{"id":16783,"date":"2020-04-24T17:05:01","date_gmt":"2020-04-24T15:05:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=16783"},"modified":"2020-10-10T20:45:22","modified_gmt":"2020-10-10T18:45:22","slug":"seelische-psychische-gesundheit-in-corona-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/gegen-das-virus\/seelische-psychische-gesundheit-in-corona-zeiten\/","title":{"rendered":"Seelische\/Psychische Gesundheit in Corona-Zeiten"},"content":{"rendered":"<p>Mehrere Wochen verzichten wir schon auf physische Kontakte oder schr\u00e4nken sie zumindest stark ein. Das hat auch f\u00fcr uns Pfadfinder*innen sp\u00fcrbare Konsequenzen. Keine Gruppenstunden, keine Planungstreffen, keine Lager, keine Versammlungen. Wir nehmen diese Regelungen ernst und wissen, dass sie n\u00f6tig sind. Trotzdem f\u00e4llt es vielen von euch vermutlich schwer \u2013 so wie mir \u2013 nicht im gewohnten Pfadfinder-Jahresrhythmus zu sein und nicht zu wissen, wann das wieder m\u00f6glich ist. Doch nicht nur unser Pfadfinderrhythmus ist aus dem Takt; Schule, Studium, Arbeit, Familie \u2013 alles ist anders. <strong>Das kann auch Auswirkungen auf unser psychisches Wohlbefinden haben.<\/strong><\/p>\n<p>Unsere psychische=seelische Gesundheit spielt eine wichtige Rolle in dieser schwierigen Zeit. <strong>Es ist nicht ungew\u00f6hnlich sich traurig oder einsam zu f\u00fchlen oder sich einfach nach dem gewohnten Alltag zu sehnen.<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht liest du auch in den sozialen Medien, was Menschen jetzt alles tun, weil sie viel Zeit haben: eine Fremdsprache lernen, t\u00e4glich Sport machen, renovieren oder ein Instrument lernen. Du musst dich \u00fcberhaupt nicht schlecht f\u00fchlen, wenn du nichts davon machst oder schaffst. Oder nicht deinen normalen Hobbies nachgehst. Oder es mal nicht raus schaffst. I<strong>n schwierigen Zeiten wie diesen ist es viel wichtiger geduldig und freundlich zu sich selbst zu sein und das zu tun was m\u00f6glich ist, auch wenn das weniger ist als \u201enormal\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Momentan ist vieles nicht normal und wir sollten uns nicht zu noch mehr Selbstoptimierung zwingen.<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht sagt ihr jetzt, dass andere es ja noch schlimmer h\u00e4tten oder dass die Situation noch schlimmer sein k\u00f6nnte. Das stimmt vielleicht, aber du darfst trotzdem auch mit der Situation zu k\u00e4mpfen haben und das solltest du auch ernst nehmen. Es ist v\u00f6llig in Ordnung zu sagen, dass du gerade eine schwere Zeit hast, dass du k\u00e4mpfst, dass du nicht so gut zurechtkommst. <strong>Die eigenen Gef\u00fchle ernst zu nehmen hilft dabei, besser durch diese Zeit zu kommen.<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Ein paar Ideen oder Routinen, die helfen k\u00f6nnen, besser durch diese Zeit zu kommen.<\/strong><\/h3>\n<p><strong>F\u00fchlst du dich im Moment einsam?<\/strong> Dann schreib mit Freunden*Freundinnen, telefoniere mit ihnen oder treffe dich \u00fcber Videokonferenzen. Kleine gemeinsame Onlinespiele k\u00f6nnen helfen, sich weniger zu langweilen und sich verbunden zu f\u00fchlen. Deine Freunde*Freundinnen oder Familie sind da, auch wenn es sich im Moment nicht so anf\u00fchlt. Abends gibt es au\u00dferdem dreimal in der Woche eine Online-Singerunde vom VCP, sie hilft auch gut gegen Einsamkeit. Wenn gerade niemand von ihnen Zeit hat, dann findest du am Ende des Textes noch ein paar Telefonnummern, bei denen du dich auch melden kannst und die dir zuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Auch wenn wir alle im Moment vielleicht viel Zeit im Internet verbringen: I<strong>nformiert zu bleiben ist wichtig, doch st\u00e4ndig nach neuen Informationen zu suchen, kann die eigene Angst und Unsicherheit steigern und ist auch nicht n\u00f6tig.