{"id":2105,"date":"2015-04-13T15:37:21","date_gmt":"2015-04-13T13:37:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=2105"},"modified":"2015-04-14T15:42:01","modified_gmt":"2015-04-14T13:42:01","slug":"strategien-fuerdie-digitale-zivilgesellschaft-ein-besuch-auf-der-6-recampaign","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/strategien-fuerdie-digitale-zivilgesellschaft-ein-besuch-auf-der-6-recampaign\/","title":{"rendered":"Strategien f\u00fcrdie digitale Zivilgesellschaft &#8211; Ein Besuch auf der 6. ReCampaign"},"content":{"rendered":"<p>Pomp\u00f6ser Titel \u2013 und was verbirgt sich dahinter?<br \/>\nLauter barttragende Hipster und kleine M\u00e4dchen mit gro\u00dfen Brillen, die Kampagnen machen \u2013 so wurde mir die ReCampaign angek\u00fcndigt. Das alles war zu erleben in den heiligen Hallen der Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung in Berlin. Ich gebe zu, ich war gespannt.<\/p>\n<h2>Werkstatt im WigWam<\/h2>\n<p>Mein Start: ein Workshop am Sonntag im \u201eWigwam\u201c. Das ist eine Berliner Kreativagentur, die die ReCampaign mit veranstaltet. Diese Werkstatt vor der eigentlichen Veranstaltung soll Leuten, die keine digital natives sind noch ein bisschen Handwerkszeug bieten. Also denjenigen, die gerne wissen wollen: \u201eWie war das noch mal mit dem Hashtag?\u201c Und sich vor lauter coolen Cracks nicht trauen, sowas zu fragen.<\/p>\n<p>Der erste Workshop hat den blumigen Namen <strong>\u201eDie Macht der Bilder\u201c<\/strong>:<br \/>\nNichts, was man nicht schon mal geh\u00f6rt h\u00e4tte, aber &#8211; was immer wieder aufgefrischt werden muss:\u00a0Auf die Bildsprache achten, in Bildern denken, das AIDA-Prinzip nutzen:<\/p>\n<h3>Attraktion, Interest, Desire Action<\/h3>\n<ul>\n<li>Ein Bild soll eine Geschichte erz\u00e4hlen. Bilder soll man nach einer Dramaturgie aufbauen<\/li>\n<li>Traut euch, auch mal die Perspektiven \u00e4ndern, (klassisches Beispiel: wenn man Kinder fotografiert, sie auf Augenh\u00f6he ablichten)<\/li>\n<li>Froschperspektive, Vogelperspektive<\/li>\n<li>Ein Bild nach dem \u201eGoldenen Schnitt\u201c aufbauen,<\/li>\n<li>Bildausschnitt beachten, \u00fcberlegen, was man eigentlich mit dem Bildmotiv genau will \u2013 passt das?<\/li>\n<li>Auf die Botschaft oder die Aktion konzentrieren,<\/li>\n<li>F\u00fcrs Web querformatige Fotos nehmen. Zeitungen nehmen gern hochformatige Fotos<\/li>\n<li>Vorher vielleicht auch mal eine Titelseite skribbeln<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vielleicht traut man sich auch mal eine Provokation: Adbustig: Konsumkritik in dem man Werbung veralbert. Es muss nur klar sein, dass der Name und das Logo verfremdet sind: Zum Beispiel die Audi-Werbung des Klimakillers Q5 als \u201eRaudi\u201c mit f\u00fcnf Ringen\u2026<\/p>\n<h2>Workshop: Virale Videos<\/h2>\n<p>Damit alle was davon haben, fasse ich das Wichtigste zusammen\u2026<br \/>\nWarum?<br \/>\nErste Frage: Was teilen Leute\u00a0 &#8211; why the hell do people share? Das was lustig, emotional und niedlich ist. Klar\u2026 K\u00e4tzchen.<br \/>\nDa wir aber keine Katzenfilme produzieren wollen, sollte man vorher \u00fcberlegen, welche Emotionen wir ausl\u00f6sen wollen:<br \/>\nBetroffenheit? Freude? Spa\u00df &#8211; Oder einfach nur gut unterhalten?<br \/>\nWas macht ein Video so gut, dass wir es mit m\u00f6glichst vielen Leuten teilen wollen?