{"id":20171,"date":"2021-06-27T08:05:23","date_gmt":"2021-06-27T06:05:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=20171"},"modified":"2024-01-27T10:02:59","modified_gmt":"2024-01-27T09:02:59","slug":"100-jahre-auf-neuem-pfad-die-anp-wird-100","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/auf-neuem-pfad\/100-jahre-auf-neuem-pfad-die-anp-wird-100\/","title":{"rendered":"100 Jahre auf neuem pfad &#8211; Die anp wird 100!"},"content":{"rendered":"<h2>Im Juni 1921 erschien die erste Ausgabe. Es ist also mehr als angebracht, zur\u00fcckzuschauen und diese hundert Jahre Revue passieren zu lassen.<\/h2>\n<p><em>von Max Zeterberg<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_22356\" aria-describedby=\"caption-attachment-22356\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-22356 size-thumbnail\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Max-Zeterberg-150x150.jpg\" alt=\"Max Zeterberg Foto: Lena Simosek\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Max-Zeterberg-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Max-Zeterberg-45x45.jpg 45w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Max-Zeterberg.jpg 206w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-22356\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Lena Simosek<\/figcaption><\/figure>\n<p>Max kommt aus dem Stamm Otto Witte in Berlin-Pankow. Er hat Geschichte studiert und promoviert derzeit zur Jugendverbandsgeschichte in den 60er- und 70er-Jahren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22354 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-9-300x211.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-9-300x211.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-9-1024x721.jpg 1024w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-9-768x540.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-9-1536x1081.jpg 1536w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-9.jpg 1660w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Ich habe alle 426 Ausgaben angeschaut. Was auf den ersten Blick auff\u00e4llt: Die anp war fr\u00fcher anders. Es wirkt fast so, als ob das heutige \u201eMagazin Pfadfinden\u201c kaum mehr als den Namen mit der einstigen Zeitschrift \u201ef\u00fcr Mittelsachsens christliche Pfadfinder- und Pfadfinderinnenschaft\u201c der Jahre 1921-23 oder dem \u201eBlatt einer jungen Mannschaft\u201c der 1960er-Jahre gemein hat.<\/p>\n<p>In diesem Artikel werde ich versuchen, ein paar der Wandlungen der anp nachzuzeichnen. Das kann nicht systematisch oder gar vollst\u00e4ndig sein. Stattdessen schreibe ich subjektiv \u00fcber die Dinge, die mir beim Schm\u00f6kern in den Ausgaben der letzten hundert Jahre aufgefallen sind. Vorangestellt aber die Geschichte im Schnelldurchlauf: Gegr\u00fcndet wurde die anp als die Zeitschrift der evangelischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder Sachsens. Im Jahr 1923 \u00fcbernahm die Christliche Pfadfinderschaft (CP) die anp als ihr Reichsblatt. Im Jahr 1937 erschien die vorerst letzte Ausgabe, da die CP endg\u00fcltig von der Gestapo verboten wurde. 1951 belebte die neugegr\u00fcndete CP die Zeitschrift wieder. Seit 1973 ist die anp eine Zeitschrift des VCP.<\/p>\n<h3>V\u00f6llig unterschiedliche Erscheinungen<\/h3>\n<p>Es \u00fcberrascht nicht, dass die anp im Laufe der letzten hundert Jahre sehr unterschiedlich gestaltet war. Lesegewohnheiten haben sich ver\u00e4ndert, die Produktionstechnik hat sich weiterentwickelt und die Zielgruppen haben gewechselt. Von 1921 bis 1937 war die anp komplett in Fraktur gesetzt. Ansonsten f\u00e4llt auf, dass die Zeitschrift bis 1973 relativ klein war: Zu Beginn in etwa A5, ab 1924 geringf\u00fcgig gr\u00f6\u00dfer und ab 1951 nochmals etwas gr\u00f6\u00dfer \u2013 aber trotzdem deutlich kleiner als das ab 1973 gebr\u00e4uchliche A4-Format. Mit der Umstellung auf ein neues Layout 2004 schrumpfte die anp wieder etwas und erreichte die heutige Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<h3>Allerdings waren fr\u00fchere Ausgaben teilweise deutlich dicker und umfassten mitunter \u00fcber 80 Seiten.