{"id":18150,"date":"2020-08-11T12:01:00","date_gmt":"2020-08-11T10:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=18150"},"modified":"2023-02-01T15:57:44","modified_gmt":"2023-02-01T14:57:44","slug":"europaeische-jugendziele-gutes-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/europaeische-jugendziele\/europaeische-jugendziele-gutes-lernen\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Jugendziele: Gutes Lernen"},"content":{"rendered":"<p>von Anja Blume<\/p>\n<blockquote>\n<p>Wohin soll sich Europa aus Sicht junger Menschen entwickeln? Welche Themen sind wichtig? Und was hat das mit dem VCP und mir zu tun? Die Europ\u00e4ischen Jugendziele \u2013 Youth Goals \u2013 fassen zusammen, welche Themen junge Menschen in Europa bewegen und was sie von der Politik erwarten.<br \/>\nUm euch die Europ\u00e4ischen Jugendziele n\u00e4her zu bringen und zu zeigen, wie auch der VCP am Erreichen der Ziele mitwirkt, welche Aktionen bereits am Laufen bzw. in Planung sind und auch, welche M\u00f6glichkeiten ihr habt, eure Forderungen und W\u00fcnsche an die europ\u00e4ische Politik zu tragen, stellen wir euch dieses Jahr an jedem 11. Tag im Monat eines der Europ\u00e4ischen Jugendziele vor.<\/p>\n<\/blockquote>\n<h2><strong>Europ\u00e4isches Jugendziel: Gutes Lernen<\/strong><\/h2>\n<p>Jede*r von uns lernt permanent, ob wir wollen oder nicht. Und alle, die jetzt diesen Beitrag lesen, kennen einen Ort, an dem richtig gutes Lernen stattfindet; bei den Pfadfinder*innen n\u00e4mlich.<\/p>\n<p><strong>Aber was ist gutes Lernen?<\/strong><br \/>\nBetrachten wir einfach mal Menschen am Anfang ihres Lebens:<br \/>\nBabies besuchen keine Bildungseinrichtung, lernen aber trotzdem unglaublich viele und vor allem besonders wichtige Dinge, und das auch noch sehr schnell. Doch selbst wenn wir uns die gr\u00f6\u00dfte M\u00fche geben, sie w\u00fcrden nicht deutlich schneller Laufen und Sprechen.<br \/>\nWas lernen wir daraus?<\/p>\n<ol>\n<li>Man muss und kann niemandem etwas \u201ebeibringen\u201c. Das Bed\u00fcrfnis, etwas zu lernen, die Neugier, ist uns allen angeboren und wir tun es, auch wenn es nicht immer zielgerichtet stattfindet.<br \/>\nNiemand kann einem anderen Menschen Wissen \u201eeintrichtern\u201c, also so \u00fcbertragen, wie wir eine Datei von einem Speicherort zum anderen \u00fcbertragen, obwohl das immer wieder versucht wird. Um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen, m\u00fcssen wir alles selbst mindestens gedanklich nachvollziehen und mit unserem bisherigen Wissen verbinden. Das hat auch zur Folge, dass sich das Wissen bei der Weitergabe immer ein bisschen ver\u00e4ndert.<br \/>\nAm einfachsten lernen wir, indem wir etwas tun und wahrnehmen, was da passiert. Wenn wir bewusst oder unbewusst dar\u00fcber nachdenken, werden wir beim n\u00e4chsten Mal unser Verhalten \u00e4ndern, das Gleiche schneller oder besser oder einfach anders tun, so, wie es das Baby macht.<br \/>\nWeil diese Art von Lernen so gut wie immer funktioniert, haben die Pfadfinder \u201elearning by doing\u201c zum Prinzip gemacht.<\/li>\n<li>Der Lerninhalt muss dem Reifegrad entsprechen. Das Baby kann nicht Laufen lernen, bevor es stehen kann, obwohl es dauernd sieht, wie wir laufen. Neben den passenden Muskeln, die erst aufgebaut werden m\u00fcssen, fehlen ihm die Erfahrungen mit dem Gleichgewicht, die Orientierung im Raum, und \u00e4hnliche wichtige Dinge. Wie oben erw\u00e4hnt m\u00fcssen wir neues Wissen mit bisherigem verbinden. Wenn da nichts ist, womit es verbunden werden kann, rauscht das Wissen an uns vorbei, ohne dass wir etwas lernen. Den meisten von uns w\u00fcrde das wohl bei einem Vortrag \u00fcber den Nachweis der chemischen Zusammensetzung der Pferdekopfnebels so gehen. Anders ausgedr\u00fcckt: wir m\u00fcssen erst ein paar Vokabeln gelernt haben, bevor wir englische S\u00e4tze verstehen und uns merken k\u00f6nnen. Die Vorbedingungen sind allerdings nicht immer so offensichtlich wie bei den Fremdsprachen. Damit Pfadfinder*innen in jedem Alter die besten Lernerfahrungen machen k\u00f6nnen, gibt es im VCP die Stufenkonzeption. Die bietet eine wissenschaftlich begr\u00fcndete Orientierung bei der Frage, was Kinder und Jugendliche in welchem Alter lernen k\u00f6nnen und sollten.