{"id":3401,"date":"2015-10-19T10:23:30","date_gmt":"2015-10-19T08:23:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=3401"},"modified":"2015-12-03T14:14:46","modified_gmt":"2015-12-03T12:14:46","slug":"pfadfinden-liegt-in-meiner-dna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/pfadfinden-liegt-in-meiner-dna\/","title":{"rendered":"Pfadfinden liegt in meiner DNA"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/LeahKlemm_P1070590.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3433 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/LeahKlemm_P1070590-300x225.jpg\" alt=\"LeahKlemm_P1070590\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/LeahKlemm_P1070590-300x225.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/LeahKlemm_P1070590.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Leah Klemm aus Karlsruhe arbeitet nun f\u00fcr ein Jahr im National Scout Office Western Cape in Kapstadt. Hier erz\u00e4hlt sie, wie es dazu kam. Die Fragen stellte Diane Tempel-Bornett.<\/p>\n<h2>Du hast erz\u00e4hlt, du hast dein erstes Lager mit drei Monaten erlebt&#8230;wie kam es denn dazu?<\/h2>\n<p>Meine Eltern haben sich vor ca 30 Jahren beim Pfadfinden kennen gelernt und einige Zeit sp\u00e4ter in einer Jurtenburg ihre Hochzeit gefeiert. Sie sind beide aktive Mitglieder des VCP und gro\u00dfe Vorbilder f\u00fcr mich. Als ich dann geboren wurde, war es klar, dass ich ein Pfadfinderbaby sein wuerde, Pfadfinden liegt praktisch in meiner DNA. So scheuten meine Eltern auch nicht davor zur\u00fcck, mich mit 3 Monaten auf mein erstes Pfadilager mitzunehmen. Auf manchen Lagern wurde sogar schon spekuliert, ob ich wohl in einer Jurte auf die Welt gekommen bin, was zu meiner gro\u00dfen Erleichterung aber dann doch nicht der Fall ist.<\/p>\n<h2>Dann hast du ja jetzt 18 Jahre Erfahrung mit Pfadfinden. Was ist denn das Besondere am Pfadfinden f\u00fcr dich?<\/h2>\n<p>Das Besondere: das Gef\u00fchl der Gemeinschaft und der Verbundenheit. Ein Teil dieser gro\u00dfen Familie zu sein, macht mich gl\u00fccklich und stolz. Gemeinsam Abenteuer zu erleben und den Alltag zu vergessen, neue Leute kennen zu lernen und die verr\u00fccktesten Dinge zu tun, das ist f\u00fcr mich Pfadfinden. Auch das Internationale finde ich sehr besonders am Pfadfinden. So schlie\u00dft man auf Lagern nicht nur Freundschaften mit Pfadis aus dem eigenen Land, sondern auch aus anderen L\u00e4ndern und Kontinenten, wodurch man neue Kulturen kennen lernt und einen Weitblick f\u00fcr die Welt bekommt. Wir eignen uns durch Pfadfinden die wichtigsten F\u00e4higkeiten an, die man sein Leben lang braucht. Das hei\u00dft nicht nur, dass wir wissen, wie man ein Feuer macht, um sich warm zu halten, sondern auch, dass wir mental auf unsere Zukunft vorbereitet werden und eine innere St\u00e4rke gewinnen.<\/p>\n<h2>Welche besonderen positiven &#8211; aber auch weniger positiven Erlebnisse hattest du bis jetzt?<\/h2>\n<p>Eine positive Erfahrung war die Evakuierung auf dem Bundeslager 2014. 5.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder mussten wegen einer Sturmwarnung den Lagerplatz r\u00e4umen. Reisebusse brachten uns zu Turnhallen, Schulen und andere Unterk\u00fcnften in der N\u00e4he, da wir dort die Nacht verbringen sollten. Trotz der etwas gruseligen Umst\u00e4nde sah man weit und breit nur gut gelaunte Pfadis, die Lieder sangen, Spiele spielten oder friedlich schliefen. Dies beweist den Teamgeist und die emotionale St\u00e4rke von uns Pfadis, auch wenn wir in schwierigen Situationen sind.