{"id":14743,"date":"2019-12-06T01:00:27","date_gmt":"2019-12-06T00:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=14743"},"modified":"2019-12-04T13:31:39","modified_gmt":"2019-12-04T12:31:39","slug":"my-secret-friend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/adventskalender\/my-secret-friend\/","title":{"rendered":"My secret friend"},"content":{"rendered":"<p>Tamara weinte. Sie hatte sich im dem kleinen Schlafzimmer, welches sie sich mit ihren beiden j\u00fcngeren Schwestern Lea und Rahel teilte, zur Wand gedreht und schluchzte leise in ihre d\u00fcnne Bettdecke. Trotzdem h\u00f6rte Lea ihre gro\u00dfe Schwester durch das Dunkel des Schlafraumes. Sie wollte Tamara ansprechen, ihr etwas Tr\u00f6stendes zufl\u00fcstern, aber ihr war die Kehle wie zugeschn\u00fcrt. Was h\u00e4tte sie denn sagen sollen? War ihr nicht auch zu Heulen zumute? Rahel, die j\u00fcngste der drei Schwestern, schien zu schlafen. Oder verharrte sie ebenso wie sie selbst einfach nur ruhig im Bett, ratlos dar\u00fcber, was sie h\u00e4tte sagen sollen?<\/p>\n<p>Lea sp\u00fcrte noch den unsagbaren traurigen Blick ihres Vater auf sich ruhen, mit dem er sie angeblickt hatte, als er zuvor noch recht forsch den Wirt fortgeschickt hatte. Sobald der Wirt h\u00f6hnisch lachend mit den Worten \u201eDu wirst noch zu mir kommen und mich um Hilfe bitten!\u201c das Haus verlassen hatte, schien der Vater in sich zusammen zu fallen. Zun\u00e4chst hatte der Vater sie lange mit diesem traurigen Blick angesehen, dann sagte er leise: \u201eEr hat Recht. Lange k\u00f6nnen wir sein Angebot nicht mehr ausschlagen.\u201c<\/p>\n<p>Sein Angebot\u2026 Lea sch\u00fcttelte sich bei dem Gedanken. Es war klar, dass der Wirt den Schwestern weder eine Stelle als K\u00fcchenhilfe noch eine Stelle im Ausschank anbieten wollte. \u201eSie sind h\u00fcbsch anzusehen, deine T\u00f6chter\u201c, hatte der Wirt gesagt. \u201eSie werden meinen G\u00e4sten sicher gut gefallen. Wenn sie sich geschickt anstellen, werden sie bei mir ein gutes Auskommen haben\u201c. Es war offensichtlich, was er meinte.<br \/>\nWie konnten sie nur in die Situation kommen?<\/p>\n<p>Ihr Vater war einst ein erfolgreicher Gesch\u00e4ftsmann, der gut verdiente. Ihnen fehlte es an nichts. Noch vor drei Jahren, war sich Lea sicher, eine gute Aussteuer von ihren Eltern zu bekommen, mit der es ihr gelingen w\u00fcrde, eine guten Mann ihrer Wahl heiraten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDann aber starb pl\u00f6tzlich ihre Mutter. Ihr Vater wurde vor Kram dar\u00fcber so krank, dass er bald seine Gesch\u00e4fte aufgeben musste. Inzwischen waren die Ersparnisse aufgebraucht, alles was Wert hatte, war verkauft und die Familie lebte in gro\u00dfer Armut. Die M\u00e4dchen versuchten, mit etwas Gem\u00fcseanbau im Garten etwas zu verdienen, aber es reichte hinten und vorne nicht. So kam es h\u00e4ufig vor, dass sie nicht mehr als ein St\u00fcck Brot zum Essen hatte. Und ohne Aussteuer war eine Ehe in weite Ferne ger\u00fcckt. Wer sollte sie bettelarmes M\u00e4dchen heiraten wollen?<br \/>\nIn ihrem Gr\u00fcbeln fiel Lea in einen unruhigen Schlaf.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich schreckte sie auf. Was war das? War da nicht ein Ger\u00e4usch? Angestrengt lauschte sie in die Dunkelheit. Aber au\u00dfer dem gleichm\u00e4\u00dfigen Atmen ihrer Schwestern konnte sie nichts h\u00f6ren.