<\/p>\n<h3>Ernste Botschaft mit Galgenhumor<\/h3>\n<p>Das erste Beispiel: der kanadische Aufkl\u00e4rungsfilm zum Thema Hodenkrebs. Kein lustiges Thema, aber ein lustig gemachter Film, der stark an Monty Python erinnert. Ein pummeliger Protagonist im Jogginghose l\u00fcmmelt auf der Couch und wird von einer Stimme aus dem Off ermahnt. Nicht weniger N\u00fcsse zu knabbern, sondern zum Arzt zu gehen und sich auf Hodenkrebs untersuchen zu lassen. Krasses Thema.\u00a0 Das ist ihm ebenfalls reichlich unangenehm und er f\u00fchlt sich bel\u00e4stigt und verfolgt. Doch egal wo er hin fl\u00fcchtet, ein internationaler besetzter M\u00e4nnerchor verfolgt ihn singend bis unter die Dusche und erinnert ihn daran, sich untersuchen zu lassen&#8230; Ernstes Thema, lustig aufbereitet. Humor machts m\u00f6glich. www.cancer.ca<\/p>\n<h3>Ernstes Thema &#8211; Betroffenheit<\/h3>\n<p>Zwei Videos zum Thema Hilfe f\u00fcr syrische Kinder wecken ganz unterschiedliche Emotionen.<br \/>\nEinmal Betroffenheit: ein kleines M\u00e4dchen, das vom Krieg aus seiner heilen Welt herausgerissen wird. Die erste Einstellung zeigt das M\u00e4dchen, das die Kerzen auf seiner Geburtstagstorte ausbl\u00e4st und seinen Geburtstag feiert. Dann bricht der Krieg in den Alltag des Kindes ein. Der Film funktioniert mit einer Schere: Das letzte Bild zeigt das M\u00e4dchen wieder \u2013 nun ist es verwundet, es tr\u00e4gt ein OP-Hemdchen und bl\u00e4st eine einzelne Kerze auf dem Kuchen aus. Das Video wurde\u2026 zigtausende Male im Netz geteilt. Ein lakonischer Satz teilt uns mit: \u201eNur weil es hier nicht passiert, hei\u00dft es nicht, dass es nicht passiert.\u201c<\/p>\n<h3>Ernstes Thema \u2013 Hilfsbereitschaft macht gute Laune<\/h3>\n<p>Ein anderer Film: Ein Jugendlicher spricht Leute in einer Gro\u00dfstadt an, und bittet sie,\u00a0 mit ihm einen bekannten Hit zu singen. F\u00fcr jede und jeden, die oder der mit ihm singt, gibt es eine bestimmte Summe f\u00fcr ein Kinderhilfswerk, das syrische Kinder unterst\u00fctzt. Klar, alle machen mit, das Ganze macht gute Stimmung, weil es vermittelt, dass alle helfen wollen und jeder helfen kann. Bisschen fremdsch\u00e4men und G\u00e4nsehaut ist dabei, weil manche Leute so erbarmungsw\u00fcrdig schief jaulen, aber es ist ja so einem guten Zweck. Und deshalb macht gibt es Hoffnung und macht fr\u00f6hlich.<\/p>\n<p>Und zum merken und mitnehmen:<\/p>\n<h3>Beim Filme drehen drauf achten:<\/h3>\n<ul>\n<li>Strategisch vorgehen,<\/li>\n<li>Ziel und Zweck genau definieren<\/li>\n<li>Was ist mein Zielpublikum?<\/li>\n<li>Und was ist meine Kernbotschaft?<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Beim Storytelling:<\/h3>\n<p>Konkret bleiben, Fakten nutzen<br \/>\nEinfache nachvollziehbare Story<br \/>\nGlaubw\u00fcrdig und emotional ansprechend<br \/>\nUnerwartete Wendung sorgt f\u00fcr einen \u00dcberraschungseffekt<br \/>\nGenau \u00fcberlegen: Was ist mein Kommunikationsziel?<br \/>\nUnd zu welchem Zweck? Will ich skandalisieren, mobilisieren, informieren? Oder branden, meine Marke installieren?<br \/>\nKann ich meine Kernbotschaft \u2013 das was ich dem Publikum mitteilen will &#8211;\u00a0 in einem Satz sagen?<br \/>\nFilm von Oxfam zur Nahrungsmittelspekulation: Aussage: Mit Essen spielt man nicht.<\/p>\n<p>Beim Zielpublikum \u00fcberlegen:<\/p>\n<p>Was wissen sie schon? Welche Meinungen und Werte hat es? Wie verh\u00e4lt es sich?