{"id":30144,"date":"2023-03-29T17:03:11","date_gmt":"2023-03-29T15:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=30144"},"modified":"2023-03-30T07:35:18","modified_gmt":"2023-03-30T05:35:18","slug":"buchrezension-exit-racism-von-tupoka-ogette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/buchrezension-exit-racism-von-tupoka-ogette\/","title":{"rendered":"Buchrezension: Exit Racism von Tupoka Ogette"},"content":{"rendered":"<p>Das Buch Exit Racism von Tupoka Ogette behandelt sehr ausf\u00fchrlich und verst\u00e4ndlich das Thema Rassismus in Deutschland. Sie selbst ist eine Schwarze Frau und Antirassismus-Trainerin. Ihr Ziel ist es, dass sich die Leser*innen intensiv mit dem Thema Rassismus besch\u00e4ftigen und verstehen wie tief der Rassismus in der Gesellschaft verankert ist.<\/p>\n<p>Die Autorin beschreibt den Zustand von Wei\u00dfen Menschen, bevor sie sich mit Rassismus auseinandersetzen, als &#8222;Happyland&#8220;. Im &#8222;Happyland&#8220; gibt es keinen Rassismus bzw. Rassismus hat nichts mit einem selbst zu tun. Dort wohnen nur Wei\u00dfe Menschen und ganz wichtig, die Bewohner*innen von &#8222;Happyland&#8220; sind keine Rassisten. Das Ziel ist der Auszug aus diesem &#8222;Happyland&#8220; und genau daf\u00fcr ist dieses Buch gedacht.<\/p>\n<p>Das Buch ist nicht nur als gebundene Variante erh\u00e4ltlich, sondern auch als H\u00f6rbuch auf den unterschiedlichsten Plattformen, wie z.B. Spotify oder Audible und viele mehr. Ich pers\u00f6nliche finde es sehr angenehm, dass das Buch auch als H\u00f6rbuch und dazu fast ohne Kosten erh\u00e4ltlich ist, da es dadurch f\u00fcr alle einfacher zug\u00e4nglich gemacht wird.<\/p>\n<p>Ich habe mich f\u00fcr das H\u00f6rbuch entschieden. Das H\u00f6rbuch ist so aufgebaut, dass es nach den Kapiteln meistens einen interaktiven Teil gibt. Dieser enth\u00e4lt Erfahrungsberichte, sogenannte &#8222;Logbucheintr\u00e4ge&#8220; von Student*innen, die an einem Anti-Rassismus-Seminar von Tupoka Ogette teilgenommen haben.<\/p>\n<p>Die Autorin erkl\u00e4rt, dass es verschiedene Phasen im Umgang mit Rassismus gibt. Dazu geh\u00f6rt das &#8222;Happyland&#8220;, der Abwehrmechnismus, der Scham, die Schuldgef\u00fchle und die Anerkennung von Rassismus. Der Abwehrmechnismus tritt bei fast allen Menschen auf, die sich mit Rassismus besch\u00e4ftigen. Man selbst ist nicht rassistisch oder von Rassismus betroffen, es ist eine hohe Anschuldigung, wenn man als rassistisch bezeichnet wird, deshalb begeben wir uns direkt in eine Abwehrhaltung, so Tupoka Ogette.<\/p>\n<p>Weiter behandelt die Autorin die Geschichte des Rassismus und seine Grundsteine. Angefangen bei der Sklaverei und der Maafa. Menschen werden zu einer Handelsware gemacht und die Sklaverei in Politik und Gesellschaft verankert, um den eigenen Wohlstand zu sichern.<\/p>\n<p>Das erschreckende ist, dass das nicht in Schulen und im Geschichtsunterricht unterrichtet wird, noch werden die Kinder \u00fcber Rassismus aufgekl\u00e4rt und das ist eines der gr\u00f6\u00dften Probleme. Das hei\u00dft das Bildungssystem ist schuld an der Unwissenheit \u00fcber Rassismus und damit einhergehend die Leugnung von Rassismus. Denn nur weil man nicht \u00fcber Rassismus spricht, es nicht zum Thema macht, hei\u00dft es nicht dass es keinen Rassismus gibt!<\/p>\n<p>Rassismus ist tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und dadurch auch im System und unseren Institutionen und das bringt uns zum Hauptproblem, dem institutionellem Rassismus.