<\/h3>\n<p>Direkt ins Auge springt, dass die anp erst seit Sommer 2004 im Vollfarbdruck erscheint. Zuvor, seit 1992, wurde neben schwarz und wei\u00df nur eine weitere Farbe genutzt, meistens blau. In den siebzig Jahren vorher lassen sich nur vereinzelt farbige Elemente finden, wie zum Beispiel die mit einer Grundfarbe abgedruckten Holzschnitte in den 20er- und 30er-Jahren.<\/p>\n<p>Apropos Bilder: Bis 1978 wurden Fotos und Grafiken vergleichsweise sparsam eingesetzt. Viele Texte waren nicht bebildert, aber deutlich l\u00e4nger als heutzutage. Mit dem Relaunch der anp 1979 ver\u00e4nderte sich das Text-BildVerh\u00e4ltnis grundlegend: Immer mehr Bilder, immer k\u00fcrzere Texte. Dieser Trend setzte sich 1992 fort, als sich die anp erstmals an alle Altersstufen richtete. Vorher war sie die Zeitschrift der Jungmannen beziehungsweise Ranger*Rover und\/oder Kreuzpfadfinder*innen beziehungsweise Erwachsenen \u2013 die j\u00fcngeren Pfadis hatten eigene Zeitschriften.<\/p>\n<h3>Gesellschaftspolitische Themen<\/h3>\n<p>Wenn man sich aber nicht vom Layout abschrecken l\u00e4sst und die einzelnen Artikel anschaut, scheint es, als w\u00e4ren die Berichte, Kommentare und Diskussionen zu Gesellschaft und Politik fr\u00fcher deutlich dominanter gewesen. Im Gegensatz zu heute, wenn ziemlich darauf geachtet wird, immer irgendeinen Bezug zum Pfadfinden herzustellen, kann man bei den Ausgaben der 20er- und 30ersowie 50er- und 60er-Jahre manchmal fast vergessen, dass es sich um eine Pfadfinder*zeitschrift handelt.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr ein Beispiel: Die zweite Ausgabe des siebten Jahrgangs vom Februar 1927, betitelt als \u201eSoziales Heft\u201c, umfasste 63 Seiten. Die letzten drei Seiten behandelten unter der \u00dcberschrift \u201eAus der Bewegung\u201c explizit die CP. Die restlichen 60 Seiten thematisierten soziale Probleme, also Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und die Entfremdung des Proletariats von der Kirche. Die CP oder Pfadfinden im Allgemeinen kommen kaum vor. Lediglich zwei Beitr\u00e4ge pl\u00e4dieren daf\u00fcr, sich um proletarische Kinder zu bem\u00fchen und gegebenenfalls neue Programmformen \u2013 heute w\u00fcrde man sagen: offene Jugendarbeit \u2013 zu entwickeln, um proletarische Kinder und Jugendliche anzusprechen. Wenn man von diesen<br \/>\nzwei Artikeln absieht, gab es h\u00f6chstens beil\u00e4ufige Bez\u00fcge<br \/>\nzur CP.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22364 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Aus-der-Bewegung-schwarz-weiss-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Aus-der-Bewegung-schwarz-weiss-300x200.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Aus-der-Bewegung-schwarz-weiss-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Aus-der-Bewegung-schwarz-weiss-768x511.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Aus-der-Bewegung-schwarz-weiss.jpg 1229w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Was hingegen auff\u00e4llt, sind die wiederkehrenden Verweise auf Volk und Christentum. Tats\u00e4chlich wirkt diese anp-Ausgabe \u00fcber weite Strecken so, als w\u00e4re es eine Zeitschrift der evangelischen Jugend und nicht eines Pfadfinder*innenbunds. Vielleicht haben sich die Autoren* aber auch in erster Linie als Christen* und nicht als Pfadfinder* begriffen.