{"id":2545,"date":"2015-06-25T09:24:32","date_gmt":"2015-06-25T07:24:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=2545"},"modified":"2015-07-01T21:48:53","modified_gmt":"2015-07-01T19:48:53","slug":"die-republik-moldawien-ist-ein-land-voller-gegensaetze-auf-dem-weg-in-die-moderne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/die-republik-moldawien-ist-ein-land-voller-gegensaetze-auf-dem-weg-in-die-moderne\/","title":{"rendered":"Die Republik Moldawien ist ein Land voller Gegens\u00e4tze auf dem Weg in die Moderne"},"content":{"rendered":"<h2>Auf der Schwelle zu Europa<\/h2>\n<p><em>Olaf Eybe suchte Pfade in Moldawien und fand viel mehr\u2026<\/em><\/p>\n<p>Was willst du denn in Moldawien? Wo ist das \u00fcberhaupt?\u201c Diese Fragen h\u00f6rte ich h\u00e4ufiger, als ich mich im April auf den Weg in das kleine Land zwischen Rum\u00e4nien und Ukraine machte. Um alle Vorurteile gleich auszur\u00e4umen &#8211; ich habe weder mit dem Frauenhandel noch dubiosen Export-Import-Gesch\u00e4ften zu tun. Gemeinsam mit zwei Freunden wollte ich dieses noch relativ unbekannte Land erkunden. Und die Pfadfinderinnen und Pfadfinder dort kennenlernen.<\/p>\n<p>Im Vorfeld fragte ich in VCP-Kreisen nach Kontakten in Moldawien, aber die meisten vielgereisten VCPler mussten passen. Mit Hilfe sozialer Netzwerke fand ich die dann National Scout Association of Moldova (NSAM) und \u2013 engagierte Ansprechpartner.<\/p>\n<p>Unsere Basis f\u00fcr die Erkundungen des noch landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Armenhaus Europas wurde eine Wohnung in der Hauptstadt Chisinau. Da wir wenig Zeit hatten, aber viel sehen wollten, liehen wir uns einen japanischen Kleinwagen, der einiges auszuhalten hatte. Die Stra\u00dfen abseits der wenigen Hauptstrecken sind h\u00e4ufig eher Sand- oder Schotterpisten und besonders bei Regen eine Herausforderung f\u00fcr verw\u00f6hnte deutsche Autofahrer.<br \/>\nDie Halbmillionenstadt Chisinau \u2013 Moldawien hat insgesamt ca. 3 Mio. Einwohner \u2013 pr\u00e4sentierte sich als quirlige Gro\u00dfstadt, in der haupts\u00e4chlich Banken und Handy-Shops zu sehen waren. Spannend fand ich den riesigen zentralen Basar. Dort gab es fast alles zu kaufen und die Ger\u00fcche und Farben waren einfach \u00fcberw\u00e4ltigend. Allerdings war Fotografieren h\u00e4ufig absolut unerw\u00fcnscht. Sp\u00e4ter erfuhren wir, dass viele Moldawier schlechte Erfahrungen mit Menschen aus dem Westen gemacht haben. \u201eUnser Land wird h\u00e4ufig sehr negativ dargestellt und andere ziehen sich an unserer Armut und unseren Schw\u00e4chen hoch \u201c, erkl\u00e4rte Maria Mursa, die u.a. als \u00dcbersetzerin f\u00fcr verschiedene NGOs arbeitet und uns mit Rat und Tat zur Seite stand.<\/p>\n<h2>Und die Pfadis\u2026<\/h2>\n<p>Und dann stand ein erstes Treffen mit den moldawischen Pfadfinderinnen und Pfadfindern NSAM an. In einem typischen Lokal bei leckeren mit K\u00e4se gef\u00fcllten Teigtaschen und moldawischen Rotwein \u2013 Moldawien hat einen exzellenten Ruf als Weinproduzent \u2013 war das Eis schnell gebrochen. Wir redeten Deutsch, Rum\u00e4nisch, Russisch und Englisch durcheinander. Ich stellte den VCP vor. Vitalie Iacubitchii, Mitglied des National Councel der NSAM, erkl\u00e4rte die Strukturen des moldawischen Verbandes: \u201eDie NSAM wurde nach der Wende Anfang der 1990er Jahre gegr\u00fcndet \u2013 vorher war Moldawien eine Sowjetrepublik \u2013 und hat inzwischen rund 2.400 Mitglieder in sieben Regionen. Jungen und M\u00e4dchen sind in den gleichen Gruppen.\u201c Die inhaltliche Arbeit \u00e4hnelt sehr der des VCP, nur das C hat keine Entsprechung, auch wenn die Mehrheit der Moldawier orthodoxe Christen sind. Im Vordergrund stehen soziale Aktivit\u00e4ten und der Umweltschutz. Hinzu kommen die Schulung von pfadfindertypischen Inhalten und die Verbandsarbeit. \u201eBei uns gibt es vier Altersgruppen, die ihre eigenen Abzeichen haben: Club Scouts (7 \u2013 10 Jahre), Adventurer (11 \u2013 14 Jahre), Explorer (15 \u2013 17 Jahre) und Rover (18 \u2013 21 Jahre) und schlie\u00dflich die Scout Leader, die die Gruppen koordinieren und die nationalen Aktivit\u00e4ten planen\u201c, erg\u00e4nzt Natalia Covalciuc-Zmuncila, die Finanzchefin der NASM.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-2551\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0002-300x239.jpg\" alt=\"anp1502_moldavien_0002\" width=\"300\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0002-300x239.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0002.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Einmal Moldawien kreuz und quer<\/h2>\n<p>Wir wollten aber auch m\u00f6glichst viel \u00fcber das Land erfahren \u2013 der einzige Reisef\u00fchrer \u00fcber Moldawien war nicht sehr hilfreich. Und wir bekamen reichlich Tipps: Highlights waren der Besuch eindrucksvollen Festung in Soroca im Norden Moldawiens an der Grenze zur Ukraine und ein Ausflug zum malerisch gelegenen Kloster in Orheiul Vechi und zu den dortigen H\u00f6hlen. Ein Muss war ein Abstecher in das Gebiet Gagausien (ca. 150.000 meist turkst\u00e4mmige Einwohner), das \u00fcber eine weitgehende Autonomie verf\u00fcgt.