<br \/>\nNegative Erfahrungen habe ich eigentlich keine, au\u00dfer dass einmal eine Kothe \u00fcber mir einst\u00fcrzte, als ich schlief. Aber diese Geschichte kenne ich nur aus Erz\u00e4hlungen, da ich damals noch ein Baby war.<\/p>\n<h2>Hast du ein besonderes Interesse an S\u00fcdafrika?<\/h2>\n<p>Mein Papa hat schon, als ich klein war, die s\u00fcdafrikanischen Pfadfinder betreut, wenn sie auf unsere Lager kamen und hat mir eines Tages einen Halstuchknoten aus Zebrafell mitgebracht, den ich seitdem stolz an meinem Halstuch trage. Als ich sechs Jahre alt war, hat er mich auf einen Ausflug mit den s\u00fcdafrikanischen Pfadis mitgenommen. Damals konnte ich kein Wort Englisch, doch das machte nichts. Einer von ihnen hat mich einfach an der Hand genommen und ist mit mir voraus marschiert.<\/p>\n<p>Im Sommer 2013 wurde dann vom Land Baden eine Fahrt nach S\u00fcdafrika angeboten und ich wusste sofort, da muss ich mit! So kam es dann auch. Wir sind dreieinhalb Wochen durch dieses wundersch\u00f6ne Land gefahren, haben geholfen, ein Waisenhaus aufzubauen, haben neue Freundschaften geschlossen und eine Menge Abenteuer erlebt. Mit jedem Tag habe ich mich mehr in dieses Land, die Kultur und die Mentalit\u00e4t verliebt, sodass ich mich nach meinem Abitur auf die Suche nach einer Stelle in S\u00fcdafrika machte.<\/p>\n<h2>Was machst du denn genau?<\/h2>\n<p>Ich arbeite hier in Kapstadt im nationalen Pfadfinderb\u00fcro. Wir sind verantwortlich f\u00fcr alles, was in S\u00fcdafrika mit dem Pfadfinden zu tun hat, sei es in unserem Shop \u201eUniformen\u201c zu verkaufen, Zusch\u00fcsse zu beantragen, Lager und Projekte zu organisieren oder \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Jeden Montag arbeite ich im Scout-Shop und die restlichen Tage helfe ich der Webmasterin, neue Homepages f\u00fcr jede Region hier einzurichten oder bereite mein Recycling-Projekt vor. An den Wochenenden gehe als Leiterin ich auf Camps, gehe mit den Seascouts segeln oder unternehme ausnahmsweise mal etwas nicht Pfadfinderisches.<\/p>\n<h2>Welche Erwartungen und W\u00fcnsche hast du an dieses Jahr?<\/h2>\n<p>Ich bin sehr abenteuerlustig, weshalb ich hoffe, dass ich einige verr\u00fcckte Dinge hier erleben werde. Ich hoffe, dass ich mich hier weiterin so wohl f\u00fchle, wie ich es jetzt tue und noch viel mehr nette Menschen kennen lerne, die mir alle Ecken von Kapstadt zeigen. Au\u00dferdem hoffe ich, dass ich einiges lernen werde, was ich meinen Freunden in Deutschland dann beibringen kann.<\/p>\n<h2>Beschreibe doch mal einen Tag an deinem Arbeitsplatz.<\/h2>\n<p>Um 8.30 Uhr beginnt f\u00fcr mich der Arbeitstag mit einem gut gelaunten \u201eMorning\u201c an die Ladys im B\u00fcro und einer Tasse Roibosch-Tee. Danach fahre ich meinen Computer hoch, checke ich meine E-Mails und schaue auf meiner To-do Liste nach, was ich als n\u00e4chstes zu erledigen habe. Ich erledige Telefonate, schreibe Berichte bis zu meiner Mittagspause. Dann setze ich mich vor unserem B\u00fcro in die Sonne, quatsche mit dem Postboten, der jeden Tag vorbeikommt oder mit den Gesch\u00e4ftsleuten von nebenan. Nachdem ich mein Sandwich gegessen habe, gehe ich zur\u00fcck zu meinem Schreibtisch und erledige meine restliche Arbeit, bis um 16.30. Dann habe ich Feierabend.