{"id":31229,"date":"2023-06-16T08:17:01","date_gmt":"2023-06-16T06:17:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=31229"},"modified":"2023-06-16T08:41:45","modified_gmt":"2023-06-16T06:41:45","slug":"leserbrief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/auf-neuem-pfad\/leserbrief\/","title":{"rendered":"Zuschrift &#8222;ZIEL ERREICHT! Oder?&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der offene Brief des VCP Bundesrates und der VCP Bundesleitung nach dem BuLa in der anp 03\/2022 spricht vieles an, was auf dem BuLa nicht gut gelaufen ist und wirbt daf\u00fcr, im Verband mutiger zu sein und Dinge auszusprechen und kritisch zu betrachten &#8211; dies m\u00f6chten wir hiermit tun!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viele Dinge, die den Verband aktuell umtreiben: Gendern, welches Liedgut singen, den Verbandsnamen \u00e4ndern, der Umgang auf dem BuLa und ein offener Brief, der alle Wogen gl\u00e4tten soll? Wir haben also einen Plan: Los geht\u2019s?!<\/p>\n\n\n\n<p>Als Erwachsene im VCP besch\u00e4ftigt uns seit geraumer Zeit die Entwicklung des Verbandes dahingehend, m\u00f6glichst \u201ewoke\u201c zu sein, korrekt zu gendern und nach M\u00f6glichkeit alle Diskriminierungen von vornherein auszuschlie\u00dfen! In jeder der letzten Ausgaben der anp finden sich Hinweise und Artikel, wie wichtig und toll gendern ist und ein Satz ohne Sternchen erscheint einem schon beinahe nicht politisch korrekt! Es folgen Aufforderungen sich m\u00f6glichst nach allen Regeln der Kunst in den neuen Mainstream einzuordnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der VCP hat also ein Ziel: Es sollen alle Geschlechter und vermeintlich weniger Wahrgenommene in jedweder Form angesprochen und sichtbar gemacht werden. Nun wissen wir alle, dass der Weg das Ziel ist &#8211; und gerade da geraten wir ins Straucheln! Warum bedarf es zum Erreichen des Zieles einer derartigen Um\u00e4nderung, f\u00fcr unser Gef\u00fchl fast schon Zerst\u00f6rung, unserer Sprache, die weltweit ihresgleichen sucht? Und: Warum m\u00fcssen wir Menschen im Sprachgebrauch auf ihre Sexualit\u00e4t reduzieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind seit nunmehr 30 Jahren Mitglieder des VCP und haben etliche Ver\u00e4nderungen miterlebt. Und seitdem wir denken k\u00f6nnen leben wir eine offene und tolerante Kultur der Integration aller Menschen in unserem Umfeld und haben dazu niemals eine andere Sprache sprechen m\u00fcssen als die, die wir vor ca. 50 Jahren anfingen zu erlernen. Sicherlich ist es richtig, wo es angebracht ist, weibliche Formen in der Sprache oder bei Anreden zu verwenden, Titel zu \u00e4ndern, neutralere Formen zu suchen und nicht leichtfertig mit Sprache umzugehen. Dies darf aber keine Ver\u00e4nderung ins Unbenutzbare bedeuten. Viel mehr bedarf es im Umgang miteinander Offenheit, Toleranz, Verst\u00e4ndnis und Liebe zu den Menschen \u2013 denn damit funktioniert ein Miteinander auf Augenh\u00f6he tadellos! Die Vorkommnisse auf dem BuLa 2022 haben gezeigt: es ist f\u00fcr den VCP noch ein langer Weg bis zum Ziel!<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir unsere Sprache zerst\u00f6ren, traditionelles Liedgut auf eine Art ver\u00e4ndern, dass wir den Liedern und Texten aus ihrer Zeit und Entstehungsgeschichte heraus nicht mehr gerecht werden und bevor wir &nbsp;uns auf m\u00e4nnlich \/weiblich\/ diverse Toiletten verteilen anstatt unisex zu sein, sollten wir uns lieber r\u00fcckbesinnen auf unsere Hausaufgaben. Diese hat der Verband in den Sippen und St\u00e4mmen zu erledigen, um all das, was er sich mit gro\u00dfartigen Worten \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes &#8211; auf die Fahnen geschrieben hat, zun\u00e4chst an der Basis durch aktives Handeln zu best\u00e4tigen und zu untermauern. Keine noch so korrekt gegenderten Artikel oder eine Ver\u00e4nderung des Verbandsnamens bringen den Verband nach vorne, wenn das Handeln der Mitglieder sich nicht darin widerspiegelt!