<br \/>\nGute Story: aktivierende Emotionen,<br \/>\ngutes Seeding: (will hei\u00dfen: platzieren) bei youtube, Facebook, Mailverteiler? HP<br \/>\nFraming: Tite, Beschreibung; Hintergrundbild<br \/>\nTiming: wechselt aber bevorzugt gegen Feierabend, wenn die Leute gern mal gucken und nichts Neues mehr anfangen wollen (?)<br \/>\nWichtig: die ersten zehn Sekunden sind entscheidend.<br \/>\nSchnittprogramme: m\u00fcssen verschiedene Ebenen haben, verschiedene Videotracks m\u00fcssen sich \u00fcbereinander legen lassen. (Texte, Bauchbinden)Kann Marketing ethisch sein?<\/p>\n<p>Tipps: <a href=\"http:\/\/Filmfourchange.de\" target=\"_blank\">Filmfourchange.de<\/a><\/p>\n<h2>Workshop: Kann Marketing \u00fcberhaupt ethisch sein?<\/h2>\n<p>Ja, warum nicht. Marketing ist ein Werkzeug. Warum soll man keine Emotionen nutzen \u2013 Hauptsache, man bleibt authentisch sein,<\/p>\n<h3>Do\u2019s<\/h3>\n<ul>\n<li>Emotionen nutzen,<\/li>\n<li>authentisch sein<\/li>\n<li>Widerspr\u00fcche vermeiden<br \/>\nFakte wissen (recherchieren!)<\/li>\n<li>Zielgruppen segmentieren<\/li>\n<li>Positiv kommunizieren<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Don\u2019ts<\/h3>\n<ul>\n<li>Irritation ist gut, schocking ist schlecht<\/li>\n<li>Abwehrreaktionen vermeiden<\/li>\n<li>Hierarchien aufbauen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nat\u00fcrlich gabs noch viel zu erleben und zu sehen. Und zu h\u00f6ren. Was auch noch f\u00fcr uns im VCP spannend sein k\u00f6nnte, war der Beitrag von Jona H\u00f6lderle, der den Webauftritt von NABU neu aufsetzte. \u201eF\u00fcnf Punkte, die ich dabei gelernt habe\u201c teilte er mit dem Publikum. Und die gebe ich auch weiter:<\/p>\n<p>Bevor es \u00fcberhaupt losgeht: M\u00fcssen wir wirklich alles \u00e4ndern? Design, Technik, CMS, Struktur und Inhalte? Wirklich alles?<br \/>\n5 Lehren f\u00fcr die Neugestaltung eines Webauftrittes<br \/>\nResponsive hei\u00dft nicht gleichzeitig mobil. Wie werden sie Seiten genutzt? Auf dem Computer, dem Tablet oder dem Smartphone? Wie viele mobile Zugriffe haben wir? Je nach Nutzung sollte man drauf achten und Dateigr\u00f6\u00dfen, Bildgr\u00f6\u00dfen und Men\u00fcf\u00fchrung darauf abstimmen.<\/p>\n<p>Menus sind wichtig! Wenn man kein Men\u00fc haben will, gibt\u2019s viele interne Verlinkungen<br \/>\nTools sind auch wichtig! (Okay, da h\u00e4tte man selbst draufkommen k\u00f6nnen)<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Wenn wir schon dir Struktur \u00e4ndern, sollten auch die Inhalte aktualisiert werden.<\/span><\/p>\n<p>Wichtig gerade f\u00fcr Verb\u00e4nde: alle einbeziehen \u2013 das klappt nicht!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.reCampaign.de\" target=\"_blank\">www.reCampaign.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/16728175919_9076264146_k.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-large wp-image-2113 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/16728175919_9076264146_k-1024x682.jpg\" alt=\"16728175919_9076264146_k\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/16728175919_9076264146_k-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/16728175919_9076264146_k-300x200.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/16728175919_9076264146_k.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pomp\u00f6ser Titel \u2013 und was verbirgt sich dahinter? 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