<\/p>\n<h2>Kannst du denn schon sagen, wie sich Pfadfinden in S\u00fcdafrika und in Deutschland voneinander unterscheiden?<\/h2>\n<p>Hier wird unterschieden zwischen Landscout, Seascout und Airscout. Zur Erkennung tragen sie jeweils unterschiedlich farbene \u201eUniformen\u201c, wie sie hier genannt werden. Sie tragen nicht nur, wie wir in Deutschland ein Klufthemd und Halstuch, sondern auch die passende Hose, Kniestr\u00fcmpfe und ein Barrett, sodass ich mich neben ihnen mit meiner VCP-Kluft etwas \u201eunderdressed\u201c f\u00fchle. Ein weiterer Unterschied hinsichtlich der Kleidung sind die vielen \u201eInterest Badges\u201c, sei es f\u00fcr Haustiere, Computer, Blumen&#8230;hier gibt es f\u00fcr alles einen Badge.<\/p>\n<p>Vor zwei Wochen war ich als Jurymitglied auf meinem ersten Suedafrikanischen Scout-Camp, genauer gesagt einem Wettbewerb. Die einzelnen Gruppen bekamen Aufgaben, die sie innerhalb von zwei Tagen bew\u00e4ltigen sollten und wurden f\u00fcr alles bewertet.<br \/>\nDie Gruppe mit den meisten Punkten wurde Sieger. Etwas \u00fcberfordert war ich, als ich bei den ankommenden Gruppen eine Inspektion ihrer Materialien durchf\u00fchren sollte und sich eine Gruppe (kaum j\u00fcnger als ich) pl\u00f6tzlich in eine Reihe aufstellte und vor mir salutierte. Ich muss wohl ziemlich komisch geguckt haben, da mich die Gruppe irritert anschaute, als ich nicht zur\u00fcck salutierte. Auch Rituale wie Paraden waren neu f\u00fcr mich, bei der erst eine Flagge gehisst und dann gebetet wird. Etwas aus der Reihe getanzt bin ich wohl auch dieses Mal, als es hie\u00df \u201eFace the flag\u2018 und ich als einzige von 200 Pfadis mit dem R\u00fccken zur Fahne stand.<\/p>\n<p>Ein weiterer Unterschied ist auch, dass gef\u00fchlt jeder Zweite hier Pfadfinderin oder Pfadfinder ist. Sie sind sehr stolz darauf, Mitglied dieser Bewegung zu sein und tragen ihre Scout Pullover nicht nur zu Pfadfinderaktionen, sondern fast t\u00e4glich. Fuer viele bedeutet das Pfadfinden der Weg aus der Armut, der Kriminalitaet und aus dem Township. Es gibt faszinierende Geschichten von Jugendlichen aus dem Township, die durch Pfadfinden aus der Drogenszene gelangt sind und durch Sponsoren sogar am diesj\u00e4hrigen Jamboree teilnehmen konnten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Suedafrika_Leah_-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3434 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Suedafrika_Leah_-3-300x169.jpg\" alt=\"Suedafrika_Leah_ (3)\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Suedafrika_Leah_-3-300x169.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/Suedafrika_Leah_-3.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>[osm_map lat=&#8220;-30.550362&#8243; lon=&#8220;22.931760&#8243; zoom=&#8220;4&#8243; width=&#8220;600&#8243; height=&#8220;450&#8243; kml_file=&#8220;https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/anp1503suedafrika.kml&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leah Klemm aus Karlsruhe arbeitet nun f\u00fcr ein Jahr im National Scout Office Western Cape in Kapstadt. 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