{"id":26573,"date":"2022-02-20T11:33:52","date_gmt":"2022-02-20T10:33:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=26573"},"modified":"2022-09-30T11:37:56","modified_gmt":"2022-09-30T09:37:56","slug":"dbjr-position-erwartungen-an-das-europaeische-jahr-der-jugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/dbjr-position-erwartungen-an-das-europaeische-jahr-der-jugend\/","title":{"rendered":"DBJR-Position: Erwartungen an das Europ\u00e4ische Jahr der Jugend"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"ce-news--teaser\">Der Vorstand des Bundesjugendrings hat am 18.02.2022 die Position \u201eErwartungen an das Europ\u00e4ische Jahr der Jugend\u201c beschlossen:<\/h3>\n<div class=\"ce-news--bodytext\">\n<p class=\"western\">Das Jahr 2022 wurde von der Europ\u00e4ischen Union zum \u201eEurop\u00e4ischen Jahr der Jugend\u201c ausgerufen. Die Europ\u00e4ische Kommission will zusammen mit dem Europ\u00e4ischen Parlament und den nationalen Regierungen junge Menschen in den Mittelpunkt stellen. Mit dieser besonderen Aufmerksamkeit soll die Solidarit\u00e4t der jungen Generation w\u00e4hrend der Corona-Pandemie gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Bundesjugendring setzt darauf, dass es die EU und ihre Mitgliedstaaten mit dem Europ\u00e4ischen Jahr der Jugend ernst meinen. Das bedeutet vor allem: Junge Menschen in allen Bereichen wirksam beteiligen! Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen im Interesse der Jugend insbesondere die unten stehenden Themenfelder und Prozesse angepackt und von jungen Menschen wirksam mitgestaltet werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Ber\u00fccksichtigen der Interessen der jungen Generation darf dabei nicht auf ein Jahr beschr\u00e4nkt bleiben. Sie muss konstante Aufgabe f\u00fcr politische Entscheidungstr\u00e4ger*innen sein. Die Umsetzung der nationalen Jugendpolitik und die der europ\u00e4ischen Jugendstrategie m\u00fcssen miteinander verbunden werden. Daran arbeitet der Bundesjugendring kontinuierlich als Vertretung von Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Soziale Sicherheit als Voraussetzung zur Beteiligung schaffen<\/h3>\n<p class=\"western\">Junge Menschen m\u00f6chten Politik aktiv mitgestalten. Eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass ihre soziale Sicherheit gew\u00e4hrleistet ist. Die Folgen der Corona-Pandemie haben junge Auszubildende, Studierende und Berufst\u00e4tige besonders stark getroffen. Unter den jungen Menschen ist die Arbeitslosigkeit \u00fcberproportional gestiegen. Daher muss das Instrument der EU-Jugendgarantie wirkungsvoll angewendet werden und die aktive Bek\u00e4mpfung der Kinder- und Jugendarmut Ziel politischer Ma\u00dfnahmen sein. Dar\u00fcber hinaus hat die junge Generation hohe Erwartungen an verbindliche Ma\u00dfnahmen in der Sozial- und Besch\u00e4ftigungspolitik; mit Zielvorgaben, etwa gemeinsame Standards f\u00fcr Arbeitsbedingungen wie die Abschaffung unbezahlter Praktika, eine fl\u00e4chendeckende Mindestausbildungsverg\u00fctung und den erleichterten Zugang zu Bildungsf\u00f6rderung. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen Chancen und Zug\u00e4nge zu guter formaler und non-formaler Bildung gleichberechtigt f\u00fcr alle gelten.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Mentale Gesundheit von jungen Menschen sch\u00fctzen<\/h3>\n<p class=\"western\">Die Zahl junger Menschen, die in ihrer mentalen Gesundheit beeintr\u00e4chtigt sind, steigt seit Jahren besorgniserregend. Psychische Erkrankungen wie Angst- und Essst\u00f6rungen, Depressionen und dissoziale St\u00f6rungen bedeuten eine erhebliche Einschr\u00e4nkung f\u00fcr selbstbestimmtes Aufwachsen und die soziale Teilhabe an unserer Gesellschaft. Deshalb ist die F\u00f6rderung der mentalen Gesundheit von jungen Menschen eine wichtige politische und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Angebote zur Aufkl\u00e4rung, Pr\u00e4vention, Intervention und professionellen Behandlung psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen in Deutschland sind massiv unterentwickelt. Deshalb muss eine gesellschaftliche Debatte mit dem Ziel einer Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen angesto\u00dfen werden. Eine psychische Erkrankung darf zudem nicht zu einer Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt f\u00fchren. Au\u00dferdem ist eine St\u00e4rkung insbesondere von Pr\u00e4ventions-Strukturen sowie eine deutliche Erh\u00f6hung der zur Verf\u00fcgung stehenden Therapiepl\u00e4tze dringend notwendig.