{"id":32499,"date":"2023-10-23T12:07:07","date_gmt":"2023-10-23T10:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=32499"},"modified":"2024-11-28T15:25:23","modified_gmt":"2024-11-28T14:25:23","slug":"news-aus-dem-vcp-bundesarchiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/news-aus-dem-vcp-bundesarchiv\/","title":{"rendered":"News aus dem VCP-Bundesarchiv"},"content":{"rendered":"\n<p>Ihr Lieben, mit Versp\u00e4tung folgt nun endlich der zweite Teil zur Arbeit im VCP-Bundesarchiv, in dem es um die eigentliche Arbeit im Archiv, also die Archivpraxis gehen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Grunde sorgt ein Archiv daf\u00fcr, dass Dinge m\u00f6glichst lange im bestm\u00f6glichen Zustand \u00fcberdauern und Interessierten zug\u00e4nglich gemacht werden. Das klingt simpel und wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sich eine Routine eingefunden hat, dann kann der Alltag in einem Archiv tats\u00e4chlich auch relativ stressfrei und smooth vonstatten gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Rahmenbedingungen f\u00fcr unser Archiv haben wir erst in den letzten f\u00fcnf Jahren schaffen k\u00f6nnen: ad\u00e4quate R\u00e4umlichkeiten zur Aufbewahrung der Archivalien (den Magazinraum im Kulturbunker) mit einem System aus archivgeeigneten Lagerregalen, Schachteln und H\u00fcllen auf der einen sowie eine Systematik nebst Datenbank zur Verwaltung und Recherche auf der anderen Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>Haupts\u00e4chlich verwahrt das Archiv Papiermaterialien, also schriftliche Unterlagen aus der Arbeit von VCP und den Vorg\u00e4ngerverb\u00e4nden sowie Drucksachen, Zeitschriften, etc. Unterlagen werden themenweise in Archivmappen abgelegt, nachdem Fremdk\u00f6rper wie B\u00fcroklammern, Tackernadeln und Kunststoffh\u00fcllen entfernt wurden. Dann kommen sie zur praktikableren und staubsicheren Aufbewahrung in Archivschachteln. B\u00fccher und Liederb\u00fccher werden einfach ins Regal gestellt, Fotoabz\u00fcge und -negative kommen in Pergaminh\u00fcllen, Abzeichen haupts\u00e4chlich in Kunststoffh\u00fcllen, gerahmte Dias in Pappschachteln und Kluften und andere Kleidungsst\u00fccke werden auf Kleiderb\u00fcgel aufgeh\u00e4ngt oder in gro\u00dfen Schachteln aufbewahrt. Je nach Gr\u00f6\u00dfe werden Objekte ebenfalls in die gleichen Archivschachteln verbracht wie das Schriftgut &#8211; zerkn\u00fclltes Seidenpapier sch\u00fctzt sie dann in der Schachtel. Um Falten und Knicke zu vermeiden werden Fahnen, gro\u00dfe T\u00fccher und Zeltplanen aufgerollt und in ein gro\u00dfes Regal abgelegt, Plakate und Poster werden flach liegend in entsprechend gro\u00dfen Archivmappen aufbewahrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die allermeisten Unterlagen und Objekte k\u00f6nnen wir also in guter Verfassung f\u00fcr die Nachwelt erhalten. Aber es gibt nat\u00fcrlich Ausnahmen. So haben wir analoges Filmmaterial als Depositum im Deutschen Filminstitut in Wiesbaden eingelagert. Dort herrschen klimatische Bedingungen, die wir hier in Kassel nicht erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr seht vielleicht, dass also f\u00fcr fast jedes Teil eine andere, spezifische Aufbewahrung notwendig ist, wobei wir nicht alles perfekt lagern k\u00f6nnen, dazu haben wir nicht die M\u00f6glichkeiten. Aber im Rahmen des Leistbaren sind wir &#8211; auch im Vergleich zu &#8222;richtigen&#8220; Archiven ziemlich gut aufgestellt. Sind die Materialien dann in den Schachteln verschiebt sich der Fokus darauf, die Dinge auch zuk\u00fcnftig zu sch\u00fctzen. Das geschieht durch regelm\u00e4\u00dfige Sichtkontrollen, bei der der Zustand haupts\u00e4chlich besonders fragiler Archivalien \u00fcberpr\u00fcft und auch nach Sch\u00e4dlingen geschaut wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Sch\u00e4dlingsbefall ist n\u00e4mlich ein gro\u00dfes Thema in Archiven und wegen der vielen unterschiedlichen Materialien, die wir hier im Archiv aufbewahren gibt es potentiell auch viele verschiedene Sch\u00e4dling, die sich bei uns wohlf\u00fchlen k\u00f6nnten. Deswegen untersuche ich eingetroffene Materialien sofort nach unerw\u00fcnschten G\u00e4sten und\/oder deren Spuren. Manchmal schaffe ich das nicht sofort und dann kommen die neuen Materialien erst einmal in eine 14t\u00e4gige Quarant\u00e4ne.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Sch\u00e4dlingen gibt es harmlose, wie z. B. Fliegen oder Spinnen, die zwar ihre Eier an Archivalien ablegen, diese ansonsten aber nicht weiter direkt sch\u00e4digen. Ein richtiger Sch\u00e4dling, den ihr vielleicht kennt, ist z. B. die Kleidermotte. Die knabbert gerne an organischen Stoffen und legt auch ihre Eier in den Stoffen ab, die dann als Futter ihrer Larven dienen. Relativ neu hier in Westeuropa ist das Papierfischchen, eine gr\u00f6\u00dfere Verwandte der harmlosen Silberfischchen. Papierfischchen ern\u00e4hren sich von Papier und sind nicht so einfach zu entdecken. Deswegen mache ich die Sichtkontrollen, aber wir stellen auch Fallen mit Lockstoffen auf, um einen Befall zu erkennen. Gl\u00fccklicherweise ist in den vier Jahren, in denen unser Magazinraum im Kulturbunker ist, nur eine einzige Spinne in eine der Fallen getappt. Erhalten habe ich allerdings schon Materialien mit Knabber- und Kotspuren von M\u00e4usen und sogar einmal eine Kiste mit Materialien von einem Dachboden, wo Wespen oder Bienen sich ein neues Zuhause eingerichtet hatten, zum Gl\u00fcck aber schon ausgezogen waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Womit das Archiv aber schon Probleme hatte, war ein Schimmelbefall von Materialien nach einem Wasserschaden. Das war vor meiner Zeit und aktuell gibt es kein Schimmelproblem, aber wir m\u00fcssen das immer im Blick haben und regulieren auch deswegen die Luftfeuchtigkeit im Magazinraum. Ein Schimmelbefall ist nicht lustig, weil die Sporen gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Atemwege sind.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr heute soll das gen\u00fcgen, dann gibt es auch noch einen dritten Teil, zu dem ich hoffentlich etwas fr\u00fcher kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bernd<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr Lieben, mit Versp\u00e4tung folgt nun endlich der zweite Teil zur Arbeit im VCP-Bundesarchiv, in dem es um die eigentliche Arbeit im Archiv, also die Archivpraxis gehen soll. Im Grunde sorgt ein Archiv daf\u00fcr, dass Dinge m\u00f6glichst lange im bestm\u00f6glichen Zustand \u00fcberdauern und Interessierten zug\u00e4nglich gemacht werden. 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