<\/p>\n<p>Auch in den 60er-Jahren hat die anp oft den eigenen Verband eher am Rande betrachtet. Zum Beispiel thematisierte die Ausgabe 1962\/5 das politische System der BRD. Zum Schwerpunkt gab es Meinungsartikel und andere Beitr\u00e4ge, aber kaum Bez\u00fcge zur CP. Die meisten Artikel h\u00e4tten auch in anderen Zeitschriften erscheinen k\u00f6nnen \u2013 und tats\u00e4chlich waren zwei Beitr\u00e4ge aus den Zeitungen \u201eWelt\u201c und \u201eDie Zeit\u201c \u00fcbernommen. Dass es sich bei der anp um die Zeitschrift eines Pfadfinder*innenbunds handelt, merkte man an den neun Seiten, die au\u00dferhalb des Schwerpunkts standen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22363 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aus-dem-Bund-schwarz-weiss-232x300.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aus-dem-Bund-schwarz-weiss-232x300.jpg 232w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aus-dem-Bund-schwarz-weiss.jpg 635w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><\/p>\n<h3>Die anp als Debattenmedium<\/h3>\n<p>In Hinblick auf die 50er- und 60er-Jahre, f\u00e4llt noch ein weiterer Unterschied auf: Fr\u00fcher trugen Pfadis in der anp verbandsspezifische und gesellschaftspolitische Kontroversen aus.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr eine besonders lebendige Diskussion ist die \u00fcber die Wehrpflicht. Anlass war die ber\u00fchmte Kasseler Rede vom hessischen Kirchenpr\u00e4sident Martin Niem\u00f6ller am 25. Januar 1959: Angesichts eines drohenden Atomkriegs bezeichnete der bekennende Pazifist \u201edie Ausbildung zum Soldaten [als] die Hohe Schule f\u00fcr Berufsverbrecher\u201c.<\/p>\n<p>Ein paar Monate sp\u00e4ter, in der Doppelausgabe 1959\/3\u20134, verteidigte der CPer Horst Horchler seine Entscheidung, den Wehrdienst abzuleisten: Erstens brauche es \u00fcberzeugte Christen* in der Bundeswehr und zweitens gebiete es die weltpolitische Lage, eine schlagkr\u00e4ftige Armee zu haben.<\/p>\n<p>Zwei Ausgaben sp\u00e4ter, in der anp 1959\/6, antwortete ihm der Schriftleiter Ulrich Dahm. Er stellte sich hinter Niem\u00f6ller: Die evangelische Kirche erlaube den Kriegsdienst nur, wenn der Krieg das kleinere \u00dcbel darstelle. Ein Atomkrieg richte aber immer mehr Schaden an, als er verhindere. \u201eSo bleibt f\u00fcr Christen, da der Gehorsam unteilbar ist und Kriegsdienst ohne Bereitschaft zum Dienst an Atomwaffen nicht m\u00f6glich, nur die Kriegsdienstverweigerung\u201c (S. 127). Statt als \u201eS\u00fcnde\u201c bezeichne er den Kriegsdienst als \u201eVerbrechen\u201c, denn dieses Wort sei zwar \u201ehart und kr\u00e4nkend, aber es nennt die Dinge f\u00fcr jeden verst\u00e4ndlich beim Namen, auch f\u00fcr Nichtchristen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22355 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-15-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-15-212x300.jpg 212w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/100-Jahre-auf-neuem-pfad-15-rotated.jpg 673w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22362 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Am-eckigen-Tisch-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Am-eckigen-Tisch-228x300.jpg 228w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Am-eckigen-Tisch.jpg 628w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<h3>Dies provozierte erregte Antworten.