{"id":4314,"date":"2016-03-29T09:07:05","date_gmt":"2016-03-29T07:07:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=4314"},"modified":"2016-03-29T09:20:34","modified_gmt":"2016-03-29T07:20:34","slug":"%ef%bb%bfwir-wollten-ihnen-den-weg-etwas-ertraeglicher-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/aus-dem-verband\/%ef%bb%bfwir-wollten-ihnen-den-weg-etwas-ertraeglicher-machen\/","title":{"rendered":"\ufeffWir wollten ihnen den Weg etwas ertr\u00e4glicher machen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppenbild_DSC_0112.jpg\" rel=\"attachment wp-att-4311\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-4311\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppenbild_DSC_0112-300x200.jpg\" alt=\"NGZ_gruppenbild_DSC_0112\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppenbild_DSC_0112-300x200.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppenbild_DSC_0112-768x512.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppenbild_DSC_0112.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Viele VCPerinnen und VCPer engagieren sich f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen. Philipp Marx und Sophia Poremski vom Stamm Nikolaus Graf von Zinzendorf fuhren in ein Fl\u00fcchtlingscamp im slowenischen Grenzgebiet. Mit dabei: waren Sophia Poremski, 20, Kinderkrankenschwester, Sindy Nguyen, 18, Annika Schwarz, 16 und Philipp Marx, 17, sie besuchen das Max-Planck-Gymnasium. Nicht zu vergessen: Bernd Schwarz, Vater von Annika.<br \/>\nPhilipp berichtet anp von seinen Erfahrungen vor Ort.<\/p>\n<h2>anp: Wie seid ihr dazu gekommen, zum Fl\u00fcchtlingscamp zu fahren und dort zu helfen?<\/h2>\n<p><strong>Philipp:<\/strong> Sophia und ich haben uns zun\u00e4chst \u00fcberlegt, mit unserem Stamm Fl\u00fcchtlingsarbeit in Ludwigshafen zu machen und haben einen Spielenachmittag im Fl\u00fcchtlingsheim \u201cRampenweg\u201c organisiert. W\u00e4hrend wir das organisiert haben, trafen wir auf Dolly el-Ghabour, die schon mehrere Konvois in Richtung Balkan vorbereitet hat. Sie hat uns erkl\u00e4rt, was alles zu machen ist und so haben wir hektisch angefangen, bei uns an der Schule und im Pfadistamm sowie in der Gemeinde Kleider- und Geldspenden zu sammeln.<\/p>\n<h2>anp: Der Aufwand, dorthin zu fahren ist ja deutlich gr\u00f6\u00dfer als vor Ort zu helfen\u2026 Warum habt ihr das auf euch genommen?<\/h2>\n<p><strong>Philipp:<\/strong> Es ist wichtig, den Fl\u00fcchtlingen hier zu helfen, aber sie m\u00fcssen ja erst einmal hier herkommen. Unterwegs erfahren sie so viel Leid, Elend und Ablehnung. Nasse Schuhe, keine warme Kleidung, nicht genug zu essen und \u2013 wie geht es den Kindern? Wir wollten ihnen diesen Weg etwas ertr\u00e4glicher machen.<\/p>\n<h2>anp: Erz\u00e4hl doch mal von der Fahrt\u2026<\/h2>\n<p><strong>Philipp:<\/strong> Wir waren vom 02.01. bis zum 08.01. in Dobova (Obrezje) an der slowenischen Grenze zu Kroatien. Die ersten vier N\u00e4chte waren wir in einem Hostel in der kroatischen Hauptstadt Zagreb untergebracht, sp\u00e4ter haben wir in einem Hostel in Breschize (Slowenien) geschlafen. Dann haben wir das Fl\u00fcchtlingscamp besucht.<\/p>\n<h2>anp: Wie sah eure Arbeit im Camp aus?<\/h2>\n<p><strong>Philipp:<\/strong> An jedem der f\u00fcnf Tage dort hatten wir 8-Stunden-Schichten, die ersten zwei von 7.00 bis 15.00 Uhr und die drei letzten von 15.00 bis 23.00 Uhr. Am ersten Tag haben wir alle Kleiderspenden abgeliefert. An den restlichen Tagen haben wir von den Spendengeldern das eingekauft, was am dringendsten gebraucht wurde, d.h. warme, wasserfeste Herrenschuhe, Handschuhe, Babyflaschen, Schokoriegel.<br \/>\nVor Ort waren drei gro\u00dfe wei\u00dfe Zelte mit leichter Beheizung und Holzfu\u00dfboden aufgebaut. In die passten jeweils rund 1000 Menschen. Die Zust\u00e4nde waren menschenunw\u00fcrdig, alles klebt, alles stinkt und es zieht aus allen Richtungen. Die Fl\u00fcchtlinge kamen mit Z\u00fcgen an den HBF und von dort aus per Bus zum Camp. Dort bekamen sie ein kleines Lunchpaket, wurden in einem Zelt gesammelt, registriert und dann auf die beiden anderen Zelte aufgeteilt. Nach vier bis sechs Stunden wurden sie wieder mit Bussen abgeholt und sie fuhren weiter nach \u00d6sterreich oder wieder zur\u00fcck nach Kroatien.