{"id":19908,"date":"2021-02-03T07:58:29","date_gmt":"2021-02-03T06:58:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=19908"},"modified":"2021-02-03T16:32:38","modified_gmt":"2021-02-03T15:32:38","slug":"heimat-bahnhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/auf-neuem-pfad\/heimat-bahnhof\/","title":{"rendered":"Heimat Bahnhof?"},"content":{"rendered":"<p><em>von Andreas Witt<\/em><\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-19908 gallery-columns-4 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015304.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015304-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"Klaas Klaffke im Hamburger Bahnhof\" aria-describedby=\"gallery-1-19910\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015304-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015304-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-19910'>\n\t\t\t\tFoto: Andreas Witt\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015306.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015306-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"Klaas Klaffke im Hamburger Bahnhof\" aria-describedby=\"gallery-1-19911\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015306-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015306-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-19911'>\n\t\t\t\tFoto: Andreas Witt\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015307.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015307-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"Bahnhofs Mission Hamburg in Containern\" aria-describedby=\"gallery-1-19912\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015307-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015307-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-19912'>\n\t\t\t\tFoto: Andreas Witt\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015308.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015308-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"Schild Bahnhofs Mission an einem Container\" aria-describedby=\"gallery-1-19913\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015308-150x150.jpg 150w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/P1015308-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<figcaption class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-19913'>\n\t\t\t\tFoto: Andreas Witt\n\t\t\t\t<\/figcaption><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Haben heimatlose Menschen eine Heimat? Warum konzentrieren sich in unseren Gro\u00dfst\u00e4dten viele Obdachlose rund um die gro\u00dfen Bahnh\u00f6fe? Ist der Hauptbahnhof vielleicht so etwas wie eine Heimat f\u00fcr Obdachlose? Mit diesen Fragen im Gep\u00e4ck bin ich zur Bahnhofsmission am Hamburger Hauptbahnhof gefahren und habe dort Klaas Klaffke interviewt. Klaas ist 18 Jahre alt und arbeitet seit circa 4 Monaten im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes bei der Bahnhofsmission. Die Bahnhofmission am Hamburger Hauptbahnhof ist seit M\u00e4rz 2018 wegen Umbauma\u00dfnahmen in mehreren blauen Containern untergebracht. Sie ist Tag und Nacht ge\u00f6ffnet \u2013 auch w\u00e4hrend der gesamten Corona-Krise. Neben den hauptamtlichen Mitarbeiter*innen engagieren sich \u00fcber 90 Menschen ehrenamtlich in der Bahnhofsmission am Hamburger Hauptbahnhof, die es hier seit 125 Jahren gibt.<\/p>\n<h3>Heimathafen \u2013 Heimatstadt \u2013 Heimatbahnhof! Passt der Begriff Heimat zum Hamburger Hauptbahnhof?