{"id":1766,"date":"2015-02-23T14:43:08","date_gmt":"2015-02-23T12:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=1766"},"modified":"2018-09-05T16:00:30","modified_gmt":"2018-09-05T14:00:30","slug":"eine-kleine-flamme-auf-dem-weg-durch-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/aus-dem-verband\/eine-kleine-flamme-auf-dem-weg-durch-berlin\/","title":{"rendered":"Eine kleine Flamme auf dem Weg durch Berlin"},"content":{"rendered":"<p><em>Von Lena Berkey und Killian H\u00e4hn<\/em><\/p>\n<p>Im Dezember 2014 wurde das Friedenslicht wie jedes Jahr von Pfadfinderinnen und Pfadfindern in die Bundesministerien und andere Institutionen des Bundes (Bundestag, Bundeskanzlerinnen- und Bundespr\u00e4sidialamt) gebracht.<br \/>\nWir, Kilian H\u00e4hn und Lena Berkey, durften als Teil der Delegation mit nach Berlin fahren und den VCP vertreten.<\/p>\n<p>Insgesamt vier Verb\u00e4nde haben sich in Deutschland zu \u201cden Ringen\u201c (Ring Deutscher Pfadfinderinnenverb\u00e4nde, Ring deutscher Pfadfinderverb\u00e4nde) zusammengeschlossen, um in den beiden Weltverb\u00e4nden WOSM (World Organization of the Scout Movement, f\u00fcr Jungen und M\u00e4nner) und WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts, f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen) Pfadfinden in Deutschland zu vertreten. (Guckt mal auf eure linken \u00c4rmel, da sollten die Abzeichen dieser Weltverb\u00e4nde zu finden sein. Wenn nicht, gibt\u2019s die auch bei F&amp;F&#8230;)<\/p>\n<p>Und genau diese vier Verb\u00e4nde (BdP, DPSG, PSG und VCP) bringen jedes Jahr das Friedenslicht nach Deutschland.<\/p>\n<h2>Viele Abk\u00fcrzungen, aber so ist das eben manchmal&#8230;<\/h2>\n<p>Insgesamt waren aus jedem Verband zwei Pfadis in Berlin, und unterst\u00fctzt wurden wir von zwei vom RDP\/RdP beauftragten Referentinnen.<br \/>\nDas machte dann 10 Personen (auch genannt \u201eDie Ringgeister\u201c), die im Auftrag des Friedens durch Berlin wuselten.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Besuches haben wir uns zun\u00e4chst alle gemeinsam auf die Besuche vorbereitet. F\u00fcr jede Station auf unserer Reise wurde eine Forderung oder ein Statement formuliert, die wir der Ministerin oder dem Staatssekret\u00e4r mit geben konnten. Zum Beispiel war der humane Umgang mit Fl\u00fcchtlingen in Deutschland ein zentrales Thema, zu dem RDP und RdP auch schon eine gemeinsame Linie vereinbart hatten. Wo wir ein solches inhaltliches Thema anbringen konnten, da haben wir es getan. Aber leider war auch in manchen Ministerien nur ein \u201eFototermin\u201c geplant: Ankommen, Licht \u00fcbergeben, tsch\u00fcss. Aber so haben wir wenigstens ein paar sch\u00f6ne Fotos bekommen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Also, wir waren gut vorbereitet und los ging es, in drei kleinere Gruppen aufgeteilt, die Flamme unter die Leute zu bringen.<\/p>\n<p>In mehrere H\u00e4user hat uns unser Weg durch Berlin gef\u00fchrt, insgesamt 14 Institutionen haben wir besucht.