<br \/>\nAuf dem ganzen Weg haben sie keine Freiheit. \u00fcberall steht Polizei und Milit\u00e4r. Deshalb waren wir f\u00fcr sie als freiwillige Helfer die einzigen Ansprechpartner, mit denen sie normal reden konnten, bei denen sie keine Angst haben mussten, vielleicht was Falsches zu sagen. Wir haben ihnen Essen und Klamotten gegeben, sie zum \u00c4rztezelt begleitet und ihre Fragen beantwortet. Sie waren immer sehr freundlich, herzlich und dankbar, obwohl sie so gepr\u00e4gt von den Erlebnissen ihrer Flucht waren\u2026 Ich durfte sogar ein kleines Baby tragen, als die Mutter ganz ersch\u00f6pft zum Arzt musste.<br \/>\nAu\u00dferdem mussten wir die Zelte immer komplett reinigen, die Decken zusammenlegen (es gab keine Liegen) und Dinge von A nach B tragen.<\/p>\n<h2>anp: Wie wurde euer Hilfsdienst organsiert?<\/h2>\n<p><strong>Philipp:\u00a0<\/strong>Wir waren bei der slowenischen Organisation \u201cSlowenska Philantopia\u201c angemeldet. Von dieser Organisation waren in jeder Schicht insgesamt 10 Freiwillige in jeder Schicht da. Die meisten aus Slowenien und Kroatien, aber auch aus Belgien, den Niederlanden, den USA und \u00d6sterreich. Jedes Mal hat uns ein Koordinator gesagt, was zu machen ist. Es war aber alles sehr locker, alle waren freundlich und viele waren \u00fcberrascht davon, dass wir so einen weiten Weg auf und genommen und alles selbst geplant und uns das getraut haben. Andere kamen, weil sie ihre Familie besuchen oder in der N\u00e4he arbeiteten. Alle haben sich f\u00fcr unsere Geschichte interessiert und ein Amerikaner, mit dem ich heute noch Kontakt habe, hat sich vorgenommen, dasselbe in seiner Heimat New York zu machen. Seine Eltern kamen aus Slowenien. Auch das Milit\u00e4r und die zum Teil ausl\u00e4ndische Polizei waren zumindest zu uns freundlich und hilfsbereit. Wir konnten jederzeit in ein warmes Zelt vom Roten Kreuz gehen, dort essen, uns aufw\u00e4rmen und Energie tanken.<br \/>\nAm Schluss habe ich die restlichen 150\u20ac (von insgesamt ca. 1600 \u20ac) Spenden in der Hauptzentrale von \u201cSlowenska Philantopia in der Hauptstadt Ljublijana pers\u00f6nlich \u00fcberreicht.<\/p>\n<h2>anp: Und wie geht es euch jetzt damit?<\/h2>\n<p><strong>Philipp:<\/strong> Zusammenfassend war die ganze Reise zwar k\u00f6rperlich sehr anstrengend, aber eben auch sehr erf\u00fcllend. Wir haben gesehen, dass das, was wir machten etwas Gutes war und es auch ankam. Das Lachen von fremden Kindern und Erwachsenen zu sehen, war wirklich unbeschreiblich.<br \/>\nDas Fl\u00fcchtlingscamp wurde von vielen deutschen Online-Medien oft hart angegangen. Ich finde zu Unrecht&#8230; Es fehlt einfach an Geld. Der Staat versorgt das Camp kaum, aber die sehr hart arbeitenden Engagierten k\u00f6nnen nichts daf\u00fcr, sie geben ihr Bestes. Aber nat\u00fcrlich werden sie durch diese Kritik in Mitleidenschaft gezogen.<\/p>\n<h2>anp: Philipp, w\u00fcrdest du bzw. w\u00fcrdet ihr das wieder machen?<\/h2>\n<p><strong>Philipp:<\/strong> Auf jeden Fall! Zwar nicht in n\u00e4chster Zeit, aber vielleicht wieder Ende des Jahres! Je nachdem, wie die Situation dann aussieht&#8230; \ud83d\ude42<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-4314 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/ngz_gruppe_dsc_0100\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppe_DSC_0100-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppe_DSC_0100-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_gruppe_DSC_0100-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/ngz_halle_dsc_0072\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_halle_DSC_0072-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_halle_DSC_0072-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_halle_DSC_0072-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/ngz_schuheinkauf_img_12061\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_schuheinkauf_IMG_12061-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_schuheinkauf_IMG_12061-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/NGZ_schuheinkauf_IMG_12061-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<div style=\"width: 480px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-4314-1\" width=\"480\" height=\"270\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/833794.m.mp4?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/833794.m.mp4\">https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/833794.m.mp4<\/a><\/video><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele VCPerinnen und VCPer engagieren sich f\u00fcr gefl\u00fcchtete Menschen. 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