<\/h3>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es ein Teil meiner Heimat, auf jeden Fall. Wenn man l\u00e4nger weg ist, ist der Hauptbahnhof das erste St\u00fcck Heimat, das man sieht. Man kommt hier mit der Bahn an. Und auch f\u00fcr viele Leute, die keine Heimat haben, keinen festen Wohnsitz, ist das hier der Bereich, wo sie sich aufhalten &#8211; wo viele soziale Einrichtungen in der N\u00e4he sind. F\u00fcr viele, die sonst eher heimatlos sind, ist der Hauptbahnhof einfach ein St\u00fcck Heimat, w\u00fcrde ich sagen.<\/p>\n<h3>Kann man sagen, dass der Hauptbahnhof eine gewisse Anziehungskraft f\u00fcr Menschen ohne Heimat besitzt?<\/h3>\n<p>Gerade Leute, die urspr\u00fcnglich nicht aus Hamburg kommen, landen hier an. Der Hauptbahnhof ist das erste, was sie in Hamburg sehen. Schnell wird der Hauptbahnhof dann zum vertrautesten Ort. In der sogenannten Fl\u00fcchtlingskrise hat man das auch gesehen, dass die Fl\u00fcchtlinge, die hier angekommen sind, h\u00e4ufig auch hier geblieben sind. Denn diesen Ort kannten sie dann schon Ich glaube, dass die vielen sozialen Einrichtungen deswegen hier sind, weil die Menschen hier sind &#8211; und nicht andersherum.<\/p>\n<h3>Welche Rolle spielt die Bahnhofsmission f\u00fcr dieses &#8218;Vertrautsein des Ankommens&#8216; &#8211; in dem Geflecht der sozialen Einrichtungen?<\/h3>\n<p>Im Geflecht der sozialen Einrichtungen ist die Bahnhofsmission der best\u00e4ndigste Teil: Wir sind 24\/7 auf &#8211; jeden Tag, jede Nacht. Wir sind eine der wenigen Einrichtungen, die nachts ge\u00f6ffnet sind. Und es gibt die Bahnhofsmission schon seit 125 Jahren! Dadurch bieten wir Kontinuit\u00e4t und Sicherheit f\u00fcr unsere G\u00e4ste. Sie wissen, hier k\u00f6nnen sie immer mit jemandem reden. Wir versuchen dann die Menschen in das Geflecht der sozialen Einrichtungen zu integrieren. Viele Menschen werden auch zu uns geschickt mit den Worten: \u201eGehen Sie mal zur Bahnhofsmission, die k\u00f6nnen Ihnen auf jeden Fall helfen!\u201c Wir sind sozusagen f\u00fcr viele der Dreh-und Angelpunkt der sozialen Einrichtungen hier am Bahnhof. Denn wir helfen unkompliziert, schnell und unb\u00fcrokratisch.<\/p>\n<h3>Wer sind denn die G\u00e4ste, die zur Bahnhofsmission kommen?<\/h3>\n<p>Sehr unterschiedlich. Wir versuchen allen zu helfen, die hierherkommen. Egal ob wohnungslos, arm, reich, alt, jung \u2013 wir versuchen allen zu helfen bei den Problemen, mit denen sie hierherkommen. Bedingt durch die Lage mitten in der Stadt Hamburg sind es viele Wohnungslose. Aber wir helfen auch Menschen mit Einschr\u00e4nkungen, zum Beispiel beim Umsteigen. Oder es gibt an vielen Bahnhofsmissionen auf acht Strecken das Programm \u201ekids on tour\u201c, wo Kinder, die allein in eine andere Stadt reisen, von Mitarbeiter*innen der Bahnhofsmission begleitet werden. Dies sind meistens Scheidungskinder. Aber es kommen auch oft Leute, die unsere Sprache nicht so gut sprechen und Probleme beim Amt haben, hierher \u2013 und wir helfen ihnen. Beh\u00f6rdendeutsch ist ja oft nicht einfach zu verstehen. Man kann es also gar nicht so pauschal sagen, wer unsere G\u00e4ste sind.<\/p>\n<h3>Zu meiner Schulzeit war das Buch \u201eWir Kinder vom Bahnhof Zoo\u201c ein Bestseller. Welche Rolle spielt die Drogenszene im Augenblick?<\/h3>\n<p>Die Drogenszene spielt immer eine Rolle. Doch nach meiner Empfindung ist das hier direkt am Hauptbahnhof gar nicht so krass, sondern die Drogenszene ist eher im Schanzenviertel. Aber wir haben hier auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs das \u201eDrob-Inn\u201c, einen Konsumraum. Da sieht man auf der Wiese viele Leute, die Drogen konsumieren. Die Drogenszene spielt definitiv auch in unserer Arbeit eine Rolle \u2013 und wir stehen im regen Kontakt mit Einrichtungen, wie dem \u201eDrob-Inn\u201c oder dem \u201ePARK-IN\u201c bei Alkoholproblemen.