<\/p>\n\n\n\n<p>Und, um es konkret zu sagen: auch wir f\u00fchlen uns diskriminiert. Als Erwachsene im VCP! Etwa ein Drittel unserer Mitglieder ist \u00dc30, zum Teil deutlich \u00e4lter und vermutlich nur noch zu einem eher geringen Prozentsatz aktiv. Aber eben dieses Drittel ist auch Teil des VCP und dort gro\u00dfgeworden. Sie sind oft nur noch unterst\u00fctzendes\/zahlendes Mitglied, oft \u00e4lter\/wei\u00df und m\u00e4nnlich und sollen sich stillschweigend einem Trend beugen, der vermutlich noch nicht einmal bei der H\u00e4lfte aller VCP\u2019ler eine positive Resonanz findet. Die Toleranz, die die J\u00fcngeren eben von jenen \u00e4lteren Mitgliedern selbst erwarten, wird der Gruppe der \u00c4lteren nicht ansatzweise entgegengebracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass viele dieser Themen eine sehr akademische Grundlage haben, die in den immer gleichen Bubbles diskutiert werden und in anderen Kreisen der Bev\u00f6lkerung keine oder nur eine sehr geringe Rolle spielen. Es tut weh, wenn man sich nach 30-40-50 Jahren aktiver Pfadfinderei nur noch als Beitragszahler vorkommt, z.B. alle 4 Jahre mal seinen Urlaub auf dem BuLa opfern darf, um Fachbereiche abzudecken, die sonst zu leer w\u00e4ren oder bei denen man `alte Hasen\u00b4 braucht und ansonsten mundtot gemacht wird, weil man nicht auf der aktuellen Welle mitschwimmen mag. Richtig kritisch und f\u00fcr uns auch gleicherweise sehr belastend wird es dann, wenn einem von j\u00fcngeren F\u00fchrungsverantwortlichen kein Feedback zuteilwird, man teilweise gar nicht mehr angeh\u00f6rt wird oder einem gar nahegelegt wird, den Verband zu verlassen, sofern man mit den Entscheidungen nicht mitkommt oder sich dort nicht mehr wiederfindet. Es f\u00fchlt sich f\u00fcr uns so an, als ob die J\u00fcngeren gro\u00dfz\u00fcgig mit sehr viel moralischer Keule und dem erhobenen Zeigefinger f\u00fcr sich und ihre Ansichten Toleranz einfordern, aber selbst eine ganz erhebliche Altersdiskriminierung an den Tag legen. Dies ist sicherlich gar nicht beabsichtigt, und bleibt von den Akteuren m\u00f6glicherweise auch unbemerkt. Fr\u00fcher trat man nach unten, heute eben nach oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider ist auch die Kritikkultur sehr unterschiedlich geworden. W\u00e4hrend man sich fr\u00fcher harte Wort um die Ohren hauen konnte, werden heute deutliche Worte oder Kritik der \u00c4lteren leider nicht mehr einfach als konstruktiv oder gar berechtigt geh\u00f6rt, sondern als pers\u00f6nlicher und damit unzumutbarer Angriff empfunden. Darauf folgen nicht selten unverz\u00fcglich Ablehnung sowie lautstarker Protest, womit dann letztendlich leider keine gute Diskussion mehr m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Barack Obama erkannte bereits in einem Interview in 2019 mit der New York Times, dass der Aktivismus junger Menschen dazu f\u00fchren kann, andere Menschen an den Pranger zu stellen. Auf diese Weise entstehe eine Schwarz-Wei\u00df-Sicht, der jeglicher Raum f\u00fcr Dialog und Aufkl\u00e4rung fehle. Da alle Menschen jedoch mehr oder weniger Fehler haben, entwickelt sich auch die in Teilen stringente Richtungsvorgabe im VCP zum Problem, wenn wir dies nicht sorgf\u00e4ltig beobachten, diskutieren und verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Es f\u00fchlt sich f\u00fcr uns mitunter so an, als ob im Verband eine Art Cancel-Kultur vorherrscht, in der Menschen, die Dinge anders sehen, die Stimme entzogen wird, um ihnen die Plattform zu entziehen. Damit wird eben auch denen der Raum f\u00fcr einen Austausch und Entwicklung genommen, die sonst Gutes tun. Wir w\u00fcnschen uns einen kritischeren Umgang mit Ver\u00e4nderungen im Verband! Eine junge Bundesleitung ist f\u00fcr einen Jugendverband toll, nur nicht auch gleichzeitig ein Abbild des gesamten VCP. Eine intensivere Wahrnehmung der \u00e4lteren Mitglieder im Verband, die diesen vermutlich in der Vergangenheit auch zu der Gr\u00f6\u00dfe gebracht haben, die er heute hat, erscheint dringend erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Und letztendlich: Bevor der Verbandsname ge\u00e4ndert und einem Teil der Mitglieder ihre pfadfinderische Heimat genommen wird, w\u00e4re auch Folgendes denkbar: Warum nicht in der BV im kommenden Jahr f\u00fcr eine Mitgliederbefragung stimmen, um ein fl\u00e4chendeckendes Meinungsbild zu erhalten. Ein Mehrheitsbeschluss ist doch letztlich f\u00fcr alle gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Lieber Abstimmen als Bauchgef\u00fchl! Vielleicht ist es tats\u00e4chlich einfacher, Unterschiede mit Toleranz anstatt mit Gleichmachen zu \u00fcberwinden! Wir m\u00f6chten Euch und uns alle dazu aufrufen und darum bitten, hier dringend im Gespr\u00e4ch zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind sehr gerne dabei. Plan \u2013 voll!<\/p>\n\n\n\n<p>Marion Hahn, Thorsten hospi Hospodarsch<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-vcp-blog wp-block-embed-vcp-blog\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"4iRnVn3Ty5\"><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/auf-neuem-pfad\/antwort-auf-leserbrief-ziel-erricht-oder\/\">Antwort auf Zuschrift \u201eZIEL ERREICHT! Oder?\u201c<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Antwort auf Zuschrift \u201eZIEL ERREICHT! 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