<\/li>\n<li>Die Umgebung kann den Lernprozess unterst\u00fctzen. Bisher klang es ja so, als k\u00f6nnten wir das Lernen unserer Gruppenkinder kaum beeinflussen. Aber das k\u00f6nnen wir! Beim Baby macht es einen Unterschied, ob wir es probieren lassen und ermutigen, oder ob wir es st\u00e4ndig festhalten oder hinsetzen, damit es sich nicht weh tun kann. Wenn wir auf seine Ger\u00e4usche und Sprechversuche nicht reagieren, wird es diese wieder bleiben lassen. Bei den Pfadfinder*innen nutzen wir die Natur als beste Lernumgebung der Welt. Viele Lernaufgaben stellen sich hier von selbst, wenn man nicht frieren, nicht nass werden, trockenen Fu\u00dfes \u00fcber den Fluss kommen will\u2026 Und auch sonst stellen wir den Kindern und Jugendlichen immer neue Aufgaben, bei denen sie lernen, an denen sie wachsen k\u00f6nnen. Eine Gruppenleitung, die immer mit gutem Beispiel voran geht, kann die Gruppenmitglieder direkt zu erfolgreichem Verhalten anstiften und vor allem Mut machen, immer neue Dinge auszuprobieren.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Was also sind die besten Voraussetzungen f\u00fcr gutes Lernen, egal ob in einer Kurseinheit oder in der Gruppenstunde?<\/strong><br \/>\nBei einem WAGGGS \u2013 Seminar habe ich eine kurze Formel daf\u00fcr gelernt:<br \/>\nDer Lerninhalt muss relevant f\u00fcr die Zielgruppe sein. (Sie brauchen dieses Wissen und wissen das auch)<\/p>\n<ul>\n<li>Die Lernmethode muss spannend\/aufregend sein oder einfach Spa\u00df machen.<\/li>\n<li>Inhalt und Methode m\u00fcssen zug\u00e4nglich sein. Das hei\u00dft, die Aufgabe muss so gestellt sein, dass alle Gruppenmitglieder sie erf\u00fcllen k\u00f6nnen (evtl. gemeinsam) und an bestehendem Vorwissen ansetzen.<\/li>\n<li>Das ganze ist Lerner-zentriert. Das hei\u00dft, die Lernenden sind die aktiv Handelnden, nicht eine Person, die etwas vortr\u00e4gt oder vorf\u00fchrt.<br \/>\nHier also liegt der Unterschied zum klassischen Schulunterricht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was bei den Pfadfinder*innen passiert, hei\u00dft \u00fcbrigens nonformale Bildung. Im Unterschied zur formalen Bildung gibt es hier keine Abschlusszeugnisse und strenge Regularien, obwohl auch das Ziel der nonformalen Bildung ist, dass die Teilnehmenden etwas lernen. Un- oder halbabsichtliches Lernen, z.B. beim Surfen im Internet hei\u00dft informelle Bildung.<\/p>\n<p>Das Jugendziel \u201eGutes Lernen\u201c ist allerdings nicht, dass alle Pfadfinder*innen werden sollen. Aber die Forderung ist, dass alle Menschen Zugang zu Einrichtungen und Organisationen haben sollen, in denen so gutes Lernen stattfindet wie bei uns. Unabh\u00e4ngig vom rechtlichen und sozialen Status und der finanziellen Lage sollen alle Kinder und Jugendlichen die Bildungseinrichtung besuchen k\u00f6nnen, die sie m\u00f6chten. Und formelle Bildung soll als gleichberechtigter Teil neben der formalen Bildung als Teil des lebenslangen Lernprozesses anerkannt werden.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"FTus9BvH3w\"><p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/europaeische-jugendziele\/der-vcp-und-die-europaeischen-jugendziele\/\">Der VCP und die Europ\u00e4ischen Jugendziele<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Der VCP und die Europ\u00e4ischen Jugendziele&#8220; &#8212; VCP-Blog\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/europaeische-jugendziele\/der-vcp-und-die-europaeischen-jugendziele\/embed\/#?secret=96PwfpJbCp#?secret=FTus9BvH3w\" data-secret=\"FTus9BvH3w\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Anja Blume Wohin soll sich Europa aus Sicht junger Menschen entwickeln? 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