<\/p>\n<h3>Die Hamburger Bahnhofsmission ist 125 Jahr alt. Wie hat sich die Arbeit der Bahnhofsmission in diesen Jahren ver\u00e4ndert?<\/h3>\n<p>Die Bahnhofsmission wurde zur Zeit der Industrialisierung gegr\u00fcndet, als viele Menschen &#8211; und vor allem auch junge M\u00e4dchen &#8211; vom Land in die Stadt gezogen sind, um dort Arbeit zu finden. Viele sind damals in Schlepperbandenringe geraten, die mit Zwangsprostitution und Menschenhandel gearbeitet haben. Da die Kirche nicht direkt am Bahnhof war, um sich um diese M\u00e4dchen zu k\u00fcmmern, haben einige engagierte Christen damals etwas Revolution\u00e4res gesagt: Die M\u00e4dchen m\u00fcssen nicht zu uns in die Kirche kommen, sondern wir kommen zu denen! Daraufhin wurden die ersten Bahnhofmissionen in Berlin und Hamburg gegr\u00fcndet. \u00dcber die Zeit von 125 Jahren hat sich nat\u00fcrlich die Arbeit der Bahnhofmission ge\u00e4ndert: Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1920ger Jahren ging es darum, die Menschen zu unterst\u00fctzen, die pl\u00f6tzlich keine Arbeit mehr hatten. Oder: In der Wendezeit sind viele Menschen aus der ehemaligen DDR gekommen, etwas sp\u00e4ter in den 1990ger Jahren kamen viele Fl\u00fcchtlinge aus dem Balkan-Krieg, ebenso 2015 sehr viele Transit-Fl\u00fcchtlinge an den Bahnh\u00f6fen an. Die Krisen, die in der Welt oder in Deutschland passieren, spiegeln sich im Bahnhof wider.<\/p>\n<h3>Ich habe irgendwo gelesen, die Geschichte der Bahnhofsmission sei ein Spiegel der Sozialgeschichte.<\/h3>\n<p>Ja, das kann man so sagen!<\/p>\n<h3>Du hast gesagt, Menschen sind damals aus christlicher Motivation auf den Bahnhof gegangen. Im VCP gibt es immer mal wieder Diskussionen \u00fcber das \u201eC\u201c im VCP. Was ist der christliche Kern in der Arbeit der Bahnhofsmission?<\/h3>\n<p>F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es die uneingeschr\u00e4nkte N\u00e4chstenliebe: Wir helfen hier jedem, und da ist es egal, welche Religion die Menschen haben. Wir versuchen jeder Person, die hier herkommt, zu helfen und f\u00fcr jeden da zu sein. Dies bedeutet f\u00fcr mich christliche N\u00e4chstenliebe: Uneingeschr\u00e4nkte und bedingungslose Hilfe!<\/p>\n<h3>Was hat Dich pers\u00f6nlich motiviert, Dich hier bei der Bahnhofsmission als BUFDI zu bewerben?<\/h3>\n<p>Ich hatte tats\u00e4chlich schon von der Bahnhofsmission geh\u00f6rt. Meistens im Pfadfinderkontext, dass Leute erz\u00e4hlt haben, dass sie irgendwo gestrandet sind und die Bahnhofsmission in dieser Stadt geholfen hat. Aber es war mir nicht pr\u00e4sent, dass man hier einen BFD machen kann. Ich wollte nach der Schule BFD oder FSJ machen, war aber nicht so motiviert in Schulen oder Kinderg\u00e4rten zu gehen, denn ich hatte schon w\u00e4hrend verschiedener Praktika oder im ehrenamtlichen Bereich mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Ich wollte irgendetwas anderes machen und habe mich einfach bei der Diakonie beworben. Die Leute von der Diakonie haben mir die Bahnhofmission vorgeschlagen. Ich habe mir das angeguckt und war sofort begeistert, weil es eine sehr abwechslungsreiche Arbeit ist &#8211; und eine Arbeit mit ganz anderen Aspekten, die ich vorher noch gar nicht kannte. Jeden Tag mache ich hier etwas Neues. Ich bin jetzt seit \u00fcber vier Monaten hier und lerne jeden Tag etwas Neues. Es kommt immer eine Situation, die du noch nicht hattest.<\/p>\n<p><em>Jede Begegnung ist neu! Das reizt mich!