<\/h3>\n<p>In der anp 1960\/1 kritisierten gleich f\u00fcnf Autoren* Ulrich Dahm. Sie warfen ihm vor, ein falsches theologisches Verst\u00e4ndnis von S\u00fcnde zu haben, die strategische Notwendigkeit von Atomwaffen nicht zu verstehen und gegens\u00e4tzlichen Meinungen die Legitimit\u00e4t abzusprechen. Seine Argumentation sei ein \u201eSchlag ins Gesicht\u201c (S. 24) aller CPer in der Bundeswehr. Ulrich Dahm wiederum bekr\u00e4ftigt in der gleichen Ausgabe seine Position und warf seinen Kritikern* unter anderem eine \u201eKapitulation des christlichen Gehorsams vor der Welt\u201c (S. 27) vor, also milit\u00e4rische und politische Erw\u00e4gungen \u00fcber den Willen Gottes zu stellen.<\/p>\n<p>Damit war die Debatte nicht zu Ende. In der n\u00e4chsten Ausgabe folgten vier weitere Artikel zum Thema. Inzwischen wurde das Thema breit in der CPD diskutiert, auch auf Lagern und im Bundesthing, wo beschlossen wurde, einen Diskussionsband zum Thema herauszugeben. In der anp 1960\/3 war eine gemeinsame Stellungnahme der Gaue Pf\u00e4lzerwald und Rheingrafen, die beide Positionen zusammenfasste und als legitim gegen\u00fcberstellte, das Schlusswort der Debatte.<\/p>\n<p>Ganz abgesehen davon, wie man inhaltlich zu den Beitr\u00e4gen steht: In der anp diskutierten Pfadfinder*innen \u00fcber mehrere Ausgaben hinweg ein aktuelles und hochkontroverses Thema mit sachlichen Argumenten, aber auch in emotionaler Betroffenheit.<\/p>\n<p>In diesem Fall ging es um ein gesellschaftliches Thema, aber es wurde auch mit Verve \u00fcber den eigenen Verband diskutiert.<\/p>\n<p>Der Meinungsaustausch hatte \u00fcber viele Jahre einen festen Ort in der anp: Es gab die Rubriken \u201eAm eckigen Tisch\u201c (50er- und 60er-Jahre), \u201eZur Diskussion\u201c (1974\u20131983) und \u201eMeinungen \u2013 Kontrovers.\u201c (1983\u201391). Zudem konnten sich Leser*innen in Briefen zu Wort melden. Insbesondere in den 90er-Jahren, als es keine Debatten-Rubrik mehr gab, entwickelten sich intensive Diskussionen zwischen Leser*innen.<\/p>\n<p>Mitte der 00er-Jahre hatte die Diskussionsfreudigkeit nachgelassen. Der Versuch von 2004, die Briefe unter dem Titel \u201eDebatte\u201c zu b\u00fcndeln, wurde schon nach wenigen Ausgaben aufgegeben. Seit dem Relaunch 2016 werden gar keine Leser*innenbriefe mehr abgedruckt.<\/p>\n<p>Heutzutage werden Debatten nicht mehr in der anp gef\u00fchrt. Es gibt zwar ab und zu Meinungsartikel: Zum Beispiel in anp 2017\/3 die Forderung nach einem BundeslagerAbendprogramm jenseits von saufen und singen. Oder die Kritik an der \u00f6kologischen Doppelmoral eines Jamborees in Ausgabe 2019\/3. Aber ein Beitrag ist noch keine Debatte. Im Falle der Jamboree-Kritik wurde eine Replik auf dem VCP-Blog ver\u00f6ffentlicht, aber in der anp wurde keine Antwort abgedruckt.<\/p>\n<h3>Was bleibt<\/h3>\n<p>Es scheint so, als h\u00e4tte sich der erste Eindruck best\u00e4tigt: Die heutige anp ist v\u00f6llig anders als fr\u00fchere Jahrg\u00e4nge. In dieser Totalit\u00e4t stimmt diese Aussage aber nicht. Denn es gibt Kontinuit\u00e4ten \u2013 nur ist es deutlich interessanter, \u00fcber die Ver\u00e4nderungen zu schreiben. Das, was gleichgeblieben ist, f\u00e4llt dabei hinten runter.<\/p>\n<p>Das sind in erster Linie die zahllosen Berichte \u00fcber das Leben in CP und VCP, die es immer in der anp gegeben hat. Dazu z\u00e4hlen Reportagen von Fahrten und Lagern, Meldungen aus den Gliederungen und seit 1952 auch aus den Weltverb\u00e4nden sowie Vorstellungen von L\u00e4ndern, St\u00e4mmen, Gruppen oder einzelnen Pfadis \u2013 zum Beispiel die Rubrik \u201ePfadi des Monats\u201c in den 00er-Jahren. Eine Konstante sind auch die pers\u00f6nlichen Nachrichten, selbst wenn sich diese Rubrik inzwischen auf Nachrufe beschr\u00e4nkt \u2013 fr\u00fcher wurden auch Verlobungen, Verm\u00e4hlungen, Geburten und zeitweilig sogar Berufswechsel bekanntgegeben.<\/p>\n<h3>Die Wandlungen der anp waren nie unbegr\u00fcndet.