{"id":17458,"date":"2020-06-25T14:01:29","date_gmt":"2020-06-25T12:01:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=17458"},"modified":"2020-06-25T14:01:29","modified_gmt":"2020-06-25T12:01:29","slug":"wenn-sich-die-90-jaehrige-oma-freut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/wenn-sich-die-90-jaehrige-oma-freut\/","title":{"rendered":"Wenn sich die 90-j\u00e4hrige Oma freut"},"content":{"rendered":"<h2>Wir haben bei \u201enurINprur\u201c mit einem der drei Gr\u00fcnder*innen gesprochen<\/h2>\n<p><em><strong>Maximilian Randelshofer, VCP Bayern<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Erschienen in der KIM II 2019<\/p>\n<p>Im Ingolst\u00e4dter Bahnhofs\/S\u00fcdwestviertel ist er, unscheinbar kurz vor dem Ende einer langen Stra\u00dfe kurz vor dem Hauptbahnhof, der Unverpackt-Laden: \u201e<a href=\"https:\/\/www.nurinpur.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NurInPur<\/a>.\u201c Ein ehemaliger Autoh\u00e4ndler war auf dem Grundst\u00fcck beherbergt. Daneben steht ein modernes Gesch\u00e4ftshaus mit B\u00fcros und einer B\u00e4ckerei. Davor kann der Unverpackt-Laden schon mal \u00fcbersehen werden.<\/p>\n<p>Im Inneren erlebt man erstmal eine gewisse Entschleunigung beim Einkaufen. Keine meterlangen vollen Regale mit gef\u00fchlt hunderten von verschieden Artikeln in der gleichen Produktgruppe. Man sieht: loses Gem\u00fcse ohne Verpackung, Gew\u00fcrze abgef\u00fcllt in gro\u00dfen F\u00e4ssern, M\u00fcsli in Sch\u00fcttgef\u00e4\u00dfen, S\u00fc\u00dfigkeiten in Gl\u00e4sern und so weiter. Auch wenn ich in dieser Zeit nicht gelebt habe. Genauso stellt man sich einen alten Tante-Emma-Laden auf dem Land vor. Es gibt von allem etwas, nicht zu viel und nicht zu wenig. Nach unserem gemeinsamen Einkauf spreche ich mit Andreas Kuhn, Mitgr\u00fcnder und Gesellschafter von \u201eNurINPur\u201c \u00fcber ihre Beweggr\u00fcnde einen Unverpackt-Laden zu er\u00f6ffnen, die Kunden und die Probleme mit denen die Gr\u00fcnder nach wie vor k\u00e4mpfen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Andreas Kuhn, Simon Stapf und Kathrin Mantel \u2013 so hei\u00dfen die Gr\u00fcnder des Unverpacktladens \u201e<a href=\"https:\/\/www.nurinpur.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NurINPur<\/a>\u201c. Alle drei sind hauptberuflich t\u00e4tig und haben sozusagen nebenberuflich \u201eaus Idealismus und als Herzensangelegenheit\u201c, den Laden Oktober 2018 er\u00f6ffnet. Finanziert haben die drei das Projekt mit privaten Eigenmitteln und \u00fcber Crownfunding. 175 Unterst\u00fctzer*innen haben ihr Kapital f\u00fcr den Laden zur Verf\u00fcgung gestellt. Bereits 2014 wurde mit dem Projekt begonnen. Um den Laden er\u00f6ffnen zu k\u00f6nnen musste das Geb\u00e4ude umfassend saniert werden.<\/p>\n<p>\u201e<a href=\"https:\/\/www.nurinpur.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NurINPur<\/a>\u201c will aber mehr als Gesch\u00e4ft sein in dem unverpackte Lebensmittel und der t\u00e4gliche Grundbedarf eingekauft werden kann. Es wird zweimal die Woche ein Mittagstisch angeboten mit Zutaten aus dem Laden. Au\u00dferdem ist Show-Cooking und das Zeigen von Filmen geplant. Regelm\u00e4\u00dfig besuchen auch Schulklassen den Laden.