<\/p>\n<p>Nach den einzelnen Kapiteln gibt die Autorin immer wieder Hinweise zu weiterf\u00fchrenden Materialien, die auf der Webseite <a href=\"https:\/\/www.exitracism.de\/\">exitracism.de<\/a> zu finden sind. Ich finde diese Materialien sehr hilfreich und gut ausgew\u00e4hlt. Sie erg\u00e4nzen die behandelten Themen und lassen einen noch tiefer in die Materie eintauchen. Die Videos sind kurz, knapp und bringen verst\u00e4ndlich die Problematik von Rassismus r\u00fcber. Es ist auf jeden Fall lohnenswert sich ebenfalls die weiterf\u00fchrenden Materialien anzuschauen oder durchzulesen.<\/p>\n<p>Im Laufe des H\u00f6rbuches wird klar, dass bei rassistischen \u00c4u\u00dferungen oft Intention und Wirkung weit auseinander liegen. Nur weil es nicht rassistisch gemeint war, hei\u00dft es nicht, dass es kein Rassismus ist. Wir m\u00fcssen also ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr bekommen was wir sagen sollten und was nicht und wie es unserem Gegen\u00fcber dadurch vielleicht geht.<\/p>\n<p>Auch ist das Thema White Privileg ein unumg\u00e4ngliches Thema im Zusammenhang mit Rassismus. Wei\u00dfen Menschen ist oft gar nicht bewusst, was f\u00fcr Privilegien sie haben. Es ist vollkommen normal diese Privilegien zu besitzen, daher f\u00e4llt oft nicht auf, dass andere Menschen diese Privilegien nicht besitzen. Als Wei\u00dfer Mensch muss man sich keine Gedanken dar\u00fcber machen, ob man die Wohnung oder den Job aufgrund der eigenen Hautfarbe nicht bekommen hat. Man muss keine Angst haben auf der Stra\u00dfe rassistisch angegangen zu werden, oder mit der Gewissheit leben, dass die eigenen Kinder schon fr\u00fch Rassismus Erfahrungen machen werden.<\/p>\n<p>Es ist schwer gegen Rassismus anzuk\u00e4mpfen, da er so tief verankert ist und man durch Institutionellen Rassismus schon fr\u00fch so erzogen wird. Spiele, die man in der Kita spielt, die rassistische Tendenzen haben, Kinderb\u00fccher, in denen nur Wei\u00dfe Personen vorkommen und Schwarze als Ausnahme oder gar kriminell dargestellt werden.<\/p>\n<p>Die Autorin zeigt dem*der Leser*in einen Perspektivwechsel und erz\u00e4hlt von eigenen Erfahrungen und den von anderen Schwarzen Menschen die tagt\u00e4glich von Rassismus betroffen sind. Das macht es einfacher sich in die Rolle einer Schwarzen Person hineinzuversetzen.<\/p>\n<p>Ich finde die Art und Weise mich mit dem Thema Rassismus auseinanderzusetzen mit Hilfe des Buches Exit Racism empfehlenswert, da man sich zum einen aussuchen kann, ob man das Buch lesen oder \u00fcber die unterschiedlichsten Plattformen h\u00f6ren m\u00f6chte. Der Aufbau des H\u00f6rbuches erm\u00f6glicht es einem sich wirklich mit dem Thema auseinander zu setzen, da man immer wieder interaktive Teile hat, in denen man sich selbst Gedanken zu dem Thema machen kann oder das Gesagte reflektieren kann. Zu dem kommen noch die Erfahrungsberichte der Seminarteilnehmer*innen, die das ganze nochmal auflockern und meiner Meinung nach das Thema Rassismus besser zug\u00e4nglich machen, in dem sie \u00fcber eigene Erfahrungen berichten. Es ist sch\u00f6n die Erfahrungen von anderen Personen im Umgang mit Rassismus zu h\u00f6ren oder ihrem Auszug aus dem &#8222;Happyland&#8220;, da man sich oft in einer sehr \u00e4hnlichen Situation befindet. Wenn man sich noch intensiver mit dem Thema auseinandersetzen m\u00f6chte, gibt es auf der Webseite des Buches noch weiterf\u00fchrende Materialien in Form von kurzen Videos oder Artikeln. Mir hat das sehr zugesagt.<\/p>\n<p>Ihr wollt mehr \u00fcber Rassismus erfahren und euch mit der Problematik auseinandersetzen, dann kann ich euch das Buch Exit Racism w\u00e4rmstens empfehlen.<\/p>\n<p>von: Paula Thum<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch Exit Racism von Tupoka Ogette behandelt sehr ausf\u00fchrlich und verst\u00e4ndlich das Thema Rassismus in Deutschland. Sie selbst ist eine Schwarze Frau und Antirassismus-Trainerin. 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