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Schutz und F\u00f6rderung von demokratischen Strukturen der jungen Zivilgesellschaft umsetzen<\/h3>\n<p class=\"western\">Die EU muss ein Garant f\u00fcr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa sein. Die junge Generation erwartet einen entschiedenen Einsatz der EU f\u00fcr Frieden, die Wahrung der Menschenrechte und die Praxis eines solidarischen Miteinanders. Allerdings geraten in Europa die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit zunehmend unter Druck. Auch demokratische Jugendverb\u00e4nde sind davon betroffen. Die Handlungsr\u00e4ume f\u00fcr die Zivilgesellschaft d\u00fcrfen nicht schrumpfen. Im Gegenteil: Demokratische und selbstorganisierte R\u00e4ume und Strukturen m\u00fcssen erhalten bleiben, um die wirksame Beteiligung junger Menschen zu gew\u00e4hrleisten. Daf\u00fcr braucht es verl\u00e4ssliche und unabh\u00e4ngige F\u00f6rderung f\u00fcr Kinder- und Jugendverb\u00e4nde als selbstorganisierte Interessenvertretungen junger Menschen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Wirksame Jugendbeteiligung bei politischen Entscheidungen auf europ\u00e4ischer Ebene sichern<\/h3>\n<p class=\"western\">Europ\u00e4ische Politik wird in allen Bereichen f\u00fcr junge Menschen gestaltet. Die Interessen und Forderungen von Jugendlichen m\u00fcssen geh\u00f6rt und einbezogen werden. Das ist im Rahmen des EU-Jugenddialogs, der Konferenz zur Zukunft Europas und im Europ\u00e4ischen Jahr der Jugend wichtig \u2013 und muss zugleich dauerhaft gelten. Junge Menschen m\u00fcssen qualitativ und wirkungsvoll beteiligt, ihre Anliegen ernst genommen und Diskussionen auf Augenh\u00f6he mit den Entscheider*innen der Politik erm\u00f6glicht werden. Dar\u00fcber hinaus sind neue Gesetze auf die Auswirkungen f\u00fcr die junge Generation zu pr\u00fcfen. Dies soll in einem europ\u00e4ischen Jugend-Check verstetigt werden.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Beteiligung durch Wahlaltersenkung st\u00e4rken<\/h3>\n<p class=\"western\">W\u00e4hlen ist das vornehmste Recht aller B\u00fcrger*innen in einer Demokratie. Jungen Menschen unter 18 Jahren dieses Recht abzusprechen, ist ein bedeutender Eingriff in die demokratischen Grundrechte ebendieser jungen Menschen. Das muss gut begr\u00fcndet sein. Aus der Sicht des Bundesjugendrings ist eine Absenkung des Wahlalters ein l\u00e4ngst f\u00e4lliger Schritt, um jungen Menschen ihr demokratisches Mitbestimmungsrecht zu gew\u00e4hren. Deshalb erwarten wir, dass in einem ersten Schritt das aktive Wahlalter f\u00fcr die kommenden Europawahlen auf 16 Jahre gesenkt wird. Perspektivisch sollte das aktive Wahlalter zudem f\u00fcr alle Wahlen in Deutschland in einem ersten Schritt auf 16 Jahre gesenkt werden. Das Wahlrecht sollte dabei nicht vom Erwerb einer deutschen bzw. europ\u00e4ischen Staatsb\u00fcrgerschaft abh\u00e4ngen, sondern muss sich einzig am Lebensmittelpunkt der in Europa lebenden Menschen orientieren.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Ambitionierte Klima- und Nachhaltigkeitspolitik umsetzen<\/h3>\n<p class=\"western\">Europa hat als Kontinent gute Voraussetzungen, die Klimakrise zu bew\u00e4ltigen. Dieser Vorreiterrolle muss die EU in der Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens gerecht werden. Junge Menschen bringen sich stark in die Debatte um Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein. Dabei weisen sie zurecht darauf hin, dass politische Ma\u00dfnahmen mehr als einen \u201egr\u00fcnen Anstrich\u201c ben\u00f6tigen. Es ist richtig, die Greenification \u2013 also die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit \u2013 in einem umfassenden Verst\u00e4ndnis auf europ\u00e4ischer Ebene anzugehen, um einheitliche Regelungen f\u00fcr alle Mitgliedstaaten zu erreichen. Dabei muss auch Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung (BNE) konzeptionell in formeller und informeller Bildung sowie in den EU-Jugendprogrammen integriert werden. Die wirksame Beteiligung junger Menschen an der Klima- und Nachhaltigkeitspolitik muss gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Digitalisierung jugendgerecht gestalten<\/h3>\n<p class=\"western\">Die Bedarfe und Erwartungen junger Menschen als Verbraucher*innen und Produzent*innen m\u00fcssen bei der Regulierung und Weiterentwicklung in allen Bereichen der Digitalisierung aufgenommen werden. Konkret etwa beim Digital Services Act, dem europ\u00e4ischen Gesetz zur Medienfreiheit oder bei der Verordnung zur Regulierung der K\u00fcnstlichen Intelligenz. Zugleich m\u00fcssen bei allen Vorhaben zur Digitalisierung der Bundesregierung und bei der F\u00f6rderung digitaler Jugendarbeit die Interessen junger Menschen eine Rolle spielen: Angebote und Regeln im digitalen und medialen Raum m\u00fcssen die Souver\u00e4nit\u00e4t junger Menschen \u00fcber ihre Daten sichern sowie deren Recht auf Information und Teilhabe aller umsetzen.<\/p>\n<p><em>Beschlossen vom Vorstand am 18.02.2022.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.dbjr.de\/artikel\/erwartungen-an-das-europaeische-jahr-der-jugend\">https:\/\/www.dbjr.de\/artikel\/erwartungen-an-das-europaeische-jahr-der-jugend<\/a>\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vorstand des Bundesjugendrings hat am 18.02.2022 die Position \u201eErwartungen an das Europ\u00e4ische Jahr der Jugend\u201c beschlossen: Das Jahr 2022 wurde von der Europ\u00e4ischen Union zum \u201eEurop\u00e4ischen Jahr der Jugend\u201c ausgerufen. 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