<br \/>\nSchlie\u00dflich \u00fcbermannte Lea erneut die M\u00fcdigkeit.<br \/>\nStunden sp\u00e4ter war es Lea, die als erste wach wurde. Vorsichtig stand sie auf, um in die K\u00fcche zu schleichen und das Wasser aufzusetzen. Pl\u00f6tzlich stie\u00df sie mit ihren F\u00fcssen gegen einen harten und kalten Gegenstand, der vor ihr weg rollte. Erschrocken blickte sie auf den Boden. Zwei gl\u00e4nzende Kugeln lagen vor. Eine dritte war etwas entfernt von ihr zum Liegen gekommen. Vorsichtig hob sie eine der Kugeln auf, um sie im fahlen Licht der Morgend\u00e4mmerung sich anzusehen.<br \/>\nWar das Gold? \u2013 Das war Gold!<\/p>\n<p>Aufgeregt, lief Lea zu ihrem Vater. \u201eVater, Vater, sieh mal!\u201c M\u00fcde richtete sich der Vater auf. \u201eM\u00e4dchen, was ist denn?\u201c \u201eSieh mal!\u201c, Lea zeigte ihm die Kugeln, die ihr Vater ungl\u00e4ubig entgegennahm. \u201eAber M\u00e4dchen, wo sind die Kugeln her?\u201c, fragte er mit tonloser Stimme. Und ohne eine Antwort abzuwarten fuhr er fort, \u201eWei\u00df du, was das bedeutet?\u201c \u201eDas wir nicht beim Wirt anschaffen m\u00fcssen\u201c, kam die klarer Stimme ihrer j\u00fcngeren Schwester von der T\u00fcr. Sowohl Tamara als auch Rahel standen dort und beobachteten die Szene zwischen Vater und Lea. Rahel ergriff die H\u00e4nde von Tamara und tanzte mit ihr im Kreis: \u201eWir sind frei, wir sind frei!\u201c jubelte sie.<\/p>\n<p>Heute ist Nikolaus. Um den Bischof Nikolaus von Myra, der im 4.Jahrhundert lebte, ranken sich zahlreiche Legenden. Eine von denen ist die hier nacherz\u00e4hlte Geschichte. Nikolaus wird in allen Legenden als sehr selbstloser Mann beschrieben, der das Leid seiner Mitmenschen hilft und zum Teil sehr unkonventionell hilft.<\/p>\n<p>Mir gef\u00e4llt an der Geschichte, dass Nikolaus mit seinem Geschenk gar nicht in Verbindung gebracht werden will. Er m\u00f6chte keinen Dank oder gar irgendeine Gegenleistung. Sein Geschenk ist bedingungslos. Und es ver\u00e4ndert das Leben einer ganzen Familie zum Positiven.<\/p>\n<p>Sei auch du heute der Nikolaus. Suche dir eine Person aus deinem Umfeld raus. Nicht eine, die du ohnehin zu Nikolaus beschenken w\u00fcrdest. Sondern die Nachbarin von gegen\u00fcber, der Kollege, die Postbotin oder Kassier an der Kasse. Und tue dieser Person etwas Gutes. Stelle der Nachbarin einen Schokonikolaus vor die T\u00fcr, bring dem Kollegen einen Kaffee, biete der Postbotin etwas zur St\u00e4rkung an und lobe den Kassier f\u00fcr seine Ausdauer und Geduld in seinem Job \u2013 und du ver\u00e4nderst den Tag dieser Person zum Positiven.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Nikolausstiefel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-14744\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Nikolausstiefel-300x198.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Nikolausstiefel-300x198.jpg 300w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Nikolausstiefel-768x508.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/Nikolausstiefel.jpg 780w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tamara weinte. 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