{"id":12791,"date":"2019-03-11T15:08:48","date_gmt":"2019-03-11T14:08:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/?p=12791"},"modified":"2023-01-14T09:05:57","modified_gmt":"2023-01-14T08:05:57","slug":"alarm-im-berufsleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/allgemein\/alarm-im-berufsleben\/","title":{"rendered":"Alarm im Berufsleben"},"content":{"rendered":"<h2>Aus dem Leben eines Feuerwehrmanns<\/h2>\n<p><em>Von Patrick Franz<\/em><\/p>\n<p>Es gibt Berufsgruppen, die mit Alarmen tagt\u00e4glich zu tun haben &#8211; ob Polizist*innen mit ihrem Alarm auf dem Autodach, Krankenw\u00e4gen und Not\u00e4rzt*innen mit Martinshorn oder die Damen* und Herren* mit den roten Autos von der Feuerwehr. Wir hatten die Gelegenheit, mit Sebastian Spiller zu sprechen. Er ist neben seiner ehrenamtlichen Leidenschaft als Pfadfinder im Berufsleben ein Mann, der wei\u00df, wie sich ein echter Alarm anh\u00f6rt. Sebastian ist bei der Feuerwehr.<\/p>\n<h3><strong>anp:Hallo Sebastian. Sch\u00f6n, dass du dir die Zeit genommen hast mit uns zu sprechen.<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Magst du uns kurz etwas \u00fcber dich erz\u00e4hlen?<\/strong><\/h3>\n<p><em>Sebastian:<\/em> Klar. Ich bin 39 Jahre, verheiratet und habe eine vierj\u00e4hrige Tochter, komme geb\u00fcrtig aus Gelnhausen und habe mit zehn Jahren das erste Mal Pfadfinderluft noch bei der hiesigen Adventgemeinde geschnuppert. Mit 14 Jahren bin ich zum VCP-Stamm Barbarossa Gelnhausen gewechselt und habe bis 1999 sowohl Gruppen als auch zeitweise den Stamm geleitet. Seit dieser Zeit bin ich aus beruflichen Gr\u00fcnden nur noch bei den Landeslagern und Bundeslagern aktiv.<\/p>\n<h3><strong>anp: Du bist ein Berufsfeuerwehrmann. Kannst du uns kurz und knapp erkl\u00e4ren, wie ein typischer Arbeitstag bei dir aussieht?<\/strong><\/h3>\n<p><em>Sebastian:<\/em> Das h\u00e4ngt ein bisschen davon ab, f\u00fcr welche Funktion ich eingeteilt bin. Neben den klassischen T\u00e4tigkeiten im L\u00f6schzug werde ich auch im Rettungsdienst eingesetzt und habe eine Zusatzausbildung als Springer f\u00fcr die Zentrale Leitstelle. Wenn wir aber den \u201enormalen\u201c Dienst auf der Feuerwache anschauen, dauert dieser immer 24 Stunden und beginnt morgens um sieben Uhr mit der Dienst\u00fcbernahme. Dabei wird kurz vorgestellt, wer welche Funktion \u00fcbernimmt, welche Arbeiten anstehen und auch was an Terminen f\u00fcr den Tag ansteht. Dann kontrollieren wir gemeinsam, ob auf den Fahrzeugen alles an seinem Platz ist und funktioniert. Wir sind in Bereitschaft f\u00fcr Eins\u00e4tze, machen Wacharbeiten und nutzen die Zeit auch f\u00fcr Ausbildung und Sport. Nat\u00fcrlich machen wir zwischendurch auch Pausen, f\u00fcr ein gemeinsames Fr\u00fchst\u00fcck und Mittagessen. Ab den Abendstunden darf dann jede*r machen, was er gerne m\u00f6chte, denn es ist Bereitschaftszeit bis zum Schichtwechsel am n\u00e4chsten Morgen.<\/p>\n<h3><strong>anp: Wie sieht ein Alarm bei euch aus? Was passiert da und was gilt es dann zu tun?<\/strong><\/h3>\n<p><em>Sebastian:<\/em> Bei einem Alarm muss es nat\u00fcrlich in erster Linie schnell gehen, damit wir es schaffen innerhalb der vorgeschriebenen zehn Minuten am Einsatzort zu sein. Egal, was wir gerade auf der Wache machen, in 90 Sekunden m\u00fcssen wir mit dem sogenannten Hilfeleistungsl\u00f6schgruppenfahrzeug (HLF) drau\u00dfen sein. Dazu m\u00fcssen wir uns nat\u00fcrlich auch vor dem Ausr\u00fccken noch Stiefel, Feuerschutzhose und -jacke anziehen. Die restliche Ausr\u00fcstung wie Atemschutzger\u00e4t, Helm, Handlampe, Funkger\u00e4t, usw. legen wir w\u00e4hrend der Fahrt an. Ein voll ausger\u00fcsteter Feuerwehrmann tr\u00e4gt je nach Funktion 15 bis \u00fcber 30 kg Schutzkleidung und Ausr\u00fcstung mit in den Einsatz.<\/p>\n<p>Was an der Einsatzstelle dann zu tun ist, ist so vielf\u00e4ltig wie die m\u00f6glichen Szenarien: Br\u00e4nde aller Art, Verkehrsunf\u00e4lle vom Auto bis zum LKW oder Zug, Gefahrgutunf\u00e4lle, T\u00fcr\u00f6ffnungen, Wassersch\u00e4den, Tierrettungen&#8230; Man kann sagen die Feuerwehr ist ein bisschen \u201eM\u00e4dchen f\u00fcr alles\u201c. Das ist es halt auch, was den Beruf so interessant macht. Ich wei\u00df nie, was auf mich zu kommt und was genau von mir gefordert wird. Jeder Arbeitstag ist anders und eine neue Herausforderung.