<\/p>\n<p>Doch welche Kunden gehen zu \u201e<a href=\"https:\/\/www.nurinpur.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NurINPur<\/a>\u201c? Sind es nur \u00d6kos oder Menschen die gutes Geld verdienen und sich so versuchen ein reines Gewissen zu kaufen? \u201eVom Schulalter, \u00fcber den Manager aus der gehobenen Mittelschicht der mit seinem SUV kommt, bis hin zur 90-j\u00e4hrigen Oma mit Rollator, die sich freut bedarfsgerecht einkaufen zu k\u00f6nnen, ist der Kundenkreis bunt gemischt\u201c, erkl\u00e4rt mir Andreas.<\/p>\n<p>Vor allem ein Aspekt ist den Gr\u00fcndern wichtig. \u201eEs ist uns bekannt, wo die Lebensmittel herkommen. Wir kennen bis auf wenige Ausnahmen alle Lieferanten\u201c sagt Andreas und erg\u00e4nzt: \u201eOftmals l\u00e4uft die Beschaffung zum Beispiel beim Getreide auf dem kurzen Dienstweg.\u201c<\/p>\n<p>So einfach und gem\u00fctlich der Laden auch wirkt, so schwer ist oftmals die Beschaffung der passenden Lebensmittel. Passend bedeutet in diesem Fall in m\u00f6glichst gro\u00dfen Verpackungseinheiten, denn kleinere Verpackungseinheiten bedeuten auch mehr Verpackung oder eben die Verpackung selbst ist das Problem. Andreas erkl\u00e4rt dies an einem Nudel-Lieferanten aus Baden-W\u00fcrttemberg. \u201eWir wollten Nudeln in 20-Kilo-Papier-S\u00e4cken dort kaufen. In kleineren Verpackungseinheiten werden die Nudeln dort schon produziert. Die Umstellung der Produktion auf 20-Kilo-Einheiten w\u00fcrde beim Lieferanten allerdings zwei Jahre dauern.\u201c Ganz ohne Verpackung geht es bei einer Handvoll Lebensmittel dann doch nicht. Fr\u00fcchte oder N\u00fcsse, die Schiffwege hinter sich haben m\u00fcssen schon deswegen verpackt oder vakuumieret werden, aufgrund des m\u00f6glichen Sch\u00e4dlingsbefalls, Geschmacksverlusts oder drohenden Pilzbefalls.<\/p>\n<p>Zurzeit werden immer mehr Unverpackt-L\u00e4den er\u00f6ffnet in Deutschland. 20 Kilometer entfernt von Ingolstadt, er\u00f6ffnete Anfang April in Neuburg\/Donau die \u201eAuff\u00fcllbar.\u201c Andreas ist Idealist, aber keiner der belehren will mit der Brechstange. Er hat f\u00fcr durchschnittliche Konsumverhalten in Deutschland eine einfache Erkl\u00e4rung: \u201eEs wird den Verbraucher*innen oftmals keine andere Wahl gelassen.\u201c<\/p>\n<p>Fakt ist, die Unverpackt-L\u00e4den haben einen Nerv getroffen bei allen Bev\u00f6lkerungsschichten. Die Kunst ist oftmals nur, aus seiner eigenen Komfortzone auszubrechen. Auch ich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben bei \u201enurINprur\u201c mit einem der drei Gr\u00fcnder*innen gesprochen Maximilian Randelshofer, VCP Bayern Erschienen in der KIM II 2019 Im Ingolst\u00e4dter Bahnhofs\/S\u00fcdwestviertel ist er, unscheinbar kurz vor dem Ende einer langen Stra\u00dfe kurz vor dem Hauptbahnhof, der Unverpackt-Laden: \u201eNurInPur.\u201c Ein ehemaliger Autoh\u00e4ndler war auf dem Grundst\u00fcck beherbergt. 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