<br \/>\nWir fragten auch nach der Sicherheitslage in Transnistrien, das zwischen 1990 und 1992 im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion durch Sezession von Moldawien entstand. Aber die Informationen blieben widerspr\u00fcchlich. Letztlich gaben Hinweise der Pfadfinder den Ausschlag: \u201eDie Lage in dem von russischen ,Friedenstruppen\u2018 bewachtem Staat, der weltweit nicht anerkannt ist und in dem es keine konsularische Betreuung f\u00fcr Bundesb\u00fcrger gibt, ist sicher!\u201c<\/p>\n<h2>Zeitreise nach Transnistrien<\/h2>\n<p>Mit Karte und Navi fuhren wir \u00fcber Nebenstrecken nach Osten. Unvermittelt tauchten kleine Wellblechh\u00fctten und eine Schranke auf: die Grenze! Nach Gespr\u00e4chen mit den russisch sprechenden Beamten erfuhren wir, dass dieser \u00dcbergang nur f\u00fcr den \u201ekleinen Grenzverkehr\u201c nutzbar ist. Touristen \u2013 auch wenn die Grenzer sich nicht vorstellen konnten, dass es so etwas in Moldawien gibt \u2013 Touristen m\u00fcssten einen anderen \u00dcbergang benutzen. Wir folgten den Beschreibungen und nach einer Off-Road-Einlage erreichten wir eine gr\u00f6\u00dfere Stra\u00dfe mehr oder weniger im Niemandsland. Zum Gl\u00fcck waren wir f\u00fcr die Grenztruppen uninteressant und nach rund einst\u00fcndigen Einreiseformalit\u00e4ten, in deren Verlauf wir Einfuhrsteuern f\u00fcr unseren Leihwagen bezahlt hatten, stolze Besitzer einer Vignette wurde, die uns das Benutzen der Stra\u00dfen in Transnistrien erlaubte, wechselten 30 Euro den Besitzer und f\u00fcr uns \u00f6ffnete sich die Schranke. Aber nach rund f\u00fcnf Stunden hatten wir wirklich genug vom grauen Alltag im Schatten von Lenin, russischen Panzern und dem allm\u00e4chtigen Konzern Sheriff.<\/p>\n<p>Gegen Ende der Reise kam es dann zu einer weiteren Begegnung mit den moldawischen Scouts. Im Hauptquartier der NSAM, das aus zwei kleinen B\u00fcros besteht, wurden Geschenke ausgetauscht. Auf Begeisterung stie\u00dfen handbetriebene Aufladeger\u00e4te f\u00fcr Handyakkus. Nach dem Tausch der Halst\u00fccher wurde vereinbart weitere Treffen durchzuf\u00fchren. Vielleicht ist auch die Ankunft des Friedenslichtes in Wien eine gute Gelegenheit f\u00fcr ein Wiedersehen mit den neuen Pfadfinderfreunden in Moldawien.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.scout-moldova.md\" target=\"_blank\">www.scout-moldova.md<\/a><\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-2545 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0006.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0006-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0005.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0005-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0003.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0003-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0004.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502_moldavien_0004-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<h2>Begegnung mit Folgen<\/h2>\n<p>W\u00e4hren der gesamten Reise waren mir fast \u00fcberall in Moldawien streunende Hunde aufgefallen. Das Thema packte mich und lie\u00df mich nicht mehr los. Vielleicht lag es daran, dass eine Entlebucher Sennenh\u00fcndin mein Lieblingsmodel ist oder weil ich in diesem Land mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von rund 300 Euro nicht nur frisch renovierte, orthodoxe Kirchen fotografieren wollte. Zum fotografischen H\u00f6hepunkt der Reise wurde dann der Besuch in einem Tierasyl in Ciobanovca rund 40 Kilometer vor den Toren Chisinaus. Ich recherchierte viel zum Thema Tierschutz in Moldawien. Wieder zu Hause schrieb ich dann einen Artikel \u00fcber die Stra\u00dfenhunde und meinen Besuch in der \u201eCasa Katharina\u201c, der inzwischen in mehreren Zeitungen und Zeitschriften und im Netz ver\u00f6ffentlicht wurde. Aber das ist eine ganz eigene Geschichte \u2026<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.tierhilfe-casakatharina.com\" target=\"_blank\">www.tierhilfe-casakatharina.com<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lokalkompass.de\/essen-ruhr\/natur\/fast-vergessene-kreaturen-hoffnung-fuer-strassenhunde-in-moldawien-d542263.html\" target=\"_blank\">www.lokalkompass.de\/essen-ruhr\/natur\/fast-vergessene-kreaturen-hoffnung-fuer-strassenhunde-in-moldawien-d542263.html<\/a><\/p>\n<div id=\"ShortCode_Div\">[osm_map_v3 map_center=&#8220;46.649,28.203&#8243; zoom=&#8220;6&#8243; width=&#8220;100%&#8220; height=&#8220;450&#8243; file_list=&#8220;https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/anp1502moldavien.kml&#8220;]<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Schwelle zu Europa Olaf Eybe suchte Pfade in Moldawien und fand viel mehr\u2026 Was willst du denn in Moldawien? 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