<\/p>\n<p>Einige haben f\u00fcr unsere Jugendarbeit eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als andere, deswegen wollen wir euch nicht mit Details zu jedem Besuch langweilen, sondern hauen die interessantesten Infos raus:<\/p>\n<p>Das Bundesverkehrsministerium zum Beispiel: Hier wurden wir von Staatssekret\u00e4r Rainer Bomba empfangen. Nachdem er uns, wir vermuten im Scherz, eine ausgediente Bundeswehr-Kaserne schenken wollte (aber Gro\u00dfzerlang ist ja eigentlich ausreichend&#8230;), kamen wir ins Gespr\u00e4ch: Wir fragten ihn, warum massig Geld f\u00fcr den Erhalt von Autobahnen investiert wird, obwohl doch der individuelle Autoverkehr einen riesigen Umweltschaden anrichtet (CO2 und so). Herr Bomba konnte uns das nicht aus dem Stehgreif beantworten, aber er bot uns an, im Dezember 2015 im Rahmen des Friedenslicht-Besuches eine Podiumsdiskussion zu veranstalten, zu der die gesamte Delegation kommen k\u00f6nnte. Das Thema w\u00e4re dann so was wie \u201e\u00d6kologische Mobilit\u00e4t in der Zukunft\u201c.<\/p>\n<p>Im Verkehrsministerium konnten wir nat\u00fcrlich auch gut anbringen, dass Zugreisen, insbesondere zu Pfadi-Veranstaltungen, immer teurer werden und dass so auch zu Gro\u00dflagern immer mehr Leute mit Bussen oder sogar mit Privat-PKWs angekarrt werden m\u00fcssen, anstatt mit der Bahn fahren zu k\u00f6nnen, die das nachhaltigste Reisekonzept darstellt. Wir hoffen nat\u00fcrlich, dass das Angebot von Herrn Bomba wahrgenommen wird und dass der Staatssekret\u00e4r rechtzeitig vom RDP\/RdP angefragt wird.<\/p>\n<p>Weiter ging es zum Bundesministerium f\u00fcr Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bundesministerin Manuela Schwesig nahm die Flamme gern entgegen und dankte uns f\u00fcr die tolle Arbeit, die wir t\u00e4glich in ganz Deutschland leisten.<\/p>\n<p>Im Jugendministerium nahmen wir das 25-j\u00e4hrige Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention zum Anlass, auf die Wichtigkeit von Frieden f\u00fcr die Entwicklung von Kindern hinzuweisen. Pfadfinden leistet die wichtige Arbeit, Kindern ihre eigenen Rechte nahe zu bringen, das f\u00e4ngt schon in den Gruppenstunden an, in denen die Kinder mitbestimmen d\u00fcrfen, was gespielt wird. Und es geht weiter damit, dass sie lernen, dass sie niemand bedrohen, ausnutzen oder in unangenehme Situationen bringen darf. Wenn ein Kind sich in seinen Rechten verletzt f\u00fchlt, dann kennt es Stellen, an die es sich wenden kann, um Hilfe zu bekommen. Auch Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter sind f\u00fcr viele Kinder in solchen F\u00e4llen eine gute Anlaufstelle.<\/p>\n<p>Wir sehen, f\u00fcr all das bildet die Arbeit im VCP und den anderen Verb\u00e4nden eine wichtige Grundlage. Das f\u00fcnfte Kinderrecht hei\u00dft \u00fcbrigens \u201eRecht auf Freizeit, Spiel und Erholung\u201c. Und wenn wir im VCP das nicht verinnerlicht haben&#8230;:-)<\/p>\n<p>Die letzte Station, die wir euch n\u00e4herbringen wollen, f\u00fchrte uns in das Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.<br \/>\nEntwicklungshilfeminister Gerd M\u00fcller (um Gottes Willen nicht der Fu\u00dfballspieler) empfing uns zwar nur kurz, aber unser Gespr\u00e4ch war doch intensiv und sehr interessant.<\/p>\n<p>Das Friedenslicht ist, nach unserer Meinung, gerade in diesem Ministerium gut aufgehoben: Bek\u00e4mpfung von Armut und Kindersterblichkeit und die Verbesserung von Ausbildung f\u00fcr Kinder und Jugendliche weltweit sind Ziele dieser Bundesbeh\u00f6rde.<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5;\">Weil gerade in Gebieten mit kriegerischen Auseinandersetzungen, z.B. in Israel und Pal\u00e4stina oder aktuell auch in Syrien oder der Ukraine, Kinder schreckliche Erfahrungen machen und wenig Hilfe zur \u00dcberwindung ihrer Traumata bekommen, muss sich die Welt f\u00fcr die Entsch\u00e4rfung solcher Konflikte einsetzen.