<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Zukunft w\u00fcnsche ich ihr weiterhin interessierte Leser*innen und dass sie die F\u00e4higkeit sich zu wandeln und wenn n\u00f6tig neu zu erfinden beibeh\u00e4lt \u2013 dann werden es bestimmt auch noch weitere hundert Jahre! Und ich hoffe, dass dieser Artikel ein Interesse an den alten anp-Ausgaben geweckt hat. Es gibt viel zu entdecken: \u00dcber Pfadfinden fr\u00fcher, \u00fcber die politischen Positionen von Pfadis und die vielen pers\u00f6nlichen Highlights, die alle VCPer*innen sicherlich finden werden. F\u00fcr mich war das mein erster Wortbeitrag in der anp (2006\/3): Das Programm des Bundeslagers sei langweilig gewesen \u2013 w\u00fcrde ich heute noch unterschreiben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-22349 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schreimaschine-300x221.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schreimaschine-300x221.png 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schreimaschine-768x566.png 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/schreimaschine.png 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h3>Schriftleitung\/Chefredaktion<\/h3>\n<p><strong>1921 bis 22:<\/strong> Karl Friede<br \/>\n<strong>1923 (2. Jahrgang, Heft 3) bis 1937:<\/strong> Fritz Riebold<br \/>\n<strong>1938 bis 50:<\/strong> keine anp<br \/>\n<strong>1951 bis 54:<\/strong> Aule Hussong<br \/>\n<strong>1955 bis 57:<\/strong> Hermann Haa\u00df<br \/>\n<strong>1958 (1 bis 4):<\/strong> Heinrich Karsch (kommissarisch)<br \/>\n<strong>1958\/5 bis 1968:<\/strong> Ulrich Dahm<br \/>\n<strong>1969 bis 1971:<\/strong> Frank-Peter Hopf<br \/>\n<strong>1972:<\/strong> keine anp<br \/>\n<strong>1973:<\/strong> Reinhardt Liedtke<br \/>\n<strong>1974 bis 1975\/1<\/strong>: Reinhardt Liedtke, Bernhard K\u00fchntopf<br \/>\n<strong>1975\/2 bis 3:<\/strong> Reinhardt Liedtke<br \/>\n<strong>1975\/4 bis 1978\/1:<\/strong> Bernd Lindner<br \/>\n<strong>1978\/2:<\/strong> Bernd Lindner, Christoph Schubert<br \/>\n<strong>1978\/Nullnummer bis 1979\/1:<\/strong> Christoph Schubert<br \/>\n<strong>1979\/2 bis 1980:<\/strong> R\u00fcdiger Jung<br \/>\n<strong>1981 bis 1983\/2:<\/strong> Christoph Schubert<br \/>\n<strong>1983\/3 bis 1990):<\/strong> Thomas Korte<br \/>\n<strong>1991 bis 1999\/2:<\/strong> Walter Linkmann<br \/>\n<strong>1999\/3:<\/strong> Bundesleitung kommissarisch<br \/>\n<strong>1999\/4&amp;5 bis 2017\/1:<\/strong> Diane Tempel-Bornett<br \/>\n<strong>Seit 2017\/2:<\/strong> Lena Dohmann<\/p>\n<h3>Weitere Literatur<\/h3>\n<p>\u2022 Blog-Artikel von Bernd Eichhorn: <a href=\"https:\/\/go.vcp.de\/verbandszeitschriften\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/go.vcp.de\/verbandszeitschriften<\/a><br \/>\n\u2022 Gerd Pfetscher: Die Publikationen, in: Bauer\/Besser\/Keyler\/Sudermann: Kreuz und Lilie. Christliche Pfadfinder in Deutschland von 1909 bis 1972, S. 368\u2013400.<\/p>\n<h4>Anmerkung<\/h4>\n<blockquote><p>In dem Text ist h\u00e4ufig nur von Pfadfindern* die Rede, da die anp erst seit 1973 die Zeitschrift eines gemischtgeschlechtlichen Pfadfinder*innenverbandes ist.<\/p><\/blockquote>\n<p><!--[timeline src=\"https:\/\/docs.google.com\/spreadsheets\/d\/1scw25iO2OVH1wVc2qyYhFdHCx7B_MkPKsvGE453SO3A\/edit?usp=sharing\" width=\"100%\" height=\"650\" font=\"Default\" lang=\"de\" version=\"timeline3\" ]--><\/p>\n<p><!--<a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/anp-jubilaeum.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeitleiste in Gro\u00df<\/a>--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juni 1921 erschien die erste Ausgabe. Es ist also mehr als angebracht, zur\u00fcckzuschauen und diese hundert Jahre Revue passieren zu lassen. von Max Zeterberg Max kommt aus dem Stamm Otto Witte in Berlin-Pankow. 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