{"id":240,"date":"2014-03-02T12:29:01","date_gmt":"2014-03-02T10:29:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=240"},"modified":"2014-05-07T10:54:34","modified_gmt":"2014-05-07T08:54:34","slug":"tag-5-zwiespalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/social-media-fasten\/tag-5-zwiespalt\/","title":{"rendered":"Tag 5 &#8211; Zwiespalt"},"content":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst muss ich mich bei meinen treuen Lesern (sofern ich diese besitze) entschuldigen, denn leider hatte ich in den letzten zwei Tagen keine l\u00e4ngere M\u00f6glichkeit ein Sch\u00e4ferst\u00fcndchen mit meinem Laptop abzuhalten, weswegen dieser Blogbeitrag etwas sp\u00e4t den Weg in das gro\u00dfe World Wide Web findet. Aber genug von Entschuldigungen, ich will n\u00e4mlich lieber ein wenig \u00fcber meinen Freitag philosophieren, der r\u00fcckblickend wohl mein schwierigster Tag des Fasten war. Zu Beginn der Woche war ich mir todsicher, dass der Freitag m\u00f6glicherweise so viel Ablenkung parat h\u00e4lt, dass ich nicht einen Gedanken an soziale Medien verschwenden w\u00fcrde. Beginnen wir einmal mit der Nacht von Donnerstag zu Freitag. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen kann ich mich am n\u00e4chsten Morgen an meine Tr\u00e4ume erinnern \u2013 Ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt. In jener Nacht wurde mir diese Eigenart wohl eher zum Verh\u00e4ngnis. Wie jemand der s\u00fcchtig ist und nun versucht wieder von seiner Droge herunter zu kommen tr\u00e4umte ich davon mich bei Facebook einloggen zu k\u00f6nnen bzw. versp\u00fcrte andauernd das Bed\u00fcrfnis Facebook zu konsultieren. Ein unwahrscheinlich unangenehmes Gef\u00fchl, wenn man am n\u00e4chsten Morgen aufwacht. Besonders, da die Nacht zum Erholen gedacht ist und nicht um sich weiterhin mit Fasten zu besch\u00e4ftigen. In der S-Bahn war dieses Gef\u00fchl dank meines gro\u00dfartigen Print Mediums schnell verflogen und sp\u00e4testens bei meiner Arbeit im Sch\u00fclerlabor verschwendete ich keinen Gedanken mehr an meine unangenehmen Gef\u00fchle. Tja bis es zur Pause kam&#8230; Ich arbeite ab und zu in einem Sch\u00fclerlabor f\u00fcr Vakuumexperimente, d.h. Sch\u00fcler kommen einen ganzen Tag in unser Labor und d\u00fcrfen selbstst\u00e4ndig experimentieren. W\u00e4hrend der Pause verlassen die Kinder das Labor und Mitarbeiter des Sch\u00fclerlabors nutzen einen abgetrennten Bereich um Kaffee oder Tee zu trinken und sich zu unterhalten. Normalerweise schaut in solchen Momenten nat\u00fcrlich jeder zu erst kurz auf sein Handy es kann ja sein, dass ein Information so wichtig ist und sie sofort mit den \u00fcbrigen Kollegen teilt. Das ist schon fast bei jedem von uns in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen. So auch am besagten Freitag und wieder kam das wunderbare Gef\u00fchl, dass irgendwas fehlt in mir hoch. Wahrscheinlich h\u00e4tte ich \u00fcberlegen sollen, wie ein Freund, der vor ein paar Jahren mit dem Rauchen aufgeh\u00f6rt hat, in solchen Momenten Origami Kraniche zu falten. Am f\u00fcnften Tag sind solche \u00dcberlegungen, aber vielleicht viel zu sp\u00e4t. Anstelle von Kranichen holte mich aber das reelle Leben sofort auf den Boden der Tatsache zur\u00fcck, denn wenn man 20 Kinder in einer Pause dabei zu sieht, wie sie alle auf ihr eigenes Handy starren, sehnt man sich an die Zeit zur\u00fcck, als man sich wundersch\u00f6n w\u00e4hrend der Schulhofpausen unterhalten konnte. Wer jetzt glaubt, dass der Tag dank diesem wundersch\u00f6nen Bild endete und ich f\u00fcr mich selbst eingestehen konnte, dass es gut ist, dass ich gerade meine Beziehung mit Menschen mehr Pflege als mit meinem Handy ist weit gefehlt. Tats\u00e4chlich endete der Freitag wie er angefangen war. Andauernd gab es Situationen in denen das Internet schon sehr n\u00fctzlich gewesen w\u00e4re. Ich hatte aber Gl\u00fcck, denn er endete tats\u00e4chlich mit dem motivierenden Kommentar eines Freundes: \u201eMan Sandra, ich finde das voll gut, was du da machst!\u201c Und was nehme ich nun aus diesem Tag mit?! Zun\u00e4chst einmal bekomme ich langsam Angst davor am Sonntag gegen 22 Uhr bzw. am Montagmorgen wieder das Internet auf meinem Handy zu nutzen. Warum? Zum Einen wei\u00df ich gar nicht, ob meine wichtigen Kontakte noch What&#8217;s App benutzen soweit ich geh\u00f6rt habe, soll jeder Dritte ja \u00fcberlegen den Messenger zu wechseln. Zum Anderen werden wohl hunderte von Nachrichten dank einiger Gruppenchats auf mich warten. Wird mein Handy, denn aufh\u00f6ren k\u00f6nne zu klingeln. Vielleicht gibt es auch \u00fcberraschenderweise m\u00f6gliche R\u00fcckmeldungen auf mein Social Media Fasten oder eben auch gar keine. Allgemein w\u00fcrde mich nach diesen Erfahrungen vom Freitag interessieren wie viele Leute eigentlich Zeit damit verlieren auf ihr Handy zu starren anstelle ein hoch komplexes Thema wie Einkaufst\u00fcten mit ihrem Gegen\u00fcber zu diskutieren. Heutzutage braucht man ja auch gar keine reelle soziale Interaktion mehr, schlie\u00dflich gibt es ja Leute wie mich, die dar\u00fcber in Blogs philosophieren. Fazit also aus diesem Tag, Zwiespalt hin oder her, das was ich hier mache ist gut f\u00fcr mich und meinen reellen sozialen Interaktionen sozusagen meiner tats\u00e4chlichen Freunde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst muss ich mich bei meinen treuen Lesern (sofern ich diese besitze) entschuldigen, denn leider hatte ich in den letzten zwei Tagen keine l\u00e4ngere M\u00f6glichkeit ein Sch\u00e4ferst\u00fcndchen mit meinem Laptop abzuhalten, weswegen dieser Blogbeitrag etwas sp\u00e4t den Weg in das gro\u00dfe World Wide Web findet. 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