<\/span><\/p>\n<p>Wenn Jugendliche aus Krisenregionen das VCP-Bundeslager oder andere Veranstaltungen besuchen, zehn Tage der Furcht vor Bombeneinschl\u00e4gen und Gewalt entfliehen k\u00f6nnen, ist das schon ein gro\u00dfer Schritt. Wir erfahren nicht \u201enur\u201c aus den Medien von Konflikten, sondern eben auch von \u201eechten\u201c Zeugen. Das macht uns, hoffentlich, betroffen.\u00a0Und weil uns das betroffen macht, k\u00f6nnen wir uns f\u00fcr eine nachhaltige L\u00f6sung des Konfliktes einsetzen. Ohne Hintergedanken an wirtschaftliche Vorteile oder politische Koalitionen. Diesen Akt der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung hat auch Herr M\u00fcller honoriert.<\/p>\n<p>Jedes Kind hat ein Recht auf Frieden. Aber von Eskalation und Gewalt in Krisenregionen h\u00f6ren wir leider noch jeden Tag in den Nachrichten.<br \/>\nGerade da ist das Friedenslicht ein wichtiges Symbol. Es wird nicht \u2013 schwupps \u2013 den Frieden \u00fcber die Menschheit bringen und alle Kriegsparteien vereinen. Aber es gibt uns die M\u00f6glichkeit, inne zu halten und dar\u00fcber nach zu denken, was wir tun k\u00f6nnen, um einzelne Situationen zumindest ein klein wenig zu verbessern. Und das kann, auch au\u00dferhalb der Weihnachtszeit, schon einiges wert sein.<\/p>\n<p>Unser Weg hat uns nicht nur in die Ministerien gef\u00fchrt. Nach langen, manchmal stressigen, Arbeitstagen haben wir als Friedenslichtdelegation Berlin noch unsicher gemacht.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle war es selbstverst\u00e4ndlich, dass wir gemeinsam zu Abend essen. Jeden Tag wurde neu entschieden, wo wir hingehen (einmal waren wir angeblich auch im Geburtslokal des D\u00f6ners), und mindestens ein kleiner Teil der Gruppe hat sich noch jeden Abend zu einer kleinen Singerunde hinrei\u00dfen lassen (oder was die Auto-Korrektur vorschl\u00e4gt: Siegerurkunde).<\/p>\n<p>Zu empfehlen ist so ein Besuch in Berlin f\u00fcr alle, die mal hautnah mit Politikerinnen und Politikern und Kontakt treten wollen. Jugendpolitische Forderungen lassen sich nat\u00fcrlich in einem kleinen Zwischengespr\u00e4ch mit Ministerinnen und Ministern auch gut platzieren. Und nicht zuletzt macht es auch noch gro\u00dfen Spa\u00df, mal mit anderen Pfadis als denen, die man eh schon kennt, Zeit zu verbringen \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe aus Hessen<br \/>\nKilian und Lena<\/p>\n<p>weitere Artikel:<\/p>\n<p><a title=\"Das Friedenslicht geht in die Welt\u2026\" href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/das-friedenslicht-geht-in-die-welt\/\">Das Friedenslicht geht in die Welt\u2026<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Friedenslicht in Fl\u00fcchtlingsfamilien\" href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/friedenslicht-in-fluechtlingsfamilien\/\">Friedenslicht in Fl\u00fcchtlingsfamilien<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Lena Berkey und Killian H\u00e4hn Im Dezember 2014 wurde das Friedenslicht wie jedes Jahr von Pfadfinderinnen und Pfadfindern in die Bundesministerien und andere Institutionen des Bundes (Bundestag, Bundeskanzlerinnen- und Bundespr\u00e4sidialamt) gebracht. 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