<\/p>\n<h3><strong>anp: Wie viele Eins\u00e4tze im Jahr hast du im Schnitt?<\/strong><\/h3>\n<p><em>Sebastian:<\/em> Das f\u00fcr mich pers\u00f6nlich zu sagen, f\u00e4llt mir schwer. Ich kann aber versuchen es mal anhand der Einsatzstatistik pro Dienst zu verdeutlichen. Das HLF und die Drehleiter, auf denen ich regul\u00e4r Dienst habe, fahren etwa 2000 Eins\u00e4tze im Jahr und r\u00fccken damit im Schnitt f\u00fcnf bis sechs Mal in 24 Stunden aus. Der Rettungswagen macht in etwa 4500 Fahrten pro Jahr, was einem Tagesschnitt von zw\u00f6lf bis 13 Eins\u00e4tzen entspricht.<\/p>\n<h3><strong>anp: Was macht ein Feuerwehrmann, wenn er nicht im Einsatz ist? Welche Aufgaben \u00fcbernehmt ihr auf der Wache?<\/strong><\/h3>\n<p>Sebastian: Hier werden von den zwanzig Kollegen, die auf meiner Wache im Dienst sind, ganz unterschiedliche Dinge gemacht. Neben Wartung und Pflege von unseren Fahrzeugen und Ger\u00e4ten werden nat\u00fcrlich in den Werkst\u00e4tten auch mal kleinere Sachen selbst repariert. Andere Kollegen erledigen B\u00fcroarbeit vom Erstellen des Dienstplanes bis zum Schreiben von Einsatzberichten. Wieder andere k\u00fcmmern sich um das Mittagessen, das immer in Eigenregie f\u00fcr die komplette Wachmannschaft gekocht wird. Dazu werden Unterrichte und \u00dcbungen vorbereitet und durchgef\u00fchrt. Da wir auf unserer Wache sogar eine kleine Sporthalle haben, spielen wir in den meisten Diensten gegen Abend gemeinsam Volleyball.<\/p>\n<p>Man muss aber auch sagen, dass es je nach Gr\u00f6\u00dfe von Feuerwehr und Wache hier starke Unterschiede im Tagesablauf geben kann.<\/p>\n<h3><strong>anp: Wenn man Feuerwehrmann werden will: Wie stellt man das an?<\/strong><\/h3>\n<p>Sebastian: Bis vor nicht allzu langer Zeit war der Beruf Feuerwehrmann immer daran gebunden, vorher eine Berufsausbildung oder ein Studium abzuschlie\u00dfen. Diese Einstiegsvariante existiert zwar weiterhin, aber mittlerweile gibt es zum Beispiel auch das Berufsbild der Werkfeuerwehrfrau*manns. Hierf\u00fcr ist ein Hauptschulabschluss n\u00f6tig und man muss einen theoretischen sowie einen praktisch-sportlichen Einstellungstest absolvieren. Hat man diese Tests bestanden, beginnt eine dreij\u00e4hrige Ausbildung, in der neben eineinhalb Jahren handwerklicher Kompaktausbildung auch eineinhalb Jahre feuerwehrtechnische und rettungsdienstliche Grundausbildung integriert sind. Genaue Beschreibungen der jeweiligen Voraussetzungen findet ihr zum Beispiel in der Rubrik \u201eJob und Karriere\u201c auf der Homepage der Feuerwehr Frankfurt unter: <a href=\"http:\/\/www.feuerwehr-frankfurt.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.feuerwehr-frankfurt.de<\/a><\/p>\n<h3><strong>Vielen Dank Sebastian f\u00fcr das tolle Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sebastian-Spiller.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-12529\" src=\"https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sebastian-Spiller-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sebastian-Spiller-225x300.jpg 225w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sebastian-Spiller-768x1024.jpg 768w, https:\/\/vcp.de\/pfadfinden\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Sebastian-Spiller.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><\/p>\n<p>https:\/\/www.vcp.de\/pfadfinden\/podcast\/deutschsprachige-konferenz-dsk-2019-alarm-bei-der-feuerwehr\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Leben eines Feuerwehrmanns Von Patrick Franz Es gibt Berufsgruppen, die mit Alarmen tagt\u00e4glich zu tun haben &#8211; ob Polizist*innen mit ihrem Alarm auf dem Autodach, Krankenw\u00e4gen und Not\u00e4rzt*innen mit Martinshorn oder die Damen* und Herren* mit den roten Autos von der Feuerwehr. 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