops halten die Kinder am Ball<\/h2>\n<p>Jeden Samstag ist Workshoptag. Da k\u00f6nnen wir Freiwilligen unserer Kreativit\u00e4t freien Lauf lassen. Wir hatten bereits Workshops zum Kartoffeldruck, zu Pflanzen, da haben wir Kresse ges\u00e4t und einen Percussion-Workshop. So etwas Besonderes macht den Kindern immer sehr viel Spa\u00df und sie bleiben dadurch am Ball, auch jeden Tag wieder zum Lernen zu kommen.<br \/>\nEin weiteres Lockmittel sind die Kekse, die nach jeder Stunde ausgeteilt werden, auch wenn dadurch das Z\u00e4hneputzen teilweise wieder hinf\u00e4llig ist.<\/p>\n<p>Auch wenn mein Arbeitstag nur 3 \u00bd Stunden hat, gehe ich ersch\u00f6pft nach Hause und schaue ab und zu noch am Tempel vorbei. Dort herrscht immer eine beruhigende Abendstimmung.<\/p>\n<p>So lange es noch hell ist, \u00fcbe ich auf dem Dach Gitarre oder gehe noch kurz auf den Markt, um mir Obst zu kaufen.<br \/>\nAbends um halb Acht gibt es Abendessen und danach liege ich schon fast auf meiner Matratze auf dem Dach und genie\u00dfe den Sternenhimmel.<\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=&#8220;26.251975,73.027204&#8243; zoom=&#8220;7&#8243; width=&#8220;100%&#8220; height=&#8220;450&#8243; ]<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anna-Lena Neunteufel kommt aus Trendelburg, im \u201eDreil\u00e4ndereck\u201c zwischen (S\u00fcd)Niedersachsen, (Nord)hessen und dem \u00f6stlichen Nordrhein-Westfalen. Dort ist sie im Stamm Diemelf\u00fcchse zuhause. Zurzeit lebt sie in Indien, in einem kleinen Dorf namens Setrawa in der W\u00fcste im Bundesstaat Rajasthan, nahe der Stadt Jodhpur. 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