<\/em><\/p>\n<h3>Gab es ein besonders pr\u00e4gendes Erlebnis in diesen vier Monaten?<\/h3>\n<p>Ich finde es immer sch\u00f6n, wenn wir Leuten nachhaltig helfen k\u00f6nnen. Das freut mich immer. Die Bahnhofsmission in Hamburg geh\u00f6rt zur Stadtmission, die ja inzwischen \u201eHoffnungsorte\u201c hei\u00dft. Hierzu geh\u00f6rt auch eine Unterkunft f\u00fcr Obdachlose, die wirklich sehr sch\u00f6n und auch sehr ruhig gelegen ist \u2013 etwas ganz anderes als die Massenunterk\u00fcnfte. Jedes Mal, wenn ich jemanden dorthin vermitteln kann und es alles klappt &#8211; und, wenn der Betroffene nach ein oder zwei Wochen dort, dann eine neue Arbeit gefunden hat \u2013 vielleicht auch, weil wir ihm bei einer Bewerbung oder in einem Beratungsgespr\u00e4ch geholfen haben \u2013 wenn ich so etwas mitbekomme, dann finde ich es immer wieder sch\u00f6n, wenn man merkt, dass wir nicht nur f\u00fcr den Moment geholfen haben, sondern langfristig. Eine bestimmte Situation w\u00fcsste ich jetzt aber gar nicht.<\/p>\n<h3>Du siehst wahrscheinlich durch deine Arbeit den Hauptbahnhof mit anderen Augen!<\/h3>\n<p>Auf jeden Fall! Fr\u00fcher bin ich dort angekommen und habe mich gefreut, dass ich wieder zu Hause bin. Ich habe mich aber nie viel damit befasst, was hier sonst noch los ist. Als ich dann hier angefangen habe, haben wir als erstes eine F\u00fchrung gemacht, bei der uns gezeigt wurde, worauf wir achten m\u00fcssen, wenn wir durch den Hauptbahnhof laufen. Das ist tats\u00e4chlich ein ganz anderer Blick inzwischen!<\/p>\n<h3>Ich habe einmal im Rahmen der \u201eNacht der Kirchen\u201c eine F\u00fchrung \u00fcber den Hauptbahnhof mit der Bahnhofmission mitgemacht. Das war sehr spannend! Hast Du hier am Hauptbahnhof einen Lieblingsplatz?<\/h3>\n<p>Ich mag sehr gerne den Balkon in der Wandelhalle auf der h\u00f6heren Ebene, weil man dort \u00fcber alle Gleise gucken kann und man sieht, auf welchen Gleisen etwas los ist. Man hat hier den \u00dcberblick \u00fcber alles \u2013 und es ist einfach ein sehr sch\u00f6ner Blick \u00fcber den Hauptbahnhof. Au\u00dferdem ist es ruhig da oben, denn dort sind auch nicht so viele Leute. Wenn ich eine Runde durch den Bahnhof mache, gehe ich dort meistens als letztes hin und komme dort ein bisschen runter und schaue, ob ich noch etwas sehe, wo ich vielleicht doch noch mal hingehen sollte.<\/p>\n<h3>Wir haben das Interview begonnen mit dem Begriff Heimat. Empfindest Du, wenn Du dort oben stehst, gewisse Heimatgef\u00fchle f\u00fcr den Hauptbahnhof?<\/h3>\n<p>Ja, ich glaube schon, und es ist auch mehr geworden in den letzten Monaten. Hier bin ich jetzt fast jeden Tag, denn der Bahnhof ist meine Arbeit geworden \u2013 und das hat auch irgendetwas mit Heimat zu tun. Es ist nat\u00fcrlich das, was ich am Anfang schon meinte: Der Bahnhof ist das erste St\u00fcck Heimat, wenn man nach Hause kommt &#8211; wenn man mit der Bahn f\u00e4hrt. Aber er ist auch Heimat f\u00fcr mich, weil ich mich inzwischen hier heimisch f\u00fchle. Ich kenne mich jetzt hier sehr gut aus, und der Bahnhof ist ein wichtiger Teil von mir geworden.<\/p>\n<h3>Vielen Dank f\u00fcr das Interview!<\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Andreas Witt Haben heimatlose Menschen eine Heimat? Warum konzentrieren sich in unseren Gro\u00dfst\u00e4dten viele Obdachlose rund um die gro\u00dfen Bahnh\u00f6fe? Ist der Hauptbahnhof vielleicht so etwas wie eine Heimat f\u00fcr Obdachlose? Mit diesen Fragen im Gep\u00e4ck bin ich zur Bahnhofsmission am Hamburger Hauptbahnhof gefahren und habe dort Klaas Klaffke interviewt. 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