<\/strong> Sich zweimal am Tag zu informieren reicht v\u00f6llig. Die restliche Zeit kannst du mit Dingen f\u00fcllen, die dir guttun.<\/p>\n<h3><strong>So viel Zeit. Was mache ich damit?<\/strong><\/h3>\n<p>Wie oben schon erw\u00e4hnt, neue Sachen zu entdecken kann viel Spa\u00df machen. Aber setz dich nicht unter Druck. Es ist in Ordnung, den ganzen Tag in der Jogginghose zu verbringen oder sich auch einfach zu nichts aufraffen zu k\u00f6nnen. Es geht <strong>nicht<\/strong> darum, aus dieser Zeit mit m\u00f6glichst vielen neuen F\u00e4higkeiten rauszugehen, sondern darum, sich <strong>um sich selbst zu k\u00fcmmern und freundlich zu sich selbst zu sein.<\/strong><\/p>\n<p>Sich eine eigene Struktur aufzubauen kann helfen sich besser zu f\u00fchlen. Dabei ist wichtig realistisch zu bleiben. Das kann beispielsweise so aussehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wecker stellen und fr\u00fchst\u00fccken<\/li>\n<li>Vormittags sind Sachen dran, die noch zu organisieren sind oder ihr lernt, r\u00e4umt auf. Das muss nicht viel sein. Ihr m\u00fcsst noch einen Brief verschicken? Oder E-Mails beantworten und habt das geschafft? Super!<\/li>\n<li>Nach dem Mittagessen geht es eine Runde spazieren, Fahrrad fahren, Yoga machen ect.<\/li>\n<li>Nachmittags basteln, werkeln, Serien schauen, Musik h\u00f6ren, mit Freunden telefonieren, Musik machen, lesen<\/li>\n<li>Abendessen und drei Dinge aufschreiben, die heute gut gelaufen sind. Schreiben hilft!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei geht es nicht darum, dass es jeden Tag so laufen muss oder, dass es nicht ok w\u00e4re auch mal den ganzen Tag nur Serien zu schauen. Es geht darum, sich eine st\u00fctzende Struktur zu bauen, an der festgehalten werden kann, wenn es an Tagen nicht so einfach ist. Der Plan ist nat\u00fcrlich nur ein Beispiel und kann individuell angepasst werden.<\/p>\n<p>Passt auf euch auf und bleibt gesund!<\/p>\n<p>Antonia Manns<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Telefonnummern<\/h3>\n<p><strong>Kinder und Jugendliche<\/strong><\/p>\n<p>Nummer gegen Kummer (Kinder-und Jugendtelefon): 116111<\/p>\n<p>Mo-Sa 14-20 Uhr,<\/p>\n<p>Mo,Mi, Do 10-12<\/p>\n<p>sowie Online-Beratung im Chat unter <a href=\"http:\/\/www.nummergegenkummer.de\">www.nummergegenkummer.d<\/a>e:<\/p>\n<p>Mittwoch und Donnerstag 15 &#8211; 17 Uhr,<\/p>\n<p>Dienstag und Freitag von 10 &#8211; 12 Uhr<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erwachsene<\/strong><\/p>\n<p>Corona Hotline des Bundes Deutscher Psychologinnen und Psychologen f\u00fcr alle Menschen, die durch die aktuelle Situation psychisch belastet sind:<\/p>\n<p>0800-772244<\/p>\n<p>t\u00e4glich von 8- 20 Uhr<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Geb\u00e4rdensprache<\/strong><\/p>\n<p>allgemeine Informationen und weitere Hilfen in Geb\u00e4rdensprache:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/gebaerdensprache\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/gebaerdensprache<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Leichte Sprache<\/strong><\/p>\n<p>Informationen in Leichter Sprache:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/leichte-sprache\/informationen-zum-corona-virus\">https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/leichte-sprache\/informationen-zum-corona-virus<\/a><\/p>\n<p>https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/podcast\/psychische-gesundheit-interview-zum-nachhaltigen-leben-das-leben-von-baden-powell\/<\/p>\n<p>https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/podcast\/spezial-thema-depression\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehrere Wochen verzichten wir schon auf physische Kontakte oder schr\u00e4nken sie zumindest stark ein. 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