{"id":37228,"date":"2024-10-23T16:14:41","date_gmt":"2024-10-23T14:14:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=37228"},"modified":"2024-10-23T16:16:05","modified_gmt":"2024-10-23T14:16:05","slug":"wie-wind-und-weite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/wie-wind-und-weite\/","title":{"rendered":"&#8230;wie Wind und Weite&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gedanken zum Lied &#8222;Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer&#8220; und zu Psalm 31<\/h2>\n\n\n\n<p><em>von Andreas Witt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Gras, Ufer, Wind und Weite: Das Lied \u201eHerr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer\u201c entf\u00fchrt in die Natur \u2013 und vergleicht Gottes Liebe mit der Weite und Unendlichkeit des Meeres. Ein Strandspaziergang, bei dem der frische Wind um die Nase weht, befreit. Beim Blick \u00fcber das sich im Wind sanft wiegende Gras am Ufer auf das weite Meer hinaus sind die Gedanken frei. Frei zum Abschweifen und Tr\u00e4umen! Frei, um die Sch\u00f6nheit der Natur wahrzunehmen und sich als Teil von Gottes Sch\u00f6pfung zu f\u00fchlen. Manche Menschen sagen, dass sie sich in der Natur Gott ganz nahe f\u00fchlen. Spirituelle Naturerfahrungen, die uns Pfadis wohl vertraut sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Lied \u201eHerr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer\u201c stammt aus Schweden. Der Liedtext malt ein Bild einer schwedischen Sch\u00e4renlandschaft als Gleichnis f\u00fcr die allumfassende Liebe Gottes und kleidet dabei die spirituellen Naturerfahrungen in Worte. So hei\u00dft es im Titel gebenden Refrain, dass Gottes Liebe \u201ewie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus\u201c sei. Doch wie passt das heimelige \u201eZuhaus\u201c in dieses Bild von Meer und Weite? Ist dies nicht ein Widerspruch bzw. Gegensatz? Wie passen \u201eWeite\u201c und \u201eZuhaus\u201c zusammen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verstehe diesen Gedanken so: Gott schenkt uns Menschen in seiner allumfassenden, weiten Liebe eine gro\u00dfe Freiheit. Im Lied hei\u00dft es in der 1. Strophe: \u201eFrei sind wir da zu wohnen und zu gehen. Frei sind wir ja zu sagen oder nein.\u201c Auch in der 2. Strophe geht es um die Freiheit: \u201eWir wollen Freiheit, um uns selbst zu finden, Freiheit aus der man etwas machen kann, Freiheit, die auch noch offen ist f\u00fcr Tr\u00e4ume \u2026\u201c Mich erinnern diese Textzeilen an das Psalmwort: \u201eDu stellst meine F\u00fc\u00dfe auf<br>weiten Raum\u201c (Psalm 31.9).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie wird diese Weite und Freiheit zu einem Zuhaus? Und wie gehen wir Menschen mit der Freiheit und Weite um? In der 3. Strophe hei\u00dft es: \u201eUnd dennoch sind das Mauern zwischen Menschen, und nur durch Gitter sehen wir uns an. Unser versklavtes Ich ist ein Gef\u00e4ngnis und ist gebaut aus Steinen unsrer Angst.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Psalm 31 ist vom Gefangensein in der eigenen Angst die Rede. Hier hei\u00dft es (Psalm 31.10-11): \u201eHerr sei mir gn\u00e4dig, denn mir ist Angst! Mein Auge ist tr\u00fcbe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Doch etwas sp\u00e4ter formuliert der Psalmbeter voller Hoffnung: \u201eIch aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden! (\u2026) Lass leuchten dein Antlitz \u00fcber deinen Knecht; hilf mir durch deine G\u00fcte! (\u2026) Wie gro\u00df ist deine G\u00fcte, Herr, die du bewahrt hast denen, die dich f\u00fcrchten, und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen!\u201c (Psalm 31, 15-16a, 17 und 20).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vertrauen auf Gott f\u00fchlt der Psalmbeter sich erl\u00f6st und in der gn\u00e4digen Liebe Gottes geborgen. Im Lied \u201eHerr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer\u201c hei\u00dft es in der 4. Strophe: \u201eHerr, du bist Richter! Du nur kannst befreien, wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit da.\u201c Und genau diese von Gott uns zu gesprochene Freiheit ist dann wie ein Zuhaus. Denn im Vertrauen auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes d\u00fcrfen wir Menschen \u2013 in all unsrer Freiheit \u2013 uns von Gott geliebt und in dieser g\u00fctigen Liebe geborgen f\u00fchlen. So wie uns am Strand beim Blick \u00fcber die sich im Wind wiegenden Gr\u00e4ser auf die Weite des Meeres eine spirituelle Ergriffenheit \u00fcberkommen kann: Ein Gef\u00fchl von gro\u00dfer Freiheit im Anblick der Weite des Meeres und ein Gef\u00fchl der N\u00e4he, Geborgenheit und Verbundenheit mit Gott als Teil seiner geliebten Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\" start=\"2\">\n<li><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zur Geschichte des Liedes \u201eHerr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer\u201c<\/h3>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:42% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-37235 size-full\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-750x1125.jpg 750w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/DSC08324-1-scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>1965 verfasste Christa Wei\u00df f\u00fcr den Deutschen evangelischen Kirchentag den Text des Liedes \u201eDie ganze Welt hast Du uns \u00fcberlassen\u201c. Ein Lied \u00fcber christliche Freiheit mit einer blues-artigen Melodie von Hans-Rudolf Simoneit. Inspiriert von diesem Lied verfasste der schwedische Pfarrer und Dichter Dieter Anders Frostenson den Liedtext \u201cGuds k\u00e4rlek\u00e4r som stranden och som gr\u00e4set\u201c (= Gottes Liebe ist wie der Strand und das Gras), dervon Lars \u00c5ke Lundberg neu vertont wurde. Das Lied wurde schnell popul\u00e4r und in viele Sprachen \u00fcbersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>1970 \u00fcbersetzte Ernst Hansen aus Schleswig-Holstein das Lied mit den Worten \u201eHerr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer\u201c ins Deutsche.Wegen der Verwendung des Wortes \u201eRasse\u201cin einer Textzeile der 4. Strophe des Liedes empfiehlt die EKD, diese Liedzeile nicht un\u00fcberlegt zu singen. Ernst Hansen hat 1970 den Begriff \u201eRasse\u201c aus dem schwedischen Original \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbrigens findet sich im Gesangbuch nocheine zweite \u00dcbersetzung des schwedischenTextes von Markus Jenny: \u201eWeit wie das Meer ist Gottes gro\u00dfe Liebe\u201c.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zum Lied &#8222;Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer&#8220; und zu Psalm 31 von Andreas Witt Gras, Ufer, Wind und Weite: Das Lied \u201eHerr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer\u201c entf\u00fchrt in die Natur \u2013 und vergleicht Gottes Liebe